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Katholische Kirche

Erzbistum Hamburg will strikten Sparkurs fortsetzen

12.06.2019 ǀ Hamburg.  Das Erzbistum Hamburg will seinen vor zwei Jahren eingeschlagenen strikten Sparkurs fortsetzen. Dabei sollen "die Aufgaben die Ausgaben bestimmen", sagte Erzbischof Stefan Heße. Durch bereits umgesetzte Reformen und Schwerpunktsetzungen hätte das für 2021 prognostizierte Überschuldungsrisiko von minus 350 Millionen Euro auf die neue Prognose von jetzt minus 260 Mio. Euro reduziert werden können. Ende 2017 betrug die Überschuldung 87 Mio. Euro.

"Noch haben wir Zeit, entscheidende Weichen zu stellen", sagte Heße. Die jüngst von der Freiburger Universität vorgelegte Mitgliederstudie bescheinige dem Erzbistum einen Rückgang der Kirchenmitglieder um 40 Prozent bis zum Jahr 2060. Das bedeute auch einen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen - laut Heße "die wesentliche Einnahmequelle". Doch daher gelte es jetzt auch, Verantwortung wahrzunehmen: "Kirche ist auch Kirche mit weniger Geld."

"Schweren Herzens" habe sich das Erzbistum Anfang 2018 entschließen müssen, nicht alle 21 katholischen Schulen in Hamburg weiterführen zu können. Dabei werde es bleiben, sagte Heße. 13 Schulen sollen jedoch erhalten und "profiliert weiterentwickelt" werden. Dafür sollen in den kommenden Jahren mehr als 100 Millionen Euro investiert werden. Für zwei weitere Schulen - in Barmbek und Harburg - werden externe Finanzierungshilfen gesucht. Sechs Schulen müssten allerdings aufgegeben werden.

Auch der Immobilienbestand des Erzbistums muss nach Heßes Worten reduziert werden. Neben 198 Kirchen gebe es weitere rund 600 Gebäude, die auf den Prüfstand müssten. Dazu zählten auch Gemeindehäuser und Wohnungen von Pfarrern. Die Immobilienreform soll laut Heße in enger Abstimmung mit den Pfarreien des Erzbistums in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg geschehen. Dafür sei eigens eine Steuerungskommission eingesetzt worden. "Neben den Schulen und den Immobilien nehmen wir auch unsere Krankenhäuser in den Blick", sagte Heße.

Gelungen sei in den vergangenen Jahren die Strukturreform bei der Caritas. Aus den rechtlich selbstständigen vier Caritasverbänden in den drei Bundesländern und auf Bistumsebene sei ein einziger Caritasverband entstanden. "Aufgaben können jetzt besser verteilt werden und viele Dienste besser unterstützt werden", sagte Heße.

Auch für die 58 Kindertagesstätten des Erzbistums seien entscheidende Verbesserungen erzielt worden, so der Erzbischof. Bis heute hätte die Hälfte der Kitas das Angebot des Erzbistums angenommen, den Betrieb der Kitas mit allen personellen, wirtschaftlichen und operationellen Entscheidungen zu übernehmen. Diese Maßnahme habe die Pfarreien entlastet, ohne dass sie die Trägerschaft für die Kitas verloren hätten.
Quelle: epd

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