Pommersche Kirchenleitung schlägt Synode Föderation mit Mecklenburg vor
Züssow (ran). Die Kirchenleitung der Pommerschen Evangelischen Kirche hat der in Züssow tagenden Landessynode am Samstagvormittag das Modell einer Kooperation mit der mecklenburgischen Landeskirche vorgeschlagen. Oberkonsistorialrat Hans-Martin Moderow fragte, welches der vier Modelle: Föderation, Fusion, Kooperation oder reduzierte Eigenständigkeit am ehesten der pommerschen Situation entspreche. Er bewertete Synergieeffekte, Erhaltung einer bestimmbaren Eigenständigkeit, zwei Theol. Fakultäten und eine Lösung des Finanzproblems als positiv, sieht aber auch die Nachteile der Abgabe von Souveränität, zusätzlichem Abstimmungsbedarf und die längeren Wege.
Synodalpräses Elke König hatte zuvor unter dem Leitwort: Vergangenheit behalten – Gegenwart prüfen – Zukunft gestalten, die drei Modelle vorgestellt, die bei der Abstimmung in der Kirchenleitung keine Mehrheit gefunden hatten.
Eine Fusion bringe eindeutige Zuständigkeiten, einen einheitlichen Planungsraum und eine akzeptable Größe in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Allerdings gäbe es einen Verlust der öffentlichen Wahrnehmung als gesellschaftliche Kraft in Pommern, eine Dominanz des doppelt so großen mecklenburgischen Nachbarkirche und die Aufgabe aus der Tradition der Evangelischen Kirche der Union.
Beim Modell der Kooperation wurde in der Vorlage der Kirchenleitung als positiv bewertet, daß Selbständigkeit, Augenhöhe und Wahrung der Identität gegeben sei, aber sie sei teurer wegen höherer Standards der mecklenburgischen Kirche, ein hoher Abstimmungsbedarf und es gebe kein gemeinsames Finanzierungssystem.
Das Modell der reduzierten Eigenständigkeit habe als Vorteil, daß man alle Angelegenheiten selbst regeln könne, in kleineren Strukturen überschaubar sei und die Selbständigkeit gegeben sei. Aber es bringe die Gefahr der Selbstgenügsamkeit und Isolierung in der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Synodalpräses Elke König betonte zu Beginn der Aussprache, daß damit der Auftrag der Juni-Synode erfüllt sei, die eine Empfehlung der Kirchenleitung in Auftrag gegeben habe. Aber alle Synodalen seien frei in der Bewertung und Entscheidung, betonte sie.
Die Stralsunder Superintendentin Helga Ruch fragte, ob eine Kooperation nicht eine Doppelstruktur bedeute: „Können wir uns diese leisten?“ und forderte, daß neben den Tafeln mit den vier Modellen noch eine vorhanden sein müsse, die die Finanzvorschau anzeige.
Der Pasewalker Kirchenmusiker und Synodale Frank Schneppat, der 20 Jahre in der mecklenburgischen Kirche lebte, fragt sich, ob das Problem nicht in den unterschiedlichen Strukturen liege. Sicher nicht im Bewußtsein der Gottesdienstbesucher, „denn sie hätten kein Problem in der Augenhöhe mit denen in Warnemünde. Ich verstehe nicht, wo die Ängste liegen. Für mich gibt es nur Eigenständigkeit oder Fusion.“
Die vier Modelle
(22.10.2005)

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