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Texte des Tages: 

Evangelische Frauenarbeit – lebendig wie vor 100 Jahren
Güstrow (rn). „Frauenarbeit hält jung“, so sagte es die Oberin der Schwesternschaft der Frauenhilfe, Petra Zulauf, beim Fest zum 100jährigen Bestehen evangelischer Frauenarbeit in Mecklenburg Vorpommern am Sonnabend in Güstrow. 120 Frauen und auch einige Männer waren zum Jubiläum unter dem Thema „Gott ist mit dir im Wandel“ ins Bürgerhaus in Güstrow gekommen, das mit einem Gottesdienst im Güstrower Dom endete.
Jung waren die Teilnehmerinnen – sei es an Lebensjahren, wie Frauke Tonndorf, die mit 13 Jahren erstmals an einer Frauenwerksveranstaltung teilnahm und sich später taufen ließ – und jung in ihrer Lebenshaltung war Marianne Krutzke mit ihren 93 Jahren, die bei den Berichten von Zeitzeuginnen aus der Frauenarbeit aus vergangenen Jahrzehnten berichtete.
Sylvia Giesecke, Vorsitzende des Kuratoriums des Evangelischen Frauenwerkes Mecklenburg-Vorpommern wünschte zum 100jährigen: „in jedem Falle eine stabile Gesundheit, einen stabilen Lebensrahmen, ein stabiles Einkommen und daß ihr Kräfte nicht nachlassen mögen.“
Die Leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland, Dagmar Althausen nahm in ihrer Bibelarbeit über Maria Magdalena, die Begleiterin Jesu im Leben, im Tod und in der Auferstehung auf die gegenwärtige Lage bezug: „Sich Neuem zuzuwenden bedeutet, der Vergangenheit den Rücken zukehren – aber nicht, um sie zu vergessen, sondern um sie beim Blick nach vorn stärkend im Rücken zu haben. Nur so läßt sich zwischen ,Totem’ und ,Lebendigem’ unterscheiden, zwischen dem, was zu begraben ist, und dem, was Leben spendet.“
Wie der mecklenburgische Landesbischof Hermann Beste in seinem Grußwort sagte, brauche die Kirche „Arbeitszweige neben der Gemeinde um der Kirche und der Gemeinde willen“ und er ermunterte die Frauen, „immer wieder auf sich aufmerksam zu machen.“ Oberkonsistorialrat Hans-Martin Moderow von der Pommerschen Evangelischen Kirche widersprach der oft geäußerten Meinung, daß die Kinder die Zukunft der Kirche seien, denn er rief dazu auf, die älteren Gemeindeglieder im Blick zu behalten: „Die Zukunft unserer Kirche liegt auch bei den alten Gemeindegliedern.“ Der Pommersche Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit schrieb in seinem schriftlichen Grußwort an das Frauenwerk, daß er doch froh sei, „daß es gelungen ist, es für die nächsten Jahre auf eine verläßliche Grundlage zu stellen.“
Bewegend war eine Theatercollage zur Geschichte der Frauenarbeit unter Leitung der Berliner Schauspielerin Uta Schulz. So trat Kaiserin August auf, die 1899 zur Gründung von Frauenvereinen aufrief, um die gegenwärtige Not lindern zu helfen.
Das Fest schloß mit einem Gottesdienst im Güstrower Dom mit Landessuperintendentin Christiane Körner (Neustrelitz). Körner stellte fest, daß da, wo Not war, die Frauen die Initiative ergriffen. „Wo kirchliches Leben zu gestalten war, waren Frauen da. Die Geschichte der Frauenhilfe erzählt von Solidarität und Kraft“, sagte Körner.
Wie Annerose Neumann, kommissarische Leiterin des Evangelischen Frauenwerkes in Mecklenburg-Vorpommern mitteilte, haben beide Landeskirchen die Ausschreibung der Stelle der Leitenden Pfarrerin des Frauenwerkes genehmigt und streben sie Verlängerung des Vertrages über ein gemeinsames Frauenwerk über sechs Jahre an.
Anlaß für das Jubiläum ist die Gründung des "Pommerschen Provinzialverbandes der Evangelischen Frauenhilfe" am 3. Oktober 1905. Die mecklenburgische Frauenhilfe wurde 1924 bzw. 1926 gegründet. Durch Fusion der pommerschen und mecklenburgischen Frauenhilfen entstand vor fünf Jahren das Evangelische Frauenwerk in Mecklenburg-Vorpommern mit Sitz in Stralsund.
(25.9.2005)

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