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Israelfahrt mit 33 Personen aus den Kirchengemeinden Penkun und Brüssow

Ab in den Jordan! - 32-Jährige aus Vorpommern ließ sich in Israel taufen

Fast wie bei Jesus: Pastor Matthias Gienke taufte Stephanie Westphal im Jordan
27.04.2014 ǀ Israel.  Mit einer Gemeindegruppe war Stephanie Westphal (32) aus Friedrichshof (südlich von Pasewalk) in Israel unterwegs. Spontan verlegte sie ihre geplante Taufe in den Jordan. Wie fühlt sich das an?

Frau Westphal, ist der Jordan heute nicht viel zu dreckig zum Untertauchen?

Naja, das ist schon ein brauner Modder, weil an der Jordan-Quelle alles aufgewühlt wird. Der Fluss sah fast aus wie der Mekong in China! Aber ich bin da nicht so empfindlich.

Warum wollten Sie gerade dort getauft werden?

Es stand schon länger fest, dass ich mich taufen lasse und als klar war, dass wir die Israel-Reise unserer Gemeinde mitmachen, hat mein Mann mir das vorgeschlagen – weil ja Jesus im Jordan getauft wurde. Ich fand das sofort toll, ich mache gern verrückte Sachen. Aber unser Pastor Matthias Gienke hat mir abgeraten, weil er dachte, ich scherze bloß. Als wir dann in Israel waren und in der Kirche von Johannes dem Täufer standen, in der Nähe von Jerusalem, meinte Pastor Bernhard Riedel: Das wäre ja toll, wenn wir hier eine Taufe hätten. Da habe ich natürlich sofort gesagt: Die könnt ihr haben!

Aber so kurzfristig war doch nichts vorbereitet.

Nein, aber man braucht ja auch nicht viel für eine Taufe. Matthias Gienke hat sich den Talar von Bernhard Riedel geborgt. Meine Freundin, die gleich Feuer und Flamme war, bot sich als Taufpatin an und hat mir ein Taufkleid gekauft – ein weißes Gewand mit Jesus-Aufdruck, wie es dort viele tragen. So bin ich dann in den Fluss gestiegen...

Wieso wollten Sie überhaupt getauft werden, was hat diesen Entschluss bei Ihnen reifen lassen?

Vieles. Im Grunde hat es 26 Jahre gebraucht, bis ich soweit war. Ich hab als Kind ganz tolle Pastoren in meinem Heimatort Friedrichshof erlebt. Aber dann zogen die weg, die Gemeinde wurde riesengroß, alles so unpersönlich. Später habe ich viele Jahre in Hamburg und Berlin gelebt. Vor sieben Jahren bin ich mit meinem Mann zurückgezogen nach Friedrichshof. 2011 hat Pastor Matthias Gienke die Gemeinde übernommen. Er ist der erste Pastor, der mir das Gefühl gegeben hat, wirklich dazu zu gehören. Deshalb habe ich mich jetzt entschieden.

Wie haben Sie den Moment der Taufe dann erlebt?

Es war ganz toll, sehr emotional. Ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich seitdem glücklicher bin. Matthias Gienke hat mich ordentlich unter Wasser gedrückt, aber das war gut – denn so soll es ja sein in der Taufe: dass man das Alte abwäscht und etwas Neues beginnt. Als er dann meinen Taufspruch gesagt hat: „Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir die Krone des Lebens geben“, liefen Allen die Tränen übers Gesicht. Der Vers passte auch so gut: Ich bin ja Friseurin, und das mit Leidenschaft. Da setze ich sozusagen anderen Leuten die Krone auf...

Wie haben Ihre Bekannten zu Hause reagiert?

Die Familie meines Mannes, die sehr kirchlich ist, hat gesagt: Was machen wir denn jetzt, was wird aus Deiner Tauffeier? Aber es gab ja schon eine Feier. Ich hatte 32 Gäste am Jordan, die ganze Reisegruppe! Alle haben sich mit mir gefreut. Auch hier zu Hause reagieren alle positiv. Abfällig hat sich niemand geäußert, weder von meinen Freunden, noch von meinen Kunden. Leute, die keinen Bezug zur Kirche haben, sind vielleicht überrascht, aber die fragen dann eher: Warum hast Du das gemacht, wie ist das? Und dann erzähle ich das auch gern. Denn immer, wenn ich an meine Taufe denke, fühle ich mich gut und hab ein Lächeln im Gesicht.
Quelle: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung Nr. 17/2014

Mit rund 30 Personen aus ihren Gemeinden waren die pommerschen Pastoren Matthias Gienke und Bernhard Riedel vor Kurzem in Israel. Ihr Fazit:

Diese Fahrt war mehr als nur eine Studienfahrt. 33 Personen aus den Kirchengemeinden Penkun und Brüssow waren im März für zehn Tage unterwegs im Heiligen Land – und kamen beeindruckt zurück. Diese Reise hat unser Herz berührt und unseren Glauben gestärkt. Die Heiligen Stätten werden lebendig, wenn man dort die Geschichten aus der Bibel hört, singt, Andachten und Abendmahl feiert.

Lange hatten wir von der Reise geträumt, sie dann mit Hilfe einer Reiseagentur geplant und uns mehrmals zur Vorbereitung getroffen. Jerusalem haben wir besucht, Bethlehem, Masada, Qumran, das Tote Meer, Kapernaum, Nazareth, Kana, den Berg der Seligpreisungen, den See Genezareth und viele weitere Stationen, deren Namen die meisten von uns vorher nur aus der Bibel kannten.

In der Geburtskirche in Bethlehem „Stille Nacht“ und „Oh du Fröhliche“ zu singen und am See Genezareth Abendmahl zu feiern – das wird für uns alle vermutlich unvergesslich bleiben.

Viele Einheimische berichteten uns auf der Reise zudem von ihrer Religion, ihren Probleme und Sorgen. So wurde auch der Konflikt in Israel ein bisschen besser verstehbar.

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