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Blick in den Dom
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Bischof Abromeit predigt. Fotos: Neumann
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Festakt zu Johannes Bugenhagen im Greifswalder Dom
Greifswald (lwb). “Die Pommersche Evangelische Kirche verdankt Johannes Bugenhagen die Reformation.” Mit dieser Feststellung eröffnete der pommersche Bischof, Dr. Hans-Jürgen Abromeit, seine Predigt im Festgottesdienst aus Anlass des 450. Todestages des pommerschen Reformators Johannes Bugenhagen am Sonntag Greifswalder Dom St. Nikolai.
Es sei nicht zuviel behauptet, “dass heute ohne Bugenhagen die politische und kirchliche Landschaft Norddeutschlands und Nordeuropas anders aussehen würde”, so der Bischof. Bei dem Gottesdienst waren auch mehr als 90 kirchliche Leitungspersönlichkeiten aus den 44 europäischen Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes (LWB) anwesend, die an der Europäischen KirchenleiterInnenkonsultation des LWB vom 11. bis 16. September in Greifswald teilnehmen.
Bugenhagen wurde 1485 im pommerschen Wollin geboren, war lange Jahre ein angesehener Schulrektor und Lektor in Wollin und wurde ab 1520 Freund und Seelsorger des Reformators Martin Luther sowie Stadtpfarrer in Wittenberg.
Als “Bischof der Reformation”, wie Luther ihn bezeichnete, habe Bugenhagen “mindestens 1470 Ordinationen von Pastoren” allein in Wittenberg vorgenommen, so Abromeit.
Bugenhagen sei ein Mann gewesen, der “im Gehorsam dem Wort Gottes gegenüber zum Diener des Wortes geworden” sei. Dieser Glaube sei eine an die Schrift gebundene persönliche Sache, dazu ein Glaube an Jesus Christus und eine Botschaft, die an “alles Volk verkündigt” werden solle.
Laut Abromeit wurde dieser Glaube bei Bugenhagen persönlich, als er sich nach dem Lesen der Schriften Martin Luthers als gemachter Mann – Schulrektor und Lektor in Pommern – wieder als Student in Wittenberg eingeschrieben habe.
Glaube sei nicht nur “ein Ahnen nach Gott, sondern Ausdruck einer geklärten Beziehung”, betonte der pommersche Bischof. Er verwies dabei auf die Bibellesungen des prominenten deutschen Schauspielers Ben Becker, der bei der Lesung der Kreuzigungsgeschichte zu Tränen gerührt gewesen sei. Becker habe laut Medienberichten selbst bekundet, dass Jesus ihm “ein Freund” geworden sei. Man könne also nicht behaupten, das “Erschrecken über das Sterben Jesu für uns sei dem modernen Menschen nicht mehr möglich”, so Bischof Abromeit.
Bugenhagens kirchenordnende Tätigkeit unter anderem in Braunschweig, Lübeck, Hamburg, Schleswig und Holstein, in Dänemark sowie Pommern habe er als “Evangelistendienst verstanden”. Kirchenleitung sei immer Verkündigung des Evangeliums gewesen – und erst davon “abgeleitet auch Entscheiden, Beschliessen, Organisieren und Managen”. Kirchenleitung geschehe durch Verkündigung des Evangeliums und die Feier des Gottesdienstes, so Abromeit. “Hier schlägt das Herz der Kirche”, sagte er.
Er wies in seiner Predigt auch auf die geplante Nordkirche hin, denn Bugenhagen habe sich noch für Hamburg, Lübeck, Schleswig und Holstein sowie für Pommern getrennt eingesetzt. Mit Blick auf den geplanten Zusammenschluss der Evangelisch-Lutherischen Landeskirchen Mecklenburgs, der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche sowie der Pommerschen Evangelische Kirche erklärte der pommersche Bischof, dass es wohl bald so sein werde, dass diese Kirchen, die alle durch eine gemeinsame norddeutsche Geschichte geprägt seien, zusammengeführt würden. (15.9.2008)
Wortlaut des Vortrages (280 KB) 
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