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Kunstinstallation "Ein Garten Eden 2015"

Kraniche eilen Bäumen voraus

Kurz nach dem erfolgreichen Verknüpfen „fliegen“ die Kraniche noch knapp über dem Kirchenboden und vermitteln doch schon einen Eindruck vom Erscheinungsbild während der Ausstellung.
13.05.2015 ǀ Demmin.  In Vorbereitung der Aufbauarbeiten für „Ein Garten Eden 2015“ wurden am Dienstag 1.000 aus Papier gefaltete Vögel in der St.-Bartholomaei-Kirche in Demmin angebracht. Schüler des Evangelischen Schulzentrums Katharina von Bora halfen beim Falten und bei der Installation der weißen Origamiflieger.

Mit „Ein Garten Eden 2015“ lädt die Kirchengemeinde St. Bartholomaei in Demmin vom 23. Mai bis zum 14. Juni zu einem in der Region bislang einmaligen Projekt ein. Eine Installation aus lebenden Bäumen, Hecken und Kräutern verwandelt die Kirche für drei Wochen in ein grünes Paradies, das mit allen Sinnen zu erleben sein wird. Teil der grünen Ausstellung werden 1.000 aus Papier gefaltete Kraniche sein, die als Symbole des Friedens über den Pflanzeninstallationen schweben. Damit die Kraniche tatsächlich so wirken, als würden sie über dem „Garten Eden“ dahinfliegen, hängen sie an einem Netz, das während der Ausstellung unter der Kirchendecke gespannt wird. Kinder der 6. bis 10. Klassen des Wahlpflichtfaches Kunst des Evangelischen Schulzentrums Katharina von Bora Demmin halfen am Dienstag (12. Mai) dabei, die Kraniche an dem Netz zu befestigen.

Vogelschwarm fliegt zum Altarraum

Zunächst mussten 1.000 Büroklammern im Netz verhakt werden, an denen dann wiederum die Kraniche mittels Fäden verknüpft wurden. „Wir haben uns für eine keilförmige Anordnung der Kraniche entschieden. Wenn sie dann unterhalb des Kirchengewölbes hängen, wird es so aussehen, als ob der Schwarm Richtung Altarraum fliegt“, erzählt Gundula Meyer vom Veranstaltungsteam „Ein Garten Eden 2015“. Angefertigt wurden die Kraniche von Kindern der Region. Die Kirchengemeinde St. Bartholomaei hatte unter dem Motto „1.000 Kraniche für Frieden in der Welt“ Schülerinnen und Schüler dazu eingeladen, die Papiervögel nach der japanischen Origami-Technik zu falten. Sechs Schulen waren dem Aufruf gefolgt. Mit dabei waren aus Demmin das Evangelische Schulzentrum Katharina von Bora, das Goethe-Gymnasium, die Pestalozzi- und die Reuterschule sowie aus Greifswald das Evangelische Schulzentrum Martinschule und das Internatsgymnasium Schloss Torgelow.

Beitrag zum Erhalt des Friedens

Die Schüler seien unglaublich engagiert gewesen und hätten deutlich mehr als die 1.000 benötigten Kraniche gefaltet, so Gundula Meyer. „Allein vom Demminer Evangelischen Schulzentrum kamen 900 Kraniche.“ Die überzähligen Papiervögel können im Ausstellungzeitraum gegen eine Spende als Andenken erworben werden. „Nicht nur die Kriege und Unruhen in aller Welt halten uns in Atem, auch unsere eigene Geschichte mahnt uns, daran zu denken, wie wertvoll ein friedliches Miteinander ist“, sagt Gundula Meyer über die Symbolkraft der Kraniche als Friedenszeichen. Frieden sei ein kostbares Gut. Die Erinnerungskultur zu pflegen und an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben, trage dazu bei, den Frieden zu erhalten. Darum habe das Veranstaltungsteam mit der Kranich-Aktion ganz gezielt die Schülerinnen und Schüler der Region angesprochen, so Gundula Meyer.

Kranich-Netz wird in 15 Metern Höhe gespannt

Die fleißigen Helfer vom Evangelischen Schulzentrum Katharina von Bora wurden von Anke Leu-Jahnke begleitet. „Wir haben Ende Februar mit dem Falten angefangen und in den vergangenen Wochen immer nebenbei weitergefaltet“, erzählt die Kunstlehrerin über den aufwändigen Entstehungsprozess der Kraniche. „Bewährt hat sich dabei die Arbeitsteilung. Einige Kinder haben gefaltet, andere die Aufhängung gelocht oder die Kraniche aufgefädelt“, so Anke Leu-Jahnke. Wenn alle Kraniche verknüpft und ein letztes Mal in Form gebracht sind, wird das sechs Meter mal 16 Meter große Netz mittels Seilen, die durch vorhandene Arbeitslöcher in der Gewölbedecke gezogen wurden, in einer Höhe von rund 15 Metern gespannt, beschreibt Gundula Meyer das geplante Vorgehen. „Dabei werden sich die Helfer untereinander über Handy verständigen, da man vom Dachboden aus nicht hören und sehen kann, was im Kirchraum geschieht.“ Doch bereits jetzt, kurz über dem Boden hängend, sieht der Schwarm aus Papier-Kranichen beeindruckend aus. Über den Pflanzen der Garten-Eden-Installation schwebend, wird er dann die Krönung der Ausstellung sein.

Hintergrundinformationen zum „Ein Garten Eden 2015“
 
Im vergangenen Sommer verwandelte der Garten- und Landschaftsarchitekt Gabriel Jilg unter dem Titel „Garten Eden 2014 - Jubeln sollen alle Bäume des Waldes“ die Heilig-Geist-Kirche am Münchener Viktualienmarkt in ein grünes Paradies. Rund 3.000 Besucher wurden im Ausstellungszeitraum täglich in der Kirche gezählt. Nun kommt diese außergewöhnliche Installation mit einer Melange aus Natur, Kunst und Kontemplation nach Demmin. Gabriel Jilg hat sein Projekt für die St.-Bartholomaei-Kirche komplett neu entworfen und sich dabei von der pommerschen Natur, von der Landschaft und der hiesigen Identität inspirieren lassen. So wird ein einzigartiges Kunstwerk entstehen, das so bislang nicht zu sehen war.
 
Bis zu acht Meter hohe Bäume, dazu Hecken, ein Kräutergarten, Brunnen und Gebetsnischen werden die Kirche auf ganz neue Art erlebbar machen, Emotionen wecken und die Besucher auf ungeahnte Weise anrühren und begeistern. Zahlreiche thematische Veranstaltungen und Konzerte begleiten den „Garten Eden“. Weitere Informationen sowie das gesamte Veranstaltungsprogramm für den Ausstellungszeitraum finden Sie hier
Quelle: PEK (sk)