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Mecklenburgische Landeskirche lädt zu Gedenkveranstaltungem am 9. November ein

 

Schwerin (ellm). Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs lädt zu verschiedenen Veranstaltungen am 9. November ein.

 

Dazu schreibt Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn:

Der 9. November ist in unserem Land ein Datum mit Symbolkraft. Dieser Tag steht für den Mut vieler Menschen, sich mit der Unfreiheit nicht abzufinden und willkürlich trennende Mauern zum Einsturz zu bringen. Zugleich erinnert dieser Tag an das Versagen vieler Menschen, die andere Menschen ausgegrenzt, sie ihrer Würde beraubt und ihr Leben bedroht haben.

 

In diesem Jahr jährt sich die Pogromnacht des Jahres 1938 zum 70. Mal. Es waren Angehörige unseres Volkes, die in einem inszenierten Angriff Synagogen und Betstuben entweihten, verwüsteten und in Brand setzten. Die Diskriminierung der jüdischen Mitbürger nahm an Schärfe zu; ihr Eigentum und ihr Leben wurden bedroht. Bis zur Ermordung der europäischen Juden war es nur ein kleiner Schritt. Im Mitmachen, im Wegsehen, in der Gleichgültigkeit gegenüber dem Leiden anderer, in fehlender Zivilcourage lag die Schuld unseres Volkes. Auch unter Christen und Kirchen gab es nur vereinzelt Widerstand gegen die Barbarei.

 

Die Kirchenleitung unserer Landeskirche bittet alle Kirchgemeinden, zur Erinnerung an die Schrecken der Reichspogromnacht vor 70 Jahren am Abend des 9. November 2008 um 19 Uhr mit Glockengeläut zu Andachten und persönlichem Gebet einzuladen. In diesen Andachten bitten wir im Gebet um Vergebung und suchen im Hören auf das Zeugnis der Bibel nach Wegweisung. Daneben wird es regionale Gedenkveranstaltungen geben. Sie sensibilisieren und ermutigen uns dazu, in unserer Zeit Verantwortung zu übernehmen. Wir leben dabei von der Zusage Gottes, wie sie in Psalm 3,9, dem Wort der Herrnhuter Losung zum 9. November 2008, zum Ausdruck kommt: „Bei dem HERRN findet man Hilfe. Dein Segen komme über dein Volk!“ (29.10.2008)

 

Siehe auch:

Faltblatt (504 KB)

 


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