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Synodaler Kennenlerntag gibt Empfehlungen für den Weg der Kirchenfusion

 

Züssow (ran). Es sollte ein Kennenlerntag sein, dieser erste Synodentag für die Mitglieder der pommerschen und der mecklenburgischen Landessynoden am Sonnabend in der pommerschen Tagungsstätte in Züssow. Überrascht und erfreut waren einige mecklenburgische Synodale, daß die Reise nach Pommern über die Autobahn kürzer als gedacht gewesen war.

 

Die Mitglieder beider Synoden saßen in alphabetischer Reihenfolge, doch schon bei der Sitzordnung des Synodentages wurden die unterschiedlichen Strukturen der beiden Landeskirchen deutlich. Saß doch der mecklenburgische Landesbischof und der Oberkirchenrat und die Kirchenleitung nicht im Block der Synodalen sondern an der Seite und so verdeutlichten sie sichtbar das mecklenburgische Trennungsprinzip, wo Bischof und Oberkirchenrat keine stimmberechtigten Synodale sind. In der Pommerschen Kirche besteht das Einheitsprinzip, daher sind u.a. der Bischof, der Konsistorialpräsident und der theol. Oberkirchenrat stimmberechtigte Mitglieder. Auch dieses Problem wird in der gemeinsamen Kirchenverfassung zu regeln sein.

 

In dem vorgelegten Entwurf des Rahmenvertrages gibt es bisher zwei unterschiedliche Meinungen zum Problem der gegenseitigen Konsultation bzw. zur Einvernehmlichkeit bei Personalentscheidungen, die die gemeinsame Kirche betreffen werden. Steht doch hier die Rechtsautonomie von Gremien gegen die Abstimmungsregelung und gegebenenfalls auch den Widerspruch einer Nachbarkirche.

 

Für Irritationen hatte das Interview des scheidenden pommerschen Oberkonsistorialrates Hans-Martin Moderow in der Kirchenzeitung gesorgt, der - gegen den Fusionsbeschluß der Synoden vom Frühjahr - ein Zusammengehen mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz empfohlen hatte. Dieses Thema wurde aber im Plenum nicht mehr aufgegriffen. Offensichtlich wollten die pommerschen Synodalen den beschlossenen Weg weitergehen.

 

Aus den Tagungsausschüssen wurde die Empfehlung gegeben, den Zeitplan als Maximallösung zu verstehen und wenn möglich, zu straffen. Ebenso sollten im Verfassungsausschuß die Mitglieder aus Oberkirchenrat und Konsistorium zugunsten der synodalen Mitglieder reduziert werden.

 

Offen ist noch, wie der Rahmenvertrag, der durch die Anregungen der Synodalen noch verändert wird, den beiden Synoden im Herbst zur Abstimmung beschlossen werden soll. So wurde vorgeschlagen, den Vertrag im Herbst in erster Lesung zu behandeln. Gegebenenfalls sei danach ein weiterer Synodentag einzuberufen und die Frühjahrssynoden 2007 beschließen dann den Rahmenvertrag.

 

Daß dieser erste Synodentag Fortsetzungen finden soll, war vielen Voten zu entnehmen. So lud der mecklenburgische Präses Seel die Synodalen zum Synodentag am 31.3.2006 nach Plau am See ein, wo die mecklenburgische Landessynode tagt.

 

Oberkonsistorialrat Andreas Flade meinte zum Beratungsverlauf, daß nirgendwo der Eindruck entstehen solle, „daß etwas durchgepaukt wird, sondern daß es in großem Konsens geschaffen wird. Wir müssen den Eindruck haben, daß nicht nur die Landessynoden zustimmen sondern auch die Gemeinden mitgehen. Je besser uns das gelingt, umso bessser ist dann die Grundlage des Zusammengehens.“ (26.8.2006)

 


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