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"Hohe Zufriedenheit, großes Potenzial"

Evangelische Kirchenzeitungen legen erste systematische Marktforschung vor

05.11.2014 ǀ Hamburg.  Sechs Evangelische Kirchenzeitungen aus dem gesamten Bundesgebiet haben eine erste systematische Marktforschung zu ihrer Leserschaft und ihrem Angebot vorgelegt. Demnach erzielt die Kirchengebietspresse eine "hohe Zufriedenheit" und hat ein "großes Potenzial", ergab die Studie des IFAK-Instituts in Taunusstein (Hessen). Befragt wurden im Auftrag der Verlage der evangelischen Kirchenzeitungen aus Kiel/Hamburg, Schwerin, Berlin, Hannover, Frankfurt a.M. und München über 1.800 Abonnenten und Nichtleser (= kirchlich interessierte Menschen ab 40 Jahren).  

Wichtigste Themen der wöchentlich erscheinenden Zeitungen sind der Studie zufolge "Glaube und Religion", "Aktuelles aus christlicher Perspektive" sowie "Soziales". Kirchenzeitungen seien für ihre Leserschaft "ein aktuelles Informationsmedium mit einer spezifischen christlichen Sichtweise", sagte Projektleiterin Sibylle Appel vom IFAK-Institut. "Die Studie zeigt deutlich, dass hier in erster Linie Informationen gesucht werden und nicht, wie man es vielleicht erwarten könnte, Erbauung."

Auffällig seien auch außerordentlich hohe Werte der Zufriedenheit und Verbundenheit der aktuellen Leserschaft mit ihrem Blatt - verknüpft mit der Bereitschaft, die Zeitung auch weiter zu empfehlen. Die Studie zeige auch, dass es ein weiteres Potenzial für das Genre der wöchentlichen Kirchenzeitung gibt: Die große Mehrheit der in der Kirche beruflich tätigen Nichtleser (84 Prozent) und auch gut die Hälfte der übrigen Nichtleser (53 Prozent) können sich (sehr) gut vorstellen, die Kirchenzeitung als gedrucktes Angebot künftig zu lesen.

Überraschend ist laut Projektleiterin Appel vor allem, dass über die Hälfte der befragten Nichtleser (56 Prozent), die beruflich nicht in der Kirche tätig sind, ihren Kirchenzeitungstitel im Kirchengebiet nicht einmal dem Namen nach kennen. Wichtig sei daher eine Steigerung der Bekanntheit und die Verfügbarkeit der Titel an den "relevanten Touch Points für kirchlich affine Menschen".

Auch die weitere Fokussierung auf das Alleinstellungsmerkmal der aktuellen Information aus christlicher Perspektive sei nötig. Appell: "In Kombination mit dem demografischen Wandel ist das die Zukunftsvoraussetzung für kirchliche Wochenzeitungen." Gelinge dies, sei es "ein Genre mit Zukunft".

Für die Auftraggeber habe die Untersuchung wichtige Hinweise zur Optimierung ihrer Titel erbracht, die jetzt für die leseroptimierte Weiterentwicklung genutzt würden, sagte Matthias Gülzow, Geschäftsführer des Evangelischen Presseverbands Norddeutschland. Noch in diesem Jahr sei der Relaunch der evangelischen Kirchenzeitungen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Hannover und Oldenburg geplant.

Unterstützt wurde die IFAK-Studie vom Evangelischen Medienverband für Deutschland (EMVD), dem bundesweiten Zusammenschluss von 45 Verlagen, Medienhäusern und Presseverbänden. Nach Ansicht des EMVD-Vorsitzenden Roland Gertz (München) machen die Ergebnisse "Mut, weiterhin Kreativität und Ressourcen in das Produkt Kirchenzeitung zu investieren".

Zugleich würdigte Gertz die Zusammenarbeit der Zeitungen, nicht nur bei der gemeinsamen Untersuchung: "Der Austausch, etwa bei überregionalen Themen, wird immer besser. Gerade so stärken wir die regionale Berichterstattung und damit unser großes Plus."

Die sechs an der Studie beteiligten Kirchenzeitungen sind "Die Kirche - Evangelische Wochenzeitung" (Berlin), "Evangelische Sonntagszeitung" (Frankfurt/Hessen-Nassau), "Evangelische Zeitung für die Kirche in Norddeutschland" (Kiel/Hamburg, Nordkirche), "Evangelische Zeitung für die Kirchen in Niedersachsen" (Hannover), "Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung" (Schwerin, Nordkirche) und "Sonntagsblatt - Evangelische Wochenzeitung für Bayern" (München).
Quelle: epd


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