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Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn


Dr. Enoch Lemcke und Ulrich Hojczyk vom Kultusministerium. Fotos: Neumann

Landesbischof von Maltzahn stellt Fusionsvertrag vor

 

Schwerin (rn). Am Sonnabendvormittag hat der mecklenburgische Landesbischof Dr. Andreas von Maltzahn vor der Landessynode den Fusionsvertrag zur Bildung einer Nordkirche und Grundsätze einer Verfassung eingebracht.

 

Am Ende seines Berichtes fragt er: „Was spricht trotz dieser gewichtigen Gegenargumente für den Weg einer gemeinsamen Kirche?“ Und er antwortet in sieben Punkten:

„Der tiefgreifende Umbau unserer Kirche lässt uns auf eine neue Weise gewahr werden, wie viele Menschen in unserem Land ohne jede Berührung mit Gott leben. Wir sehen darin eine Herausforderung, der wir gerecht werden wollen. Ein besonderes Zeichen dafür ist das Zentrum für die Arbeit mit Konfessionslosen, das nach dem Willen der drei Kirchenleitungen seinen Sitz in Mecklenburg haben soll. Es berät die Gemeinden bei ihren Projekten, mit denen sie auf suchende Menschen zugehen wollen. Zugleich hilft das Zentrum aber auch in Aus- und Fortbildung die häufig noch vorhandene Binnenorientierung der Gemeindearbeit zu überwinden.

 

Wir gewinnen zusätzliche Ressourcen an Personal, Kompetenzen und Finanzen – Ressourcen, die wir hier in Mecklenburg brauchen, nicht zuletzt auch in zusätzlichen Projektstellen oder zur verbesserten Grundausstattung von Gemeinden.

 

Die Ortsgemeinden bleiben unverändert die Basis im Aufbau unserer Kirche.

 

Zugleich trägt die gemeinsame Kirche im Norden Veränderungen des gesellschaftlichen Lebens Rechnung: Wo der Wohnort bei vielen nicht mehr identisch ist mit den Orten von Arbeit oder auch Freizeit, braucht es ansprechende Angebote mit Ausstrahlung über die Ortsgemeinde hinaus. Starke, profilierte Dienste und Werke begegnen den Menschen an diesen anderen Orten.

 

Mit der Entscheidung für eine gemeinsame Kirche in Norddeutschland verwalten wir nicht den weiteren allmählichen Rückbau kirchlicher Arbeit. Durch Synergieeffekte gewinnen wir Handlungsmöglichkeiten im Verkündigungsdienst. Wir tragen damit den demografischen Realitäten Rechnung.

 

Ehrenamtliche erhalten erweiterte Entscheidungskompetenzen. Das verbindet sie noch enger mit ihrer Kirche.

 

Wir treten ein in einen gemeinsamen Lernprozess im Blick auf kirchliche und gesellschaftliche Prägungen und gewinnen so ein besseres Verständnis für unsere Mitmenschen, von denen viele pendelnd arbeiten, leben und studieren.“

 

Hinweis:

Wortlaut der Rede des Landesbischofs und der Wortlaut des Finanzreferenten Olaf Johannes Mirgeler: Wortlaut

(19.9.2008)


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