Gedenkveranstaltungen zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht
Greifswald (ig). Vor 70 Jahren brannten hierzulande die Synagogen – auch in zahlreichen pommerschen Städten. Manche ältere unter uns haben als Kind dies Geschehen am 9. und 10. November 1938 miterlebt. Es war der Beginn zur systematischen Vertreibung der deutsch-jüdischen Nachbarn.
Damals fiel der Protest der Christen aus, auch hier in Pommern. Nur hinter vorgehaltener Hand wurde der Pogrom in manchen Familien mit Mitgefühl kommentiert. 70 Jahre später werden erstmals die Glocken aller pommerschen evangelischen Kirchgemeinden läuten – zum Gedenken an die Schuld und das Unrecht, die damals geschahen.
In zahlreichen Orten Mecklenburg-Vorpommerns wird dieses Tages in besonderen Veranstaltungen gedacht.
Der Arbeitskreis Kirche und Judentum der Pommerschen Evangelischen Kirche lädt zu zwei Veranstaltungen in Greifswald ein: am Sonntag den 9. November findet um 12.00 Uhr an der Tafel zur Erinnerung an die Jüdische Gemeinde von Greifswald in der Mühlenstraße eine Gedenkveranstaltung statt. Und um 20 Uhr wird im CineStar der Film „Die Vergangenheit ist ein fremdes Land“ gezeigt. Dieser eindrückliche Streifen der Janusch-Kozminski Filmproduktion zeigt das jüdische Leben im heutigen Deutschland, im Deutschland des 21. Jahrhunderts. Für diesen Film wird ein Eintrittsgeld von 3.50 € erhoben.

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