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Das Kirchenjahr

Ewigkeitssonntag

Christen begehen den Ewigkeitssonntag, den letzten Sonntag des Kirchenjahres, als Ausdruck ihrer Hoffnung für alle Toten und Lebenden und für die Zukunft der Welt.
 
An diesem Sonntag, der auch Totensonntag heißt, wird in den Kirchen der Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht. In vielen Gottesdiensten werden ihre Namen verlesen. Das Andenken der Toten wird damit über den Kreis der Angehörigen hinaus in der Gemeinde in Ehren gehalten. Die Lebenden werden zugleich an die Grenzen ihres eigenen Daseins erinnert. Dennoch gehen ihre Gedanken nicht nur zurück, sondern richten sich vor allem nach vorn, indem sie im Gottesdienst von der Hoffnung der Auferstehung zum ewigen Leben sprechen und singen.
 
Apostolisches Glaubensbekenntnis
 
Die Religionen der Welt antworten auf die Frage nach dem Tod höchst unterschiedlich. Im Apostolischen Glaubensbekenntnis, einem der ältesten christlichen Glaubenstexte, bekennen Christen ihren Glauben an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Theologen warnen zugleich vor einer Verharmlosung der Radikalität des Todes durch Spekulationen über ein Weiterleben. Es steht allein fest, dass die "Geschichte Gottes" mit dem Menschen auch nach seinem Tod weitergehen wird, heißt es in christlichen Glaubensauslegungen.
 
Der Gedenktag am Sonntag geht auf eine Anregung aus der Reformationszeit zurück. Er stellt eine evangelische Alternative zum katholischen Allerseelentag dar. Der Ewigkeitssonntag wurde erstmals Mitte des 16. Jahrhunderts in einer Kirchenordnung erwähnt. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. führte ihn im 19. Jahrhundert als "Feiertag zum Gedächtnis der Entschlafenen" ein.
 
Stille Zeit im November
 
Der Ewigkeits- oder Totensonntag gehört zur "Stillen Zeit" im November. Diese Zeit bildet den Abschluss des Kirchenjahres. Der November dient der Besinnung, es ist Zeit, über das Leben nachzudenken. Werden und Vergehen, der Wechsel der Jahreszeiten, Buße und Neuanfang gehören zur Stillen Zeit.