Mecklenburgische Synode: Eindeutiges Votum für Fusion mit Pommerscher Kirche
Plau am See (ran). Das war eindeutig: Mit nur einer Gegenstimme bei zwei Enthaltungen beschloß die Mecklenburgische Landessynode am Freitagabend das von den Kirchenleitungen Mecklenburgs und Pommerns vorgelegte Grundsatzpapier zur Fusion der beiden Nachbarkirchen.
Landesbischof Hermann Beste hatte den Synodalen zu Beginn der Debatte den Weg der beiden Landeskirchen in den Gesprächen nachgezeichnet. Er erinnerte an die gemeinsame durch Verträge geregelte Zusammenarbeit. Dazu gehören das gemeinsame Frauenwerk, die Akademie, die Kirchenzeitung, den Regierungsbeauftragten und das Predigerseminar in Ludwigslust. Daneben gebe es weitere Zusammenarbeit, etwa beim Rostocker Weidendom, den Chortreffen, dem Kirchentag, dem MV-Tag oder dem Landeserntedankfest und dem Treffen mit der Landesregierung.
Vor zwei Jahren habe dann Pommern die Initiative mit dem Ziel einer gemeinsamen Kirche gestartet. Die dann gegründete Arbeitsgruppe „Gemeinsame Kirchengestalt“ habe aber nach zwei Jahren keine befriedigende Ergebnisse erarbeitet. Daraufhin habe die Pommersche Synode im Herbst 2005 die Initiative wieder an sich gezogen und die Kirchenleitungen gebeten, in Verhandlungen zu einer Föderation mit späterer Fusion beauftragt. Die mecklenburgische Landessynode habe dann auf ihrer Herbstsynode für eine direkte Fusion ohne Zwischenschritt votiert. Die beiden Kirchenleitungen haben dann ein Papier aus dem Schweriner Oberkirchenrat bearbeitet und in zwei Sitzungen das jetzt den Landessynoden vorgelegte Grundsatzpapier „Prinzipien und Ziele einer gemeinsamen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Mecklenburg und Vorpommern“ erstellt.
Im Plenumsgespräch begrüßte Dr. Stefan Mahlburg zwar die Vorlage als „erfreulichen Schritt aufeinander zu,“ aber sie enthalte keine Begründungen und es sei nicht gut, „schon Pflöcke einzurammen, bevor eine Debatte begonnen hat“ und er forderte eine Einbeziehung der Synode.
Der Direktor der Evangelischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern, Klaus-Dieter Kaiser meinte, daß „nicht alles so realisiert werden kann, sondern daß Spielräume“ vorgelegt würden. Er schlug vor, eine Rahmenvereinbarung auf einer gemeinsamen Synode zu diskutieren.
Der neue Synodalpräses Hans-Joachim Seel hatte rechtliche Bedenken, denn wie könnten Teilhaushalte ohne Einnahmebereiche gestaltet werden? „Wenn eine gemeinsame Kirchengestalt, dann eine richtige Einheit. Wir tragen die Lasten und Freuden zusammen ohne all dieses Gedöns.“
Der Hagenower Pastor Marcus Antonioli freute sich über das Papier: „Die Richtung stimmt“ und er meinte, daß es den Pommern Ängste nehme. „Ich weiß nicht, wie wir darüber diskutieren würden mit einem Partner, der uns alleine überstimmen kann.“
Der Laager Synodale Frank Klaus faßte die Voten von mehreren zusammen, denn er deutete das Papier als Prinzipien und Ziele für den Prozeß für die gemeinsame Kirche.
Der Pommersche Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit erläuterte in seinem Grußwort die pommersche Diskussion. Es sei für die Pommersche Synode am vergangenen Wochenende nicht einfach gewesen, im Zuge der Fusion der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche beitreten zu wollen. Schließlich sei man ja durch die Geschichte zu Preußen und zur Union gehörig gewesen. Zudem sei der Schmerz zu spüren, daß die Pommersche Kirche der letzte Ausdruck dessen sei, was einmal Pommern gewesen ist.
Landesbischof Beste sagte vor der Abstimmung, daß sic für die Kirchgemeinden bei einer Fusion auf den ersten Blick gar nicht soviel ändern würde. Wichtig sei eine Einbeziehung der Synode und eine transparente Öffentlichkeitsarbeit. Er bat die Synode um ein positives Votum für die weiteren Verhandlungen.
Die Pommersche Landessynode hatte am vergangenen Sonntag dem Fusionsvorschlag mit breiter Mehrheit bei 12 Gegenstimmen zugestimmt.
Die mecklenburgische Synode will nach der Zustimmung zur Vorlage am Sonntag, ähnlich wie die Pommerschen Synodalen, noch Gesichtspunkte für die weiteren Verhandlungen erarbeiten. (1.4.2006)
Wortlaut der Beschlüsse im Download:
Fusionsbeschluß Mecklenburg-Pommern, 52 KB
Fusionsbeschluß Mecklenburg-Pommern (Prinzipien und Ziele) 96 KB
Fusionsbeschluß Mecklenburg-Pommern (Zusatz) 52 KB

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