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Kirchenkreise in MV laden zum Fasten im Kopf ein

Augenblick mal! Wie wäre es mit sieben Wochen ohne Stress?

Aktionsmotiv "Augenblick mal! Sieben Wochen ohne sofort!“
01.03.2017 ǀ Rostock/Stralsund.  Seit mehr als 30 Jahren lädt „7 Wochen Ohne“ dazu ein, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bewusst zu erleben und zu gestalten. Die Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern schließen sich dieser Fastenaktion an und laden in den kommenden sieben Wochen vor dem Osterfest herzlich zur Entschleunigung und zur Besinnung auf die wichtigen Dinge des Lebens ein, unter dem Motto: „Augenblick mal! Sieben Wochen ohne sofort!“

Viele Menschen nutzen die Fastenzeit, um ein paar lästige Pfunde loszuwerden, oder zum Beispiel, um das eine oder andere Laster in die Schranken zu weisen. Sie streichen für sieben Wochen zum Beispiel Süßigkeiten, Alkohol oder das Fernsehen aus ihrem Alltag. Vielfach wird in der siebenwöchigen Fastenzeit vor Ostern auf Angenehmes oder ungesunde Gewohnheiten verzichtet. Die Aktion „7 Wochen Ohne“ der evangelischen Kirche folgt einem anderen Ansatz. Es geht um eine „Einladung zum Fasten im Kopf“ und darum, sieben Wochen lang die tägliche Routine zu hinterfragen und zu entdecken, worauf es ankommt im Leben. Wie wäre es also mit dem Verzicht auf Stress?

Dauerhafte Erreichbarkeit setzt unter Druck

In unserer heutigen, schnelllebigen Zeit mit der gewandelten Arbeitskultur der dauerhaften Erreichbarkeit ist der Druck hoch wie noch nie. E-Mails müssen gleich beantwortet werden, permanente Bereitschaft auch an Wochenenden gehört für viele zum Arbeitsalltag. Aber auch das Konsumverhalten, Statussymbole und Erwartungshaltungen sorgen für Stress, für ein andauerndes „Sofort“. Das neueste Smartphone, der neue Großbildfernseher, der perfekte Partner. Alles soll jetzt verfügbar sein, alles ohne Verzögerung. Es gibt kaum Ruhe für Geduld, für das Zeitlassen und das Warten auf die Erfüllung eines langgehegten Traums. Fasten kann dabei helfen, diesem Hamsterrad zumindest für eine Weile zu entkommen.

Willkommene Unterbrechung des Alltags

„Die Tradition des Fastens ist unverzichtbarer Bestandteil vieler Religionen, so auch des Christentums“, sagt die Stralsunder Pröpstin Helga Ruch. Jesus selbst habe auch gefastet, wie im Neuen Testament nachzulesen ist. Bei dieser Art des Fastens gehe es weniger um den Verzicht, sondern um eine „innerliche Entschlackung“, so die Pröpstin. „Jesus sah sich nach seiner 40-tägigen Fastenzeit mit den Verlockungen von Macht, Reichtum und Anerkennung konfrontiert, denen er widerstand. Auch wir können die Fastenzeit nutzen, um unseren innerlichen Versuchungen auf die Spur zu kommen.“ Ganz dem diesjährigen Thema entsprechend sei Fasten auch immer eine gute Gelegenheit, sich im Alltag selbst zu unterbrechen und sich existentielle Fragen nach dem Wohin und dem Warum des eigenen Handelns und Lebenswegs zu stellen, so Helga Ruch.

Mitmachen bei der „Kur der Entschleunigung“

„Die Ungeduld gilt als ein Symbol der Moderne“, sagt Arnd Brummer, Geschäftsführer der Aktion „7 Wochen Ohne“. „Man darf vieles verlieren – nur nicht die Zeit. Gut also, dass ich meine Post nicht mehr zu Hause am Tisch lesen muss, nachdem ich – gefühlt stundenlang! – auf die Briefträgerin gewartet habe. Nein, die Mails lese ich an der Ampel auf meinem Smartphone. Und antworte noch auf dem Parkplatz vor dem Haus. Sofort!“ „7 Wochen Ohne“ möchte in diesem Jahr einen Gegenpol dazu anbieten, gewissermaßen eine „Kur der Entschleunigung“. Diesem Angebot schließen sich die Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern an und laden ein zur Unterbrechung: „Augenblick mal! Sieben Wochen ohne sofort!“
Quelle: ELKM/PEK (cme/sk)

Weitere Informationen unter: www.siebenwochenohne.de