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Lesung, Andacht und Erinnerungsweg

Gedenken an den Beginn der Deportation pommerscher Juden vor 79 Jahren

05.02.2019 ǀ Greifswald.  Vor 79 Jahren, am 12. und 13. Februar 1940, begann in Pommern die Deportation von Juden in das damals sogenannte Generalgouvernement. Der Arbeitskreis Kirche und Judentum des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises lädt aus diesem Anlass zu einer Lesung, einer Andacht und einem Erinnerungsweg ein.

Die Lesung findet am Dienstag, 12. Februar, um 20 Uhr im Koeppenhaus Greifswald, Bahnhofstraße 4/5, statt. Zu hören sind Texte aus Briefen von Dr. Rudolf Kaufmann, die von den Schauspielern Stephan und Christiane Waak nach dem Buch von Reinhard Kaiser „Königskinder – eine wahre Liebe“ vortragen werden. Der Geologe Rudolf Kaufmann promovierte 1933 an der Greifswalder Universität. Da er jüdische Vorfahren hatte, verlor er alle Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland. Nach dreijähriger Zuchthaushaft wegen der Beziehung zu einer „arischen“ Frau, floh er nach Litauen, wo er im Sommer 1941 von einem deutschen Soldaten aufgrund seiner Abstammung erschossen wurde. Der Eintritt zur Lesung kostet fünf Euro.
 
Gedenkweg zu Stolpersteinen
 
Am Mittwoch, 13. Februar, beginnt um 17 Uhr zum Gedenken an die Opfer der Deportation eine Andacht unter der Leitung von Pastorin Dr. Ulrike Streckenbach in der Annenkapelle der Greifswalder Marienkirche. Im Anschluss findet in der Mühlenstraße 10, am Standort des früheren Gebetsaals der jüdischen Gemeinde, ab 17.30 Uhr ein Gedenkweg zu den Greifswalder Stolpersteinen statt. Mit diesen im Boden eingelassenen Gedenktafeln wird an das Schicksal der Menschen erinnert, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, ermordet oder vertrieben wurden.
 
Planmäßiger Mord begann in Pommern 1940
 
Am 20. Januar 1942 fand die als Wannseekonferenz in die Geschichte eingegangene Zusammenkunft statt, auf der sich Verantwortliche des NS-Staates trafen, um den begonnenen Holocaust an den Juden zu organisieren. Damit erreichte die planmäßige Ermordung des europäischen Judentums im Herrschaftsbereich der Nationalsozialisten ihre letzte Phase. Bereits zuvor waren Deportationen jüdischer Personen und Familien aus dem Deutschen Reich nach Osten durchgeführt worden, unter den Augen ihrer nichtjüdischen Nachbarn. Den Anfang machte eine Aktion am 12. und 13. Februar 1940 in Pommern. 1.200 Juden wurden aus allen Gegenden der Provinz in Stettin gesammelt und von dort in das „Generalgouvernement“ verbracht, zunächst in jüdische Ortschaften und Siedlungen im Gebiet Lublin. Bald darauf begann die industrielle Vernichtung.
Quelle: PEK (sk)

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