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Bischof Abromeit bei seiner Einbringungsrede zum Fusionsgrundsatzpapier
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Pommersche Synode beriet kontrovers über Kirchenfusion
Züssow (ran). Die Pommersche Landessynode diskutierte am Sonnabend kontrovers über das Grundsatzpapier, das gemeinsam von der Pommerschen und der Mecklenburgischen Kirchenleitung erarbeitet wurde.
Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit erläuterte das Grundsatzpapier und erinnerte an die Geschichte der Verhandlungen mit der mecklenburgischen Nachbarkirche. Grundlage sei ein EKD-Gutachten vom Frühjahr 2003 gewesen, daß den Zusammenschluß mit einer Nachbarkirche vorschlug. Hintergrund des Vorschlags war die Frage, „wann ist eine Landeskirche so klein, daß sie den von ihr geforderten Aufgaben nicht mehr gerecht werden kann“ formulierte Abromeit. Dies sei aber ein Problem aller kleinen Landeskirchen. „Eigentlich kann eine Landeskirche mit 100 bis 200.000 Gemeindegliedern auf Dauer nicht existieren,“ sagte er weiter.
Am Ende seiner Einbringungsrede sagte Abromeit, „in der Zusammenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs (ELLM) sind die Synergien höher als mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Es ist die Fortsetzung des seit zehn Jahren eingeschlagenen Weges. Landeskirchen sind eine Hilfe zur Verkündigung des Evangeliums. Mehr nicht. Das kann auch in einer gemeinsamen Landeskirche geschehen.“
Daraufhin sei die Arbeitsgruppe gemeinsame Kirchengestalt geschaffen worden, die zwei Jahre ohne befriedigendes Ergebnis verhandelt habe. Dann habe die Herbstsynode 2005 sich recht einmütig entschieden, auf eine gemeinsame Kirche in Mecklenburg-Vorpommern zuzugehen. Die Synode beauftragte die Kirchenleitung, nun Verhandlungen mit der mecklenburgischen Kirchenleitung aufzunehmen. Nach zwei Sitzungen haben die beiden Kirchenleitungen den an diesem Wochenende in Pommern und am kommenden Wochenende in Mecklenburg tagenden Landessynoden ein dreiseitiges Grundsatzpapier vorgelegt.
In der auf diese Einbringung folgenden Aussprache brachte der Synodale von Woedtke einen Brief des Archivares und ehemaligen pommerschen Vizepräses Joachim Wächter ein, der schrieb: „Eine Fusion würde das Ende unserer pommerschen Kirche nach 470 Jahren bedeuten“ und eine“ er schlug statt einer Fusion eine "geschwisterliche, gleichberechtigte Zusammenarbeit“ vor.
Der Vorsitzende des landeskirchlichen Finanzausschusses, der Beggerower Pfarrer Ralf Ott, hielt das Papier für „noch nicht ausgegoren“. Er monierte, daß Kirchenkreise und Kirchengemeinden in das Verfahren noch nicht einbezogen worden seien. Außerdem wies er darauf hin, daß lanfriststig eine Fusion mit Mecklenburg nicht ausreichen würde. Ott beantragte, eine Fusion mit der EKBO ebenfalls zu prüfen, da sie innerhalb kurzer Zeit möglich sei.
Dem widersprach der Greifswalder Systematiker Prof. Bernd Hildebrand, der vor einer „Dauerreflektion“ warnte: „Wie oft soll das denn von vorn beginnen?" fragte er und erinnerte an den Grundsatzbeschluß einer Fusion mit Mecklenburg. Er schätze den Archivar Wächter, aber seine Behauptung vom Ende der Pommerschen Kirche könne er nicht zustimmen. Menschen lebten in geschichtlichen Räumen und wenn diese Räume sich verändern, müsse man auch die Strukturen ändern. Diese seien nicht heilig.
Der Synodale Dr. Freitag stimmte ihm zu und meinte, man gebe jetzt nur den Rahmen vor. Ein Verfassungsausschuß müsse Ergebnisse vorlegen und dann könne man entscheiden und auch über Alternativen nachdenken. Man könne aber nicht „die ausgestreckte Hand Mecklenburgs zurückweisen und mal alternativ mit Berlin-Brandenburg spielen.“
Der Synodale Dr. Thomas von Woedtke sagte, daß man Beschlüsse gefaßt habe, ohne zu wissen, was es bedeutet, das Recht der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche zu übernehmen.
OKR Hans-Martin Moderow wies darauf hin, daß die Gemeinden doch schon längst die Möglichkeit gehabt hätten, sich kennenzulernen und der Greifswalder Superintendent Ulrich Tetzlaff meinte, daß die Gemeinden seit drei Jahren doch nicht so unmündig seien und keine synodale Erlaubnis bräuchten, sich zu besuchen.
Der künftige Demminer Superintendent Ulrich Gienke forderte, daß nicht nur ein Bischof geplant werden solle, sondern „wir brauchen auch einen Repräsentanten auf unserer Seite.“
Die Rüganer Synodale Eggers fand, daß ein „Angstfaktor“ in der Debatte auszumachen sei. Sie griff andere Voten auf und sagte, daß Strukturen helfen sollten, den Glauben zu verbreiten und „ich sehe keine Gründe, warum etwas Neues etwas Negatives sein muß.“
Der mecklenburgische Gast, der bisherige Synodalpräses Heiner Möhring meinte in seinem Grußwort, daß der Ausdruck der „feindlichen Übernahme“, der in der Debatte gefallen sei nicht zutreffend sei. „Gehen Sie davon aus, daß wir etwas Neues schaffen wollen. Wir sind in vielen Stellen nicht soweit voneinander entfernt, wie es oft den Schein hat“ sagte er in seinem Grußwort den pommerschen Synodalen.
Die Landessynode wird am Sonntag einen Beschluß über das Grundsatzpapier fassen. (25.3.2006)
Synodenberichterstattung

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