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Sommertreffen der Evangelischen Jugend in Tempzin mit 250 Teilnehmern

"Fette Weide“ am Kloster

Von Tilman Baier

Freuen sich über gelungenes Jugendtreffen: Johanna, Niklas, Svea, Friedemann, Henning, Johannes und Sophia (v.l.n.r.).
25.06.2017 ǀ Tempzin.  Am vergangenen Wochenende verwandelte sich das beschauliche Gelände des Pilgerklosters Tempzin wieder in eine „fette Weide“, so der Name des Sommertreffens der Evangelischen Jugend Mecklenburgs.

Johanna und Niklas sind das erste Mal auf der „fetten Weide“. Beide sind begeistert von der Atmosphäre des Sommerspektakels der Evangelischen Jugend Mecklenburgs auf dem Gelände des Pilgerklosters Tempzin bei Brüel. „Schön ist es hier: coole Acts, interessante Workshops, gute Gespräche“, finden die zwei Mitglieder der Jungen Gemeinde in Plau am See.

Etwa 250 Jugendliche sind diesmal der Einladung gefolgt, berichtet Friedemann Müller von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis (AKJ). „Unser Anliegen ist es, ganz unterschiedliche Leute zusammenzubringen – Jugendliche, die sich engagieren und sich in Jungen Gemeinden treffen, und solche, die der Kirche nicht so nahe stehen, aber sich ansprechen lassen.“

Ein Blick über das Gelände zwischen Pilgerherberge und Klosterkirche zeigt, dass dieses Anliegen aufgegangen ist: Punks und „Normalos“ tanzen einträchtig vor der Bühne, auf der Bands aus der Region spielen, sitzen gemeinsam im Taizé-Gottesdienst oder chillen in Hängematten. Unter ihnen sind auch einige junge Syrer, die durch die sozialdiakonische Arbeit nach Tempzin gekommen sind.

Neues Konzept: Jugendliche sind stärker eingebunden

Bereits zum dritten Mal findet nun dieses Jugendwochenende in Tempzin statt. Es ist die Fortsetzung des legendären Frühsommerwochenendes der Evangelischen Jugend in Kirch Kogel bei Goldberg und doch etwas Neues. „Wir Mitarbeiter brauchten eine Auszeit, um über ein neues Konzept nachzudenken“, erzählt Friedemann Müller. „Das haben wir mit Jugendlichen zusammen getan.“ Heraus kam, dass ein Ortswechsel den Neustart erleichtern würde und dass sich die Jugendlichen mehr Möglichkeiten zur Eigeninitiative wünschten. Auch die Nacht sollte mehr Bedeutung haben. „Wir machen nun bis um vier Uhr früh Programm, es gibt keine festen Essenszeiten mehr und auch in der Vorbereitung und Durchführung sind die Jugendlichen stärker eingebunden“, erzählt Johannes Beykirch, Referent für Kinder- und Jugendpolitik im AKJ.

Da ist zum Beispiel Svea aus Schwerin. Sie gestaltet die Andachten mit und hilft an vielen Stellen. Sophia, auch aus Schwerin, hat die Bands organisiert. Henning aus Ziesendorf bei Doberan, der jetzt in Neuruppin lebt, ist schon länger als Ehrenamtler dabei. Doch als Helfer sind auch fünf Absolventen der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik gekommen. Die angehenden Erzieher haben sich gewünscht, hier in Tempzin ihre Praktikumsprüfung in Jugendarbeit abzulegen. Zur guten Atmosphäre tragen auch Hilfe und Verständnis von Anwohnern und Bürgermeister bei. Johanna und Niklas jedenfalls sind sich sicher: „Wir kommen wieder.“
Quelle: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung Nr. 25/2017