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Heiner Möhring (Vizepäses der Synode Mecklenburgs, Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit (Bischof der pommerschen Kirche), Norbert Radzanowski (Pressesprecher Nordelbien), Bärbel Wartenberg-Potter (Bischöfin Lübeck und Vorsitzende der Steuerungsgruppe); Dr. Michael Ahme (Geschäftsführer der Arbeitsstelle Nordkirche)

Entwurf des Fusionsvertrages in Lübeck vorgestellt

 

Lübeck (rn). Am Freitagvormittag wurde in Lübeck der Entwurf des Fusionsvertrages zwischen der mecklenburgischen, der nordelbischen und der pommerschen Kirche vorgestellt. Die Vorsitzende der Steuerungsgruppe Nordkirche, die Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter, sagte bei der Vorstellung, daß „die Stärke der Einzelnen zur Stärke aller“ werde. Der Fusionsvertrag, eine Machbarkeitsstudie und eine Kurzfassung sind im Download zu erhalten: Pressemitteilung und Fusionsvertrag und Machbarkeitsstudie

 

Stellungnahmen aus den Landeskirchen:

 

Mecklenburg: Stellungnahme Synoden-Vizepräses Möhring

Der heute vorliegende Vertragsentwurf ist das vorläufige Ergebnis intensiver Verhandlungen zwischen drei Partnern, die aus unterschiedlichen Traditionen und gesellschaftlichen Gegebenheiten zusammengekommen sind. Eine wichtige Voraussetzung war für uns, dass die Gespräche in paritätisch besetzten Gruppen geführt wurden, was bei der sehr unterschiedlichen Größe der einzelnen Landeskirchen keine Selbstverständlichkeit war. Schwerpunkte in den Verhandlungen waren für die Mecklenburgische Landeskirche u. a.

- die Gemeinschaft der Dienste im Verkündigungsdienst,

- die Stellenbesetzung nach entsprechenden Kriterien und die dazugehörige Finanzierung der Stellen,

- ein zukünftiges einheitliches Besoldungs- und Vergütungsniveau in einer Höhe, die von der zukünftigen Landeskirche gemeinsam getragen werden kann,

- Regelungen, die unsere Vertragstreue gegenüber dem Land Mecklenburg-Vorpommern (Güstrower Vertag) garantieren.

 

Natürlich gingen nicht alle Hoffnungen und Wünsche in Erfüllung.

So wäre auch Schwerin ein guter Standort für das Kirchenamt und den Sitz des Landesbischofs gewesen. Aber hier – und genauso auch bei der Entscheidung über den Sitz des Bischofs im Sprengel – waren Kompromisse gegenüber den anderen Partnern erforderlich.

 

Die getroffene Entscheidung, den Vertrag erst im Frühjahr 2009 zur Beschlussfassung vorzulegen, gibt den Landeskirchen die Möglichkeit, den Entwurf in den Synoden und anderen Gremien ausführlich zu beraten. Außerdem können in der Zwischenzeit noch offene Punkte weiter bearbeitet werden.

 

Nordelbien: Stellungnahme Bischöfin Wartenberg-Potter

In der erstaunlich kurzen Zeit von eineinhalb Jahren haben die drei Kirchenleitungen von Mecklenburg, Nordelbien und Pommern gemäß des Auftrages der jeweiligen Synode (mit mehr als 2/3 Mehrheiten) einen Fusionsvertrag für die Errichtung einer neuen gemeinsamen Kirche im Norden vorgelegt. Darin zeigt sich eine entschlossene Kraft, die Kirche im Norden zu schaffen. Ein Weg ist aufgezeigt, über den die Synoden beraten und entscheiden können. Durch eine Zeitschleife bis zur Beschlussfassung im Frühjahr 2009 soll die Teilnahme der breiteren kirchlichen Öffentlichkeit gewährleistet werden.

Die Zielstrebigkeit und der hohe Einsatz aller Beteiligten ist nicht hoch genug zu würdigen. Weitreichende Eckpunkte für die Gestaltung der neuen Kirche sind erarbeitet worden.

 

Die Kirchen knüpfen bewusst an die Erfahrungen und die Stärke der Kirchen während der unblutigen Revolution von 1989 an, die vom Geist der Gewaltlosigkeit des Evangeliums geprägt waren und eine unglaubliche, aber greifbare Geschichtswirkung entfaltet haben. Auch Nordelbien selbst ist 1977 aus einer mutigen Fusion von 5 Kirchen entstanden.

 

Diese Fusion ist für den deutschen Protestantismus in den Grenzen der EKD ein hoch innovatives Projekt, es überwindet nicht nur binnenkirchliche Grenzen, sondern auch die zwischen Ost und West. Es ist ein Zukunftsmodell: Mit dem Teilen von Resourcen und dem paritätischen Entscheidungsprozess während der Verhandlungen ist ein konstruktiver Lösungsweg beschritten worden. Die Stärke des Einen kann zur Stärke der Vielen werden. Und damit den biblischen Satz bewahrheiten: Einer trage des anderen Last.

 

Pommern: Stellungnahme Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit

Es war eine große Kraftanstrengung, diesen umfangreichen Vertrag mit den Anlagen in so kurzer Zeit fertigzustellen, da die Landessynoden uns ja einen engen Zeitplan vorgegeben hatten. Trotz der schwierigen Materie waren es ausgesprochen konstruktive Verhandlungen und das sind gute Aussichten für die Erarbeitung der gemeinsamen Verfassung.

 

Mit dem Vorschlag des Bischofssitzes in Greifswald für den Bischof im Sprengel Mecklenburg-Vorpommern haben wir einen wichtigen Auftrag unserer Landessynode in den Vertragsentwurf aufnehmen können und damit eine Weiterführung pommerscher Tradition eingebracht. Darüber freuen wir uns.

 

Nun haben die Synoden das Wort.

 

(11.7.2008)


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