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Suchtberatung

Erster Suchthilfebericht für MV vorgelegt

04.02.2020 ǀ Schwerin.  In Mecklenburg-Vorpommern haben im Jahr 2018 insgesamt 10.127 Menschen Hilfe bei den 26 ambulanten Suchtberatungsstellen im Land gesucht. Davon waren 77 Prozent Männer und 23 Prozent Frauen, wie aus dem am Dienstag in Schwerin vorgestellten ersten landesweiten Suchthilfebericht hervorgeht. 938 Angehörige von Suchtkranken suchten die Beratungsstellen auf, meist Partner oder Kinder. 2.537 Ratsuchende hatten eigene minderjährige Kinder. Auch 48 Schwangere kamen zu einer Suchtberatungsstelle. Etwa die Hälfte aller Ratsuchenden war in Arbeit.

Ersthilfe werde oft erst gesucht, wenn Probleme beispielsweise in Arbeit oder Schule auftauchten, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU). Frauen funktionierten länger und gingen deswegen später zur Suchtberatung. Wichtig sei, spezielle Konzepte für Frauen zu entwickeln, ergänzte Birgit Grämke, stellvertretende Geschäftsführerin der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen. Es gebe bereits ein Frauenfrühstück der Caritas-Suchtberatung in Rostock. Frauen nutzten auch eher Online-Beratungen.

Glawe kündigte für das dritte Quartal 2020 einen Modellversuch für die umfassende Unterstützung von Kindern psychisch und suchtkranker Eltern an. Ziel müsse sein, dass die Krankenkassen diese Hilfen für die Kinder in die Regelversorgung übernehmen.

Hauptthemen bei der Hilfesuche waren im Jahr 2018 laut Bericht Alkoholprobleme (71 Prozent) und Cannabismissbrauch (13 Prozent). Das pathologische Glücksspiel (drei Prozent) nehme eine steigende Bedeutung ein, sagte Glawe. Auch illegale Drogen seien auf dem Vormarsch.

Die meisten Hilfesuchenden (28 Prozent) waren 30 bis 39 Jahre alt, gefolgt von den 50- bis 59-Jährigen (23 Prozent). Bei knapp 52 Prozent der Klienten wurde am Betreuungsende eine Verbesserung festgestellt, bei 2,21 Prozent hatte sich die Problematik verschlechtert.

Das Land fördert die Suchtberatungsstellen laut Glawe in diesem Jahr mit 1,87 Millionen Euro, das sind rund 150.000 Euro mehr als zuvor. Weitere insgesamt 150.000 Euro erhalten das Kompetenzzentrum für Medienabhängigkeit der Evangelischen Suchtkrankenhilfe sowie die Landesfachstelle und Beratungsstellen Glücksspielsucht. Die Landkreise und kreisfreien Städte bekommen jeweils 7.000 Euro für präventive Maßnahmen.
Quelle: epd

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