Oberkirchenrat Flade: „Wir haben einen neuen Landesbischof“
Siehe auch: Predigt und Bilder 1 und Bilder 2
Schwerin (ran). Es wurden immer mehr. Immer mehr Talartragende zogen nach den Landessynodalen in den Schweriner Dom ein. „Die schwarze Wolke kommt,“ sagte ein Beobachter. Das waren Pfarrerinnen und Pfarrer aus der ganzen mecklenburgischen Landeskirche, die zur Einführung ihres neuen Bischofs Andreas von Maltzahn durch den Mittelgang des Doms einzogen. Ganz am Ende dann der Einzuführende und der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich, der als Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) die Einführung vornahm.
Es sah nach altem Ritual aus – die Gefolgsleute ziehen ein und unterwerfen sich dem neuen Herrscher. Aber genau das ist es nicht, denn Landesbischof Friedrich sagte bei seiner Einführungsansprache über das Bischofsamt, daß „wir in der evangelischen Kirche ja bewußt kein Lehramt kennen,“ und er betonte „jeder Pfarrer, jede Pfarrerin ist vor Gott verantwortlich, das Wort Gottes so auszulegen,“ daß nicht das Eigene, sondern Gott verkündigt wird. So wurde die Einführungsansprache Friedrichs auch eine Auslegung des Bischofsamtes. Und er hieß von Maltzahn in der lutherischen Bischofskonferenz willkommen, denn dieses Amt „ist eine wunderbare Aufgabe, die Freude macht und Erfüllung bringt.“ 
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Vor dem Amtszimmer des Landesbischofs
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Im vollbesetzten Schweriner Dom wurde ein festlicher Gottesdienst mit bischöflichen Gästen aus Amerika, Südafrika und Papua-Neuguinea gefeiert. Es war ein musikalischer Weg von der Anrufung des Heiligen Geistes bis zu beschwingten Rhythmen der Bläser beim Auszug.
Dann setzte sich ein großer Zug durch die Schweriner Innenstadt zum Hof des Oberkirchenrates in Bewegung, wo im Hof ein Empfang stattfand und der neue Landesbischof von OKR Andreas Flade begrüßt wurde: „Wir haben einen neuen Landesbischof,“ rief er vom Podest aus den Anwesenden zu und diese Ankündigung wurde mit großem Beifall bedacht. Ehepaar von Maltzahn wurde dann offiziell begrüßt und eine lange Gratulationsreihe wartete vor dem neuen Landesbischof, um ihm Glückwünsche zu überbringen. Da war viel erinnernder Dank aus Wismar dabei, denn Weggefährten von Maltzahns verabschiedeten sich und auf einem Briefumschlag stand noch sein bisheriger Titel: „Propst Dr. Andreas von Maltzahn.“
Nach einem Regenschauer begann der letzte Teil der Einführungstrilogie: Die Grußstunde im Festsaal des Oberkirchenrates. 
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Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter
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Die Lübecker Bischöfin Bärbel Wartenberg-Potter hielt eine kleine Ermutigungspredigt über den müden Propheten Elia, der als Stärkung die Worte „Steh auf, iß und geh, denn du hast einen weiten Weg vor dir,“ hörte. Seit Christus auferstanden ist, „stehen Menschen in seinem Namen auf,“ denn „es ist eine Herausforderung, daß alle Menschen essen und trinken können.“ Bezüglich des „weiten Weges“ meinte sie, „das hört sich bedrohlich an und ist es auch,“ aber das Bischofsamt „ist nichts für Feiglinge.“ Und das sei er ja nicht, wie er etwa als Bausoldat gezeigt habe. Sie ermutigte zu ökumenischer Weite, denn „so schön und kuschelig auch unsere Gemeinden aussehen – es sind doch immer Provinzen des Reiches Gottes.“ Die Lübecker Bischöfin schenkte dem Ehepaar von Maltzahn einen Wasserkrug zum trinken aus dem eigenen Haushalt und die „Bibel in gerechter Sprache, damit der neue Landesbischof sich ein eigenes Bild über die umstrittene Bibelübersetzung machen könne. 
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Bischof Hans-Jürgen Abromeit
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Der pommersche Nachbarbischof Hans-Jürgen Abromeit sagte, daß es einen Vorfahren des neuen Landesbischofs gegeben habe, der schon das Bischofsamt übernommen habe, das sei Hermann von Maltzahn gewesen – und Abromeit machte eine kurze Pause – „das war 1315.“ Er erinnerte auch an den Weg der beiden Kirchen, „denn wir haben schmerzhaft lernen müssen, daß der Weg zu einer Kirche noch schmerzhafter ist, als wir es uns haben vorstellen können.“ Er dankte von Maltzahn für seinen langen Besuch in Greifswald und hieß das Ehepaar gerne willkommen in Pommern. Und er wünschte seinem Bischofskollegen „genügend Zeit für Sie und ihre Frau, denn auch das ist gute reformatorische Tradition - das Leben in der Pfarrfamilie.“
Es war ein runder Tag für den neuen Landesbischof, der schon vor fünf Wochen seinen Schreibtisch im Oberkirchenrat bezogen hat und nun auch als Landesbischof tätig werden kann. Vor seinem Zimmer ist das Namensschild schon seit einiger Zeit mit der neuen Funktion beschriftet worden: „Dr. von Maltzahn – Landesbischof.

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