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66. Jahrestag

Gedenken an DDR-Aufstand vom 17. Juni 1953

17.06.2019 ǀ Berlin.  Mehr als 50 Menschen sind beim Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 getötet worden. Am Montag wurde an die Opfer erinnert und die Verbindung zur friedlichen Revolution 36 Jahre später gezogen.

Zum 66. Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR ist am Montag in Berlin an die Opfer des 17. Juni 1953 erinnert worden. In der Hauptstadt wurden an mehreren Orten von Vertretern der Bundesregierung, des Senates, von Bezirken und Opferverbänden Kränze niedergelegt. Unter anderem fanden Veranstaltungen am Platz des Volksaufstandes von 1953 an der Leipziger Straße vor dem Bundesfinanzministerium und auf dem Friedhof Seestraße statt, wo mehrere Opfer des Aufstandes beerdigt sind. Dort befindet sich auch ein Mahnmal für die Opfer der Volkserhebung.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) betonte auf dem Friedhof, ohne den 17. Juni 1953 hätte es womöglich keinen 9. November 1989 und den Mauerfall gegeben. Dabei erinnerte er an die zahlreichen Todesopfer. Sie mahnten daran, Freiheit und Demokratie wertzuschätzen und zu verteidigen. Zugleich rief Seehofer dazu auf, den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die innere Einheit des Landes zu stärken und sich für gleichwertige Lebensverhältnisse in Ost und West einzusetzen. Weiter sprach er sich dafür aus, die Lage von SED-Opfern zu verbessern und bekräftigte den Willen der Bundesregierung, die SED-Unrechtsbereinigungsgesetze zu entfristen.

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) würdigte den Mut der Menschen beim damaligen Volksaufstand und erklärte, Freiheit sei keine Selbstverständlichkeit. Die am Volksaufstand beteiligten Menschen hätten sich gegen die Willkürherrschaft der SED gewendet und für eine bessere Gesellschaft eingesetzt. Mit Blick auf populistische Kräfte heute sagte Müller weiter, diese stünden für das Gegenteil dessen, für das sich die Menschen 1953 eingesetzt hätten, nämlich für Freiheit und Demokratie. Auch heute gehe es darum, gemeinsam für ein solidarisches Miteinander und für die Freiheit einzustehen, sagte Müller weiter. Zu der Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof Seestraße waren auch Zeitzeugen, Beteiligte an den Aufständen sowie Angehörige von Opfern eingeladen.

Bei dem Volksaufstand rund um den 17. Juni 1953 gingen nach Recherchen der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur rund eine Million Menschen in mehr als 700 Städten und Gemeinden der DDR auf die Straße. Gefordert wurden der Rücktritt der DDR-Regierung sowie freie und geheime Wahlen. Die Streiks und Demonstrationen wurden vom sowjetischen Militär niedergeschlagen. Schätzungen zufolge starben mehr als 50 Menschen, Hunderte wurden verletzt, bis zu 15.000 kamen in Haft.

Der Bundesvorsitzende der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG), Dieter Dombrowski, erinnerte im Vorfeld des Gedenktages daran, dass die Demokratie auch heute noch verteidigt werden müsse. "Es gibt Menschen die es für besser halten, Geschichte zu verschleiern, zu verharmlosen oder gar ganz zu vergessen", sagte er. Der 17. Juni 1953 stehe aber wie kaum ein anderes Datum für die Demokratie.
Quelle: epd

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