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Friedensgottesdienst

Kriegsende vor 70 Jahren: Gemeinsames Gedenken in Kirchdorf

24.04.2015 ǀ Kirchdorf/Horst.  Zu einem Friedensgottesdienst anlässlich des Kriegsendes vor 70 Jahren laden die Kirchengemeinden im Gemeindeverband Sundhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) am kommenden Sonntag (26. April, 10 Uhr) nach Kirchdorf ein.

Der gemeinsame Gottesdienst wird von den Chören der Kirchengemeinden mitgestaltet. In den anderen Kirchen von Sundhagen findet an diesem Sonntag kein weiterer Gottesdienst statt. Während des Gottesdienstes wird auch das Gedenken an 23 Jungen wachgehalten, die vor siebzig Jahren durch die Explosion einer Panzerfaust getötet wurden. Die 14- bis 18-Jährigen wurden damals in einem militärischen Ausbildungslager im Wald bei Jeeser auf die Verteidigung der Stadt Greifswald vorbereitet.

Gedenktafel erinnert an sinnlosen Tod

Am Nachmittag des 26. Aprils 1945 sollten diese Jungen nach Hanshagen verlegt werden, um die heranrückende Rote Armee vor den Toren der Stadt aufzuhalten. Die dafür eingesetzten Fuhrwerke der umliegenden Bauernhöfe brachten nun die Leichen der Jungen in die Kirchdorfer Kirche. Am 28. April erfolgte die Beisetzung auf dem Friedhof an der Kirche in einem Massengrab. Zwei Tage später wurde Greifswald kampflos übergegeben. Vor zwanzig Jahren haben Reinberger Konfirmanden zusammen mit ihrem damaligen Pastor Harald Apel das Geschehen aufgearbeitet. Am 26. April 1995 wurde auf dem Kirchdorfer Friedhof eine Gedenktafel eingeweiht, die an den sinnlosen Tod der 23 Jugendlichen erinnert.

„Die Brücke“ enthüllt Missbrauch jugendlicher Unbefangenheit

Am Abend vor dem Friedensgottesdienst, am kommenden Sonnabend, 25. April, wird um 20 Uhr beim Kirchenkino im Pfarrhaus in Horst der Antikriegsfilm „Die Brücke“ gezeigt. In dem Film von Bernhard Wicki aus dem Jahr 1959 sind es Gymnasiasten im Alter der 23 Jungen, die in den letzten Tagen des Krieges eine Brücke verteidigen sollen. Der Film „enthüllt im Missbrauch jugendlicher Unbefangenheit und Ideale zugleich den schlimmen Aberwitz des Krieges. Das bedeutende Thema fand eine erschütternde und zugleich sachliche Gestaltung“, heißt es über „Die Brücke“ im „Lexikon des internationalen Films“. Im Abspann des Films ist zu lesen: „Dies geschah am 27. April 1945. Es war so unbedeutend, dass es in keinem Heeresbericht erwähnt wurde.“ Der Eintritt zu der Filmvorführung ist frei.
Quelle: PEK (sk)