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Wolfgang Kroeber und das Plenum. Fotos: Neumann


Kai Kulschewski


Bettina von Wahl und Evelore Harloff


Fundraising für Einsteiger


Podiumsgespräch und Rollenspiel


Rollenspiel: Der Jugendliche Andreas

2. Fundraisingtag: Von der Idee reden, die begeistert

 

Züssow (rn). „Ich rate Ihnen: gehen Sie vom Geldthema weg und gehen Sie zur Idee um die es Ihnen geht,“ sagte Paul Dalby auf dem 2. Fundraisingtag der evangelischen Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern. Auf Seminaren, Vorträgen und einem Rollenspiel mit Podiumsdiskussion wurden am Sonnabend in Züssow grundlegende Informationen und Weiterbildungsanregungen zum Thema Fundraising in der Kirche gegeben. Höhepunkt war die Verleihung des ersten Fundraisingpreises durch den mecklenburgischen Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn. Der pommersche Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit hatte mit einer Andacht den 2. Fundraisingtag eröffnet.

 

In seinem Einleitungsbeitrag fragte Lothar Schulz von der Fundraisingakademie gewohnte Verhaltensweisen an: „Wir sollten aufhören, so zu tun, als ob wir das Geld nicht brauchen und es nur mit Handschuhen anfassen. Wir brauchen in der Kirche eine neue Kultur des Gebens – und das ist eine geistliche Frage,“ sagte er und fügte kritisch hinzu: „Wir reden über Geld anstatt über unsere Vision wofür wir es brauchen.“

 

Dazu empfahl er das „Marketingkonzept des Paulus“ nach 2. Kor. 9. Auf den Satz des Paulus „Wer da kärglich sät, wird auch kärglich ernten“ hin fragte er nach dem Fundraisingetat von Landeskirche und Gemeinde. Weiter habe Paulus gesagt, daß man geben solle, wie man es sich im Herzen vorgenommen habe und Schulz fuhr fort: „Wir müssen die Herzen der Menschen erreichen, denn was das Herz nicht will, geht in den Kopf nicht hinein.“ Er forderte zudem, über den Haushalt von Gemeinden und Kirche öffentlich Rechenschaft abzugeben.

 

Paul Dalby, Fundraiser der hannoverschen Landeskirche, gab ein zweiteiliges Einsteigerseminar in das Fundraising. Er betonte, daß das Thema Kommunikation sei und nicht kurzfristiges Spendensammeln. Fundraising sei ein Thema von Kommunikation und Beziehung, das auf Jahre hinaus angelegt sei. Er griff ein Wortspiel von Lothar Schulz auf, der das „d“ im Wort Fundraising eingeklammert habe: fun rising: also Freude soll steigen, daher solle Fundraising auch Spaß machen und Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten und Gaben zusammenbringen.

 

Der Fundraiser Kai Kulschewski gab konkrete Hilfen für einen Kirchgeld- oder auch einen Spendenbrief. „Die erste große Hürde, die ein Spendenbrief nehmen muß ist der Papierkorb,“ sagte er. Also schon der äußere Eindruck sei wichtig und nach dem Öffnen entscheiden die ersten zwei Zeilen, ob weitergelesen werde. Der Brief sollte ein konkretes Datum tragen und nicht „Im März“ und natürlich die eigenhändige Unterschrift. Auch dies bedeute Kontakt, Beziehung und Ernstnehmen. Natürlich sollten die Spendenbescheinigungen sofort erfolgen – wenn möglich „noch bevor die Sonne untergeht!“

 

Jutta Fugmann-Gutzeit von Diakonischen Werk Hamburg gab einer großen Gruppe einen Überblick über Konzept und Planung von Projekten. „Fundraising ist, den Kopf aufzumachen um dann zu sehen, wo sind Möglichkeiten für mich.“

 

Dr. Dariush Ghobad führte in den Bereich der Sponsorensuche ein und sagte nüchtern „Sponsoring ist ein Geschäft, eine Zusammenarbeit. Und das Sahnehäubchen ist, wenn das Geben auch der eigene Wunsch des Sponsors ist.“

 

Der pommersche Kirchenbaurat Jan Simonsen ließ in seinem Workshop ein Projekt mit vielen Förderern im Gespräch ausarbeiten, denn die Gemeinde habe nur 50.000 Euro Eigenmittel. Er stellte fest, daß der Koordinationsaufwand der verschiedenen Fördermöglichkeiten zunehme, „denn es wird immer seltener, daß ein Bauprojekt in einem Rutsch verwirklicht werden kann.“ Im Verlauf des Workshops zeigte er auf, wo die für das fiktive Projekt benötigte Summe von 300.000 Euro vielleicht kommen könnte.

 

Im abschließenden Podiumsgespräch hatte sich der Moderator, Dr. Matthias Bernstorf von der NDR-Radiokirche in Schwerin, einen besonderen Start ausgedacht. Es wurde eine Gemeindekirchenratssitzung gespielt, wobei der mecklenburgische Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn im Hansa-Rostock-T-shirt den Jugendlichen Andreas darstellte, der das nicht mehr benutzte Pfarrhaus als Jugendhaus haben wollte. Es war eine lebendige Diskussion in die Bernstorf bei vielen Fragen auch das Publikum über manche Fragen abstimmen ließ.

 

Es war ein Tag mit sehr vielen Anregungen und praktischen Möglichkeiten und der Tagungsort in Züssow hätte mehr als die 90 Anwesenden aufnehmen können. Diejenigen, die gekommen waren, nahmen viele auch schnell verwendbare Ideen mit, die man allen Gemeinden und Einrichtungen nur wünschen kann. (15.3.2009)

 

Siehe auch: Preise und Bilder und Texte im Download


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