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Jahrestreffen der Evangelischen Jugend in Tempzin mit 260 Teilnehmern

Fette Weide für junge Leute

Von Marion Wulf-Nixdorf

Musik von verschiedenen Bands und Andachten in der Klosterkirche – beim Jugendtreffen „Fette Weide“ gehörte beides zusammen
02.05.2019 ǀ Tempzin.  Zum 5. Jugendtreffen Fette Weide der Evangelischen Jugend Mecklenburg auf dem Gelände des Pilgerklosters in Tempzin kamen gut 260 Jugendliche. Die über 18-Jährigen durften – neben vielen anderen Aktionen und Musik – ein E-Auto ausprobieren, denn unter dem Motto „Hinterm Horizont“ ging es auch um „Nachhaltigkeit“.

Ein älterer Mann fährt mit seinem Mini-Trecker auf das Gelände am Pilgerkloster Tempzin. Laute Musik kommt von der Bühne vor der Kirche. Er guckt, spricht eine Erwachsene an: „Kann hier auch Dorfjugend mitmachen?“ „Klar!“, ist die Antwort. Er habe für seine Enkel gefragt, sagt er und fährt davon. „Das ist doch unser Konzept“, sagt Hanna Wichmann, als sie die Geschichte vom ersten Abend bei der „Fetten Weide“, dem Landesjugendcamp Mecklenburgs, am vergangenen Wochenende erzählt. Die Landesjugendpastorin fügt an: „Wir wollen hier nicht nur für uns was machen, sondern auch für die Region!“

Um gute Nachbarschaft sind die Organisatoren und auch die Hausleiterin des Pilgerklosters, Doris Mertke, sehr bemüht. Alle Dorfbewohner sind eingeladen. Wenn man die Bands sieht, mittanzt, dann machen die keinen Krach, sondern tolle Musik.

"Hinterm Horizont“

Thema das Camps, das eine Nachfolgeeinrichtung des langjährigen mecklenburgischen Jugendtreffens in Kirch Kogel ist, ist in diesem Jahr „Hinterm Horizont“. Es geht um Nachhaltigkeit und um die Frage, wie wir auf dieser Erde miteinander leben wollen. Der Umweltpastor der Nordkirche, Jan Christensen, kam mit dem E-Auto und ließ die über 18-Jährigen damit fahren, sprach mit ihnen über Vor- und noch bestehenden Nachteile.

Unter all den vielen Mitmach- und Ausprobierangeboten gab es auch eine Kleidertauschbörse. „Brot für die Welt“ informierte über „Youthtopia“ und lud junge Menschen ein, Ideen zu sammeln und Aktionen für Jugendgruppen, Kirchengemeinden und Freizeiten zu entwickeln. Außerdem konnte jeder seinen „ökologischen Fußabdruck“ aus 13 Fragen rund um Ernährung, Konsum, Wohnraum und Mobilität berechnen. Wenn alle leben würden wie ich selbst, wie viele Erden bräuchte es? „Der deutsche Durchschnitt liegt bei drei ganzen Erden“, sagt Anke Bobusch von „Brot für die Welt“ beim Diakonischen Werk MV.

"Dies ist der geilste Tag meines Lebens"

Die minderjährigen Jugendlichen konnten bei der U-18 Europawahl teilnehmen. 45 Prozent entschieden sich für die Grünen, zwei Prozent für die AfD, war am Bauwagen neben all den anderen Zahlen zu lesen. Aber natürlich stand bei der „Fetten Weide“ auch die Musik, der Spaß im Mittelpunkt – zwei Abende wurde getanzt vor der Bühne –, aber nur bis 24 Uhr. Dann ging es nach der von Jugendlichen vorbereiteten Andacht mit der „Silent Disco“ weiter. Alle mit Kopfhörern ausgestattet, konnten sie von vier Kanälen ihre Musik auswählen. Ein sehr lustiges Bild, erzählt die Referentin für die Arbeit mit Jugendlichen, Janne-Marije Bork. Was mochte der junge Mann wohl gerade in den Ohren haben, als er laut brüllte: „Dies ist der geilste Tag meines Lebens!“?

Sehr gut besucht waren die Andachten. Beeindruckend, wie junge Leute plötzlich mit Hausleiterin Doris Mertke gregorianischen Gesang ausprobierten. In der Kirche begannen Jugendliche, die Bibel abzuschreiben. Sie wird liegen bleiben, und viele Pilger werden sie hoffentlich weiterschreiben. Es wurde gejammt, geschmiedet, es entstanden Glasperlen, Mutige kletterten unter Anleitung aus dem Kirchturm, am Tempziner See wurde ein Floß gebaut…

Als nach dem Einpacken Sonntagabend der Bus der Evangelischen Jugend nicht anspringen wollte, holte Doris Mertke einen Mann aus dem Dorf, der lud die Batterie auf und rief noch: „Bis Rostock nicht anhalten!“
Quelle: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung Nr. 22/2019

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