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Fünf Jahre Familienhilfsangebot "wellcome“ in Rostock

Junge Eltern werden stundenweise von Helferinnen entlastet

Vera Weiß (l.), Renate Schipplick (2.v.r.) und Lucia Emons (r.) bedanken sich bei den wellcome-Helferinnen.
17.01.2020 ǀ Rostock.  Die ersten Monate nach der Geburt können für junge Familien trotz aller Freude über den ersehnten Nachwuchs ganz schön stressig und chaotisch werden. Das Baby schreit, das Geschwisterkind fühlt sich vernachlässigt und der besorgte Vater hat keinen Urlaub mehr. In Rostock biete „wellcome“ in solchen Situationen eine Hilfe. Am heutigen Freitag wurde das fünfjährige Jubiläum des Projektes gefeiert – mit einer Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Selbst die Mütter, die sich sehr gut vorbereitet haben, kommen schnell an ihre Grenzen, wenn sie keine familiäre Unterstützung haben. Hier setzt „wellcome“ an: „Wir kümmern uns um die Babys, damit die Mütter einmal Luft holen können", sagt Vera Weiß, die im Zentrum Kirchlicher Dienste Mecklenburg für das Projekt der Erwachsenenbildung zuständig ist. Seit Januar 2015 können Hilfesuchende bei uns anrufen und bekommen Unterstützung. „Wie ein Engel kommt eine ehrenamtliche Mitarbeiterin zur Familie. Wellcome unterstützt so, wie es sonst Großeltern, Nachbarn oder Freunde tun.“ Das Angebot sei aber nicht kostenfrei. „Die Stunde kostet 5 Euro. Eine individuelle Ermäßigung ist jederzeit möglich.“ Denn, so die Koordinatorin des Rostocker Projektes, „am Geld soll und darf die Hilfe nicht scheitern“.

Hilfe und Betreuung durch „wellcome“ erhalten Familien, die unter besonderen Belastungen leiden, die keine bezahlte Hilfe von Pflegediensten haben und auch keine Hilfe von Freunden und Familien. Jede Familie mit einem Kind im ersten Lebensjahr kann unter diesen Bedingungen Hilfe anfordern – „ganz unbürokratisch per Telefon, E-Mail oder per Post. Niemand muss schriftliche Nachweise einreichen“, erläutert Vera Weiß.

Hilfe bietet eine kleine Auszeit für Eltern

Die Hilfe dauert meist zwischen sechs Wochen oder auch mehrere Monate. Während dieser Zeit kommt wellcome-Ehrenamtliche etwa zweimal pro Woche für zwei bis drei Stunden. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen betreuen das Baby, spielen mit dem Geschwisterkind, begleiten die Zwillingsmutter zum Arzt oder hören den Müttern einfach nur zu. Auch bei den Partnern und den manchmal eifersüchtigen Geschwisterkindern ist der Engel willkommen.

In den vergangenen fünf Jahren wurden 67 Familien von Rostock aus betreut. Das sind 1574 Stunden wertvolle Unterstützung im Alltag“, rechnen Koordinatorin Vera Weiß und wellcome-Leiterin Renate Schipplick vor. Ihre Stütze sind die Ehrenamtlichen, die das Projekt engagiert tragen. „Seit unserer Gründung in der Hansestadt waren 20 Ehrenamtlich tätig, denen wir von Herzen danken möchten“, so Vera Weiß und Renate Schipplick bei der Jubiläumsfeier im Zentrum Kirchlicher Dienste. „Unsere ,wellcome-Engel‘ können die Familien schnell und konkret helfen. Sie sorgen dafür, dass aus kleinen Krisen keine großen werden, denn häufig kommt es gar nicht erst zu größeren Problemen, wenn Eltern frühzeitig entlastet werden.“

Helfer fühlen sich persönlich bereichert

Bei einer Befragung zeigte sich, dass für die Helfer sich um andere zu sorgen und sich zu engagieren sowie die Sorge um das Wohlergehen der Familien die Hauptmotivationen seien. Zugleich fühlen sich die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in ihrer Arbeit in den Familien anerkannt und persönlich bereichert.

Das fünfjährige Jubiläum wurde heute mit einem Empfang im Zentrum Kirchlicher Dienste Mecklenburg in Rostock begangen. Ein Grußwort hielt Dr. Kerstin Hagen, Oberärztin im Klinikum Südstadt, die das Projekt in einer der größten Geburtsstationen Deutschlands vor Ort unterstützt. Weitere Großworte hielten Ilona Symanzik von der Rostocker Stadtmission und Lucia Emons von der "wellcome gGmbH". Neben dem Danksagen war Gelegenheit sich auszutauschen und das Projekt vorzustellen: für Hilfesuchende und Menschen, die sich als ,wellcome-Engel‘ engagieren möchten.
Quelle: ELKM (cme/dav)

Der Empfang in Bildern
Zum Vergrößern und lesen der Bildunterschriften bitte auf die Fotos klicken
(© kirche-mv.de/D. Vogel)


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