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Arbeitskreis "Kirche und Judentum des Pommerschen Kirchenkreises"

Gedenken an erste Juden-Deportation vor 76 Jahren

10.02.2016 ǀ Greifswald.  Der Arbeitskreis Kirche und Judentum des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises lädt am kommenden Freitag (12. Februar, 17 Uhr) zu einem Weg des Gedenkens entlang der Stolpersteine in der Greifswalder Innenstadt ein. Anlass ist der Jahrestag der Deportation pommerscher und Greifswalder Juden. Der Gedenkweg beginnt an der ersten Station in der Robert-Blum-Straße 11 vor dem früheren Wohnhaus der jüdischen Mitbürgerinnen Alice Weismann und Paula Sichel. Insgesamt wird während des Gedenkweges an vier Stationen durch das Vorlesen kurzer biografischer und meditativer Texte an die Opfer der Deportationen erinnert. Zum Abschluss findet um 18 Uhr im Dom St. Nikolai ein Orgelkonzert mit Landeskirchenmusikdirektor Prof. Frank Dittmer statt.

Überfallartige Verhaftungen im Morgengrauen

Am 12. und 13. Februar 1940 begannen die Deportationen deutscher Juden in Pommern in die polnischen Ghettos beziehungsweise in die Konzentrationslager Sobibor und Theresienstadt. „Dieser Vorgang fand aufgrund einer staatspolizeilichen Verfügung vom 12. Februar 1940 statt“, erklärt Hans-Jürgen Schumacher vom Arbeitskreis Kirche und Judentum des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises. Grundlage dafür seien die sogenannten Nürnberger Rassengesetze von 1935 gewesen. „Die Verhaftungen im Morgengrauen fanden überfallartig statt, nur das Notwendigste konnte eingepackt werden. Deportiert wurden 1.120 pommersche Juden aus dem Regierungsbezirk Stettin, davon vier Schwangere, die während der Deportation entbanden. Aus Greifswald wurden fünf jüdische Einwohner deportiert. Auf der Fahrt nach Schneidemühl in Hinterpommern gab es bereits die ersten Todesopfer“, so Hans-Jürgen Schumacher.
Quelle: PEK (sk)