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Hansefenster in Greifswalder Marienkirche fertiggestellt

Farbenprächtiges Schmuckstück entstanden

Insgesamt 19 Wappen von Hansestädten schmücken das neue Bleiglasfenster, darunter die Wappen von Greifswald und Hamburg.
09.07.2018 ǀ Greifswald.  Das "Hansefenster" in der Annenkapelle der Greifswalder Marienkirche ist fertig. Die Wappen von 19 Hansestädten wurden dafür auf Bleiglasrauten eingefügt.

„Das Hansefenster ist ein faszinierender Anblick und ein tolles Symbol für die Gemeinschaft der Hansestädte“, sagt Ulrike Streckenbach, Pastorin der Greifswalder Mariengemeinde. „Genau so haben wir es uns während der Planungen vorgestellt. Die Kirchengemeinde freut sich, dass das Fenster nun fertiggestellt wurde, und dankt allen Städten, die sich beteiligt haben.“ Derzeit wird im Zuge der Sanierung der Annenkapelle das alte Portal wieder geöffnet und zusammen mit dem darüber liegenden Fenster im Rahmen eines international ausgeschriebenen Künstlerwettbewerbs neu gestaltet. Auf dem daneben befindlichen „Hansefenster“ ist nun bereits ein farbenprächtiges Schmuckstück entstanden. Auf den Bleiglasrauten des Fensters sind die Namen und Wappen der 19 Hansestädte zu sehen, die diesen Wettbewerb unterstützen.

Pastorin Ulrike Streckenbach und Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder vor dem Hansefenster in der Annenkapelle der Greifswalder Marienkirche. (Foto: Peters)
Von der gelungenen Umsetzung des Fensters überzeugte sich Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder während eines Besuchs in der Annenkapelle. Er nutzte damit die Chance, noch während die Baugerüste stehen, die farbenprächtigen Wappen aus nächster Nähe zu betrachten, darunter auch das Wappen der Hansestadt Greifswald. Für die Umsetzung des Wappens hatte die Greifswalder Bürgerschaft im März eine Spende in Höhe von 1.000 Euro zugesagt.
 
Jahrhundertealte Tradition als Anknüpfungspunkt
 
Folgende 19 Städte sind mit ihren Wappen auf dem Hansefenster vertreten: Braunschweig, Bremen, Buxtehude, Demmin, Emmerich, Goleniow, Greifswald, Hamburg, Kiel, Kyritz, Lippstadt, Magdeburg, Rostock, Seehausen, Stade, Stralsund, Tangermünde, Uelzen und Wismar. Sie alle unterstützen den Künstlerwettbewerb zur Gestaltung des Portals der Annenkapelle finanziell und gehören zum Städtebund der Hanse der Neuzeit, der 1980 gegründet wurde, um als „Lebens- und Kulturgemeinschaft der Städte über die Grenzen hinweg“ den Handel, den Tourismus und das partnerschaftliche Miteinander zu fördern. Den Anknüpfungspunkt bildet dabei die jahrhundertealte Tradition des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handelsverbands der Hanse. Auf dem 38. Internationalen Hansetag in Rostock vom 21. bis 24. Juni hatte die Kirchengemeinde das „Hansefenster“ und den Künstlerwettbewerb einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.
 
Stichwort Annenkapelle
 
St. Marien ist eine der größten norddeutschen Hallenkirchen und Station auf der Europäischen Route der Backsteingotik. Sie ist mehr als 700 Jahre alt. Im zweiten Viertel des 14. Jahrhundert wurde die Kapelle hinzugefügt, die heute als „Annenkapelle“ bekannt ist. Sie ist ein Kleinod gotischer Architektur und wurde vor dem ehemaligen Südportal des Hauptschiffs errichtet. Ein großer Teil ihrer Wand ist Fensterfläche. Sie füllt den gesamten Raum zwischen den Pfeilern aus. Der Sockelbereich besteht aus Mauerwerk. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wird die Annenkapelle als Winterkirche genutzt. Das Besondere an der Kapelle ist, dass der einschiffige Raum zwei Apsiden im Osten hat. Dies ist nach jetzigem Erkenntnisstand einmalig unter den Kapellen und Vorhallen im norddeutschen Raum.

St. Marienkirche Greifswald (Foto: D. Vogel)
Quelle: PEK (sk)

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