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Sonnenberger Feldsteinkirche saniert

Bischof Abromeit: "Hier sind die Lebensläufe vieler Sonnenberger mit Gott verbunden worden“

Über Jahre hinweg war die Kirche in Sonnenberg eine Baustelle.
09.10.2016 ǀ Sonnenberg.  Mit einem Festgottesdienst ist am Sonntag der Abschluss der sechsjährigen Sanierung der Dorfkirche von Sonnenberg bei Löcknitz (Kreis Vorpommern-Greifswald) gefeiert worden. Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit lobte in seiner Predigt das Engagement der Gemeinde.

„Heute freuen wir uns über eine gelungene Außen- und Innensanierung der Kirche in Sonnenberg!“, begann Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit seine Predigt beim Festgottesdienst in dem rund 70 Einwohner zählenden Dorf Sonnenberg nahe Löcknitz (Pfarrsprengel Retzin). Sechs Jahre lang wurde die Kirche aus dem 13. Jahrhundert saniert und verschönert: Das Dach wurde neu gedeckt und der Dachstuhl repariert, 2012 war schließlich auch der barocke Fachwerkturm wiederhergestellt. Zuletzt war die Verschönerung des Innenraums dran: Gemäß der alten Farbfassung wurden Wände und Decke neu gestrichen und die ursprünglich sehr schmalen Bänke behutsam verbreitert und restauriert.
 
Der Greifswalder Bischof lobte in seiner Predigt das Engagement der Gemeinde: „In einer Zeit, in der der christliche Glaube mit Wahrheitsansprüchen zu kämpfen hat, in einer Zeit, in der immer wieder bestritten wird, dass der Glaube trägt, ist es nicht selbstverständlich, dass ein Dorf und eine Kirchengemeinde die Kraft haben, ihre Kirche außen und innen zu sanieren. Es ist wunderbar geworden!“

"Eine Kirche hält die Erinnerung an Gott wach"

Im Hinblick darauf, dass es in der Region immer weniger Menschen gibt, die Gottesdienste besuchen, sagte Bischof Abromeit: „Man mag an Gott glauben oder nicht, eine Kirche hält die Erinnerung an Gott wach. Hier sind die Lebensläufe vieler Dorfbewohner mit Gott verbunden worden. Männer und Frauen haben hier den Bund ihrer Ehe geschlossen, und nach dem Tod hat sich das Dorf von so manchem Sonnenberger in der Kirche verabschiedet. Schließlich gehört es  in Sonnenberg zur guten Tradition, dass am Heiligen Abend das ganze Dorf in der Kirche Weihnachten feiert.“
 
In seiner Predigt wies der Bischof allerdings auch darauf hin, dass eine schöne Kirche alleine nicht reiche, um die gute Nachricht von der Erlösung durch Jesus Christus zu verbreiten. Dazu verwendete Abromeit ein Bild des Apostel Paulus: „Ihr seid ein Brief Christi. Die Menschen unserer Nachbarschaft lesen in unserem Leben, wovon wir geprägt sind. Nur als solche, die Gott und andere Menschen an uns wirken lassen, werden wir zu einer Mitteilung Christi an alle Menschen. Die Veränderung der Herzen übersteigt menschliche Möglichkeiten, ohne auf menschliche Mitwirkung zu verzichten. Diese Einsicht hilft, den Eindruck der Überforderung zu überwinden. Wir müssen nicht die perfekten Glaubenshelden sein! Wenn ich mich dem Geist des lebendigen Gottes öffne, bin ich ein Brief Christi.“

Horst Winkelmann war treibende Kraft

Der Retziner Pastor Matthias Jehsert, der durch den Gottesdienst führte, hob einen Namen hervor: Dr. Horst Winkelmann, Botschafter a.D. und Eigentümer des Sonnenberger Pfarrhauses, war die treibende Kraft bei der Sanierung der Kirche. Pastor Matthias Jehsert: „Er ist nicht nur selbst ein wichtiger Sponsor, sondern hat in seinem großen Bekanntenkreis um Spenden für den Erhalt unserer Kirche geworben und die Kirchengemeinde immer wieder motiviert, am Ball zu bleiben und die Sanierung voranzutreiben.“

Einige engagierte Gemeindeglieder fanden sich schließlich im „Freunde der Sonnenberger Kirche“ zusammen und haben die Verschönerung ihrer Kirche über sechs Jahre im Gespräch mit Architekten und Restauratoren oder in Gummistiefeln auf der Baustelle begleitet. Für alle Beteiligten sei dies eine wertvolle Erfahrung gewesen, so Pastor Jehsert: „Wir fühlen uns hier in der grenznahen Region ja häufig etwas abgehängt. Bei der Sanierung und Verschönerung unserer Feldsteinkirche haben wir erlebt, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind. Wenn wir nachbarschaftlich zusammenhalten, können wir miteinander unsere Zukunft gestalten.“
Quelle: Bischofskanzlei Greifswald (ak)