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Erste freie Demonstration in der DDR

Exkursion zum 30. Jahrestag des Olof-Palme-Friedensmarsches

Olof-Palme-Friedensmarsch
14.09.2017 ǀ Stralsund.  Zum 30. Jahrestag des Olof-Palme-Friedensmarsches in der DDR starten am 15. September in Stralsund 27 Teilnehmer zu einer dreitägigen Exkursion, die am 17. September in Dresden endet. Mit Zeitzeugen begibt sich die historische Exkursion an authentischen Orten auf die Spuren "dieses weitgehend vergessenen Marsches", informierte die Friedrich-Ebert-Stiftung als Veranstalterin. Geplant sind unter anderem zwei Podiumsdiskussionen und Besichtigungen.

In der DDR startete der Olof-Palme-Friedensmarsch am 1. September 1987 in Stralsund und führte über Potsdam, Wittenberg und Ost-Berlin nach Sachsen, wo er offiziell am 18. September in Dresden endete. Neben Vertretern der offiziellen DDR-Friedensbewegung und Mitgliedern ausländischer Friedensinitiativen entschlossen sich auch unabhängige kirchliche Kreise und oppositionelle Friedensgruppen der DDR, an dem Marsch teilzunehmen.

Dabei wurden erstmals Transparente weitgehend ungehindert öffentlich gezeigt, auf denen unter anderem die Abschaffung des Wehrunterrichts gefordert wurde. Der Marsch gilt deshalb als erste freie Demonstration in der DDR. Von staatlicher Seite wurde der Marsch von Angehörigen der Staatssicherheit begleitet.

Der historische Friedensmarsch wurde von der internationalen Friedensbewegung organisiert und sollte an den schwedischen Premierminister Olof Palme erinnern, der am 28. Februar 1986 ermordet worden war. Palme hatte als entschiedener Gegner des atomaren Wettrüstens einen 150 Kilometer langen atomwaffenfreien Korridor zwischen Ost und West vorgeschlagen.
Quelle: epd