Nach oben

"Wege protestantischer Kirchraumgestaltung“

Landesweite Entdeckungsreise zur Reformation in Dorf Mecklenburg eröffnet

Bischof von Maltzahn und Pastorin Exner in der Kirche von Dorf Mecklenburg
17.05.2016 ǀ Dorf Mecklenburg.  Mit einem Festgottesdienst und besonderen Aktionen ist Pfingstmontag in Dorf Mecklenburg die Entdeckungsreise zur protestantischen Kirchraumgestaltung eröffnet worden. Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn sagte in seiner Predigt, dass die Spuren der Reformation in Mecklenburg und Pommern sichtbar und greifbar seien. Er lud dazu ein, die 18 exemplarisch ausgewählten Kirchen, die während bzw. nach der Reformation errichtet oder im Geist der Reformation umgestaltet wurden, zu entdecken. "Sie sind Glaubenszeugnisse unserer Vorfahren und für uns erhalten", so der Schweriner Bischof vor mehr als 300 Gästen.

Im Mittelpunkt des Festtages stand der Altar in der mit Flieder geschmückten Kirche von Dorf Mecklenburg. Entstanden 1622 zeigt er die Geschichte Jesu vom Abendmahl über die Kreuzigung bis zur Auferstehung. Der bewusste Einsatz figürlicher Darstellungen unterstreicht die lutherische Konzentration auf das Wirken Jesu Christi und setzt dem zugleich entsprechende alttestamentarische Geschehnisse und Allegorien gegenüber.

Doch der Zahn der Zeit nagt an dem wertvollen Eichenholz-Altar. Diplom-Restauratorin Katharina Geipel hatte das Zeugnis der Reformation bereits vor vier Jahren konservieren können, konkret entfernte sie lose aufliegenden Staub und sicherte die Farbfassung. Jetzt kann die Berlinerin gemeinsam mit Annette Seiffert, Diplom-Restauratorin aus Wismar, wieder Hand an den Altar legen.

"Das Projekt wird unter anderem großzügig von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest und der Rudolf-August Oetker-Stiftung unterstützt", sagte Pastorin Antje Exner. Und Katharina Geipel erklärt dazu: "Der letzte Farbanstrich von Anfang des 19. Jahrhunderts ist sehr grob, dickschichtig, verunklärend. Dadurch hat die Plastizität gelitten. Durch die Abnahme dieser letzten Überfassung wird die barocke Farbigkeit wieder sichtbar." Zunächst bis September werden sich die beiden Frauen von oben nach unten vorarbeiten. Einen Eindruck, wie der Altar später einmal wieder aussieht, zeigt die rechte und schon restaurierte Altarwange.

Bei einem "Offenen Restauratoren-Atelier" konnten Besucher am Pfingstmontag den Restauratorinnen schon ein wenig über die Schulter schauen. Sie erfuhren dabei Interessantes über die Schäden, die zur Restaurierung verwendeten Materialien und die Vorgehensweise der Expertinnen. Zuvor hatte die Kinderkirche mit dem Theaterstück erzählt, wie der Altar in die Kirche Dorf Mecklenburg kam. Ein Konzert mit neu vertonten Luther-Chorälen beschloss den sonnigen Festtag.
Quelle: ELKM (cme)