[img] Rostock. Foto: Matthias Knüppel [img]
[img]
Start [img] Aktuell [img] Mecklenburg [img] Pommern [img] Beide Kirchen [img] Glauben [img] Marktplatz [img] Seelsorge [img] Jugend [img]
[img]
[img]
[img]
Seite drucken Seite als eMail senden
[img]
[img]
[img] Nachrichten
[img] Bildungsangebote
[img] Ereignisse
[img] Terminkalender ELLM
[img] Terminkalender PEK
[img]
[img] Chorfest DREIKLANG 2012
[img] Gründungsfest Nordkirche
[img] JAhr zur Taufe
[img] Kirchenmusik in M-V
[img] Landessynodenwahl
[img] Luther 2017
[img] Uckerlandkirchenblog
[img]

[img]
[img] Info&Service
[img] Adressen
[img] English Pages
[img] Impressum
[img] Nachrichten
[img] Neu in kirche-mv
[img] RSS Feed
[img] Übersicht










[img]
[img]
[img] [img]
[img]

US-Präsident: Politik braucht Werte des Glaubens - 60. Gebetsfrühstück in den USA mit Gästen aus 140 Staaten

 

Washington (idea). Für US-Präsident Barack Obama spielen Glaubenswerte nicht nur im privaten Leben, sondern auch in der Politik eine leitende Rolle. Dazu zählt er vor allem die Nächstenliebe, wie er beim Nationalen Gebetsfrühstück am 2. Februar in Washington betonte. Er rief die mehr als 3.000 Führungspersonen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Religion aus rund 140 Ländern dazu auf, sich dazu nicht nur mit Worten zu bekennen, sondern diese Werte auch zu leben. „Wir sind die Hüter unserer Brüder und Schwestern“, rief er den Teilnehmern zu. „Wir sollen Täter des Wortes und nicht Hörer allein sein.“ In den gegenwärtigen weltweiten Krisen sei dies besonders wichtig. Mit Blick auf von ihm angestrebte Änderungen des Steuerrechts und einen stärkere Belastung Gutverdienender zitierte der US-Präsident ebenfalls die Bibel: „Wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel gefordert werden.“ Obama bekannte, jeden Morgen in der Bibel zu lesen und zu beten. Gerade vor schwierigen Entscheidungen helfe ihm das, den Blick für das Wesentliche zu behalten. Sein Glaube helfe ihm, auch nach Rückschlägen weiterzumachen. Auf den aktuellen Wahlkampf ging der US-Präsident nicht ein. Anwesend waren unter anderem auch Obamas Ehefrau Michelle, Vizepräsident Joe Biden und der früheren Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi.

 

Eric Metaxas: Glaube ist etwas anderes als Religiosität

Der Bestsellerautor Eric Metaxas (New York) unterstrich den Unterschied zwischen Religiosität und wahrem Glauben. Nur Bibelsprüche zu zitieren, diese aber nicht zu leben, sei geradezu dämonisch, betonte Metaxas und erinnerte an die Episode, in der der Satan Jesus in der Wüste versucht, indem er ihm ebenfalls Zitate vorhält. Dem Glauben gehe es nicht um Moral, sondern darum, den Willen Jesu zu tun. Als Vorbilder für einen solchen „wahren Glauben“ nannte er William Wilberforce (1759-1833), der sich für die Abschaffung der Sklaverei in Großbritannien einsetzte, und den deutschen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), der sich für die Juden engagierte und dafür von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde. Sowohl über Wilberforce als auch über Bonhoeffer hat Metaxas Biografien verfasst; beide standen wochenlang auf den Bestsellerlisten der „New York Times“. Wilberforce und Bonhoeffer hätten gehandelt nachdem ihnen Jesus begegnet sei, sagte Metaxas. Allerdings gehöre Jesus nicht den Christen allein; vielmehr sei er für alle Menschen da. Wilberforce und Bonhoeffer seien bis heute Vorbilder: „Jesus ist ein Feind toter Religiosität.“ Auch heute gebe es Gruppen, die kaum eine Stimme hätten. Als ein Beispiel nannte Metaxas ungeborene Kinder. Der Buchautor rief dazu auf, Andersdenkenden mit Achtung und Respekt zu begegnen. Er erlebe es häufiger, dass man angefeindet werde, wenn man gegen Abtreibung oder für eine biblische Sicht auf die Partnerschaft eintrete. „Dennoch sollten wir auch diesen Menschen, die uns kritisieren, mit Respekt und der Liebe Jesu begegnen.“

 

Bundestagsabgeordneter: „Großartige Atmosphäre“

Das Nationale Gebetsfrühstück fand zum 60. Mal statt. Dabei wirkt jeweils der amtierende US-Präsident mit. Zur deutschen Delegation beim diesjährigen Gebetsfrühstück gehörten die Bundestagsabgeordneten Volkmar Klein (CDU), Patrick Meinhardt (FDP) und Raju Sharma (Linke). Außerdem waren der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der Vizepräsident des niedersächsischen Landtags, Hans-Werner Schwarz (FDP), der bayerische Landtagsabgeordnete Florian Herrmann (CSU) und der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Werner Raab (CDU) dabei. Ebenfalls mit der deutschen Delegation nach Washington gereist war der Bevollmächtigte des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union, Prälat Bernhard Felmberg (Berlin). In einer ersten Reaktion erklärte der Bundestagsabgeordnete Klein: „Gott danken und selbst helfen, nach Jesu Vorbild Brücken zu bauen zwischen Menschen – das ist die großartigen Atmosphäre des National Prayer Breakfast.“ Der religionspolitische Sprecher der Linkspartei, Raju Sharma (Hamburg), sagte, Metaxas habe auf unterhaltsame Art und Weise deutlich gemacht, „dass ein tiefer Glaube keinen institutionellen Rahmen braucht“.

 

FDP-Abgeordneter: Das Gebet ist die stärkste politische Kraft

Der Sprecher der „Christen in der FDP-Bundestagsfraktion“, Patrick Meinhardt, begrüßte, dass beim Jubiläums-Gebetsfrühstück der Theologe Bonhoeffer im Zentrum stand: „Denn er ist wirklich ein theologisches Vorbild.“ Das habe auch „viele amerikanische Freunde“ neugierig gemacht. Darüber hinaus hat Meinhardt nach eigenen Worten neu gespürt, „dass das Gebet eine der stärksten politischen Kräfte ist, die wir in dieser Welt haben“. In über 180 Parlamenten der Welt kämen Abgeordnete regelmäßig zusammen, um gemeinsam im Gebet den bestmöglichen Weg für ihr Wirken zu finden. Wie Meinhardt weiter sagte, wolle er als Abgeordneter durch das Gebet getragen werden und mit anderen über Parteigrenzen hinweg beten: „Dazu wurde man hier ermutigt.“

 

Kritik von Occupy-Bewegung

Kritik am Nationalen Gebetsfrühstück übten etwa zehn friedliche Demonstranten der kapitalismus-kritischen Occupy-Bewegung vor dem Veranstaltungsort in Washington. Sie beklagen unter anderem, dass die Teilnehmer nur das „eine Prozent“ der Reichen und Wohlhabenden repräsentierten, aber nicht die 99 Prozent Armen und Benachteiligten.

 

Deutschland: Gebetsfrühstücke in neun Bundesländern

Regelmäßig treffen sich in Washington Parlamentarier zu Frühstück, Bibellesungen und Gebet. Diese Idee wurde mittlerweile in mehr als 180 Staaten aufgegriffen. Auch im Deutschen Bundestag gibt es ein überfraktionelles Gebetstreffen, zu dem sich während der Sitzungswochen jeden Freitag bis zu 40 Parlamentarier versammeln. Es wird von den Abgeordneten Anette Hübinger (CDU), Dietmar Nietan (SPD) und Patrick Meinhardt (FDP) geleitet. Der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete Rudolf Decker (Böblingen) hatte die Gebetsfrühstücke 1979 zusammen mit dem Verleger Friedrich Hänssler in Deutschland eingeführt. Mittlerweile kommen auch in den Landtagen von Hamburg, Schleswig-Holstein, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt regelmäßig Parlamentarier zu Gebet, Bibellese und Gedankenaustausch zusammen.

 

(03.02.2012) Quelle: idea

 


[img]