Mecklenburg: Finanzreferent Mirgeler rechnet mit rückläufigen Einnahmen
Plau am See (ran). Der Finanzreferent der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, Olaf Mirgeler, rechnet in der mittelfristigen Finanzplanung mit einem jährlichen Rückgang des Kirchensteueraufkommens um 2% bis zum Jahr 2008. Als zusätzliche Belastung steht der Abschluß im Öffentlichen Dienst ins Haus. Würde er übernommen, so sei ab 2007 ein „kompensierender Stellenabbau“ von 17 Stellen notwendig, insgesamt 680.000€, sagte Mirgeler vor der in Plau am See tagenden Landessynode.
Mirgeler stellte auch die Mitgliederentwicklung da. Laut EKD-Statistik hat die Landeskirche 214.266 Gemeindeglieder und damit ca. 18% der Bevölkerung mit einem Durchschnittsalter von 50 Jahren. Die etwa 300 Kirchgemeinden haben für 750 Kirchgebäude zu sorgen. Der Großteil des Kirchensteueraufkommens wird von den jetzt 40 bis 60jährigen aufgebracht, die Mitgliederzahlen der 20 bis 40jährigen sei jedoch um 30% geringer.
Bei gleichbleibendem Personalbestand und bei unveränderter Fortführung bisheriger Aufgaben würde die mittelfristige Finanzplanung steigende Defizite ausweisen. Daher sei die Stellenplanung der Finanzentwicklung und den demographischen Veränderungen anzupassen und mögliche Einsparungen aus der Zusammenarbeit mit der Pommerschen Landeskirche zu nutzen.
Landesbischof Hermann Beste stellte in der Aussprache heraus, daß die Sicherung der bisherigen Arbeit von der Mitgliederentwicklung abhängig ist. „Die Frage der Mitgliederentwicklung ist eine Frage an unsere Arbeit: Wo passiert der Abbruch?“ fragte Beste die Synode. Er empfahl, die Mitgliederstudie der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu bearbeiten, denn die Bindung an die Kirche wird bei vielen Gemeindegliedern immer lockerer und ein Austritt sei dann oft die Folge. Daher rief er auf, für die Taufe auch zu werben und mit gutem Beispiel voranzugehen.
Beste zog eine positive Bilanz in der Erschließung von anderen Finanzquellen. Im Baubereich sei das in den letzten Jahren gelungen: „Was da gemacht wird und zusammenkommt, ist immens“. Im Hinblick auf die Sicherung kirchgemeindlicher Aufgaben seien die Mitglieder verstärkt in die Finanzierung einzubeziehen. (8.4.2005)

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