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„Stadt, Land, Kirche – Zukunft in Mecklenburg“

Diskussionsforum - Allgemein


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Kommentare (66)

  1. Christine Nagel-Bienengräber, Eldena am 23.06.2015
    Ich habe in verschiedenen Gemeindegruppen (vor allem ältere Menschen) das Thema und Anliegen referiert und zur Diskussion angeregt. Zunächst ohne besondere Resonanz. Im Grund soll alles so bleiben, wie es ist. Erst als ich eine Liste mit den einzelnen Gemeindeveranstaltungen vorlegte und darum bat, Punkte zu vergeben, stellte sich sehr eindeutig heraus, dass vor allem die kommunikativen Treffen bleiben sollen. Der Gottesdienst dagegen landete weit abgeschlagen. Den besucht die Gemeinde auch nur selten, während Gemeindenachmittage und Feste gut angenommen werden. Sonntags, ob vormittags oder nachmittags gibt es anderes zu tun, besonders wenn die Kinder /Enkel kommen oder die familie nur am Wochenende zusammen ist. D.h. der Glaube wächst nicht mehr aus der Verkündigung im Gottesdienst (?).
    1. Thomas Kretschmann, Laage am 25.06.2015
      ...vermutlich sollten wir unsere weithin einheitlichen Gottesdienstkonzepte hinterfragen. Das unsere Gemeindeglieder längst mit den Füßen abgestimmt haben, ist schon lange nicht mehr zu übersehen. Ich halte den Gottesdienst für unverzichtbar - allerdings nicht unbedingt in der vielfach traditionell agendarischen Form. (Luther hätte wohl heute auch anders gedichtet, komponiert, gesprochen und Liturgien entworfen)
    2. Matthias Fischer am 29.06.2015
      Die gezogene Konsequenz ist nicht schlüssig, denn es ist keineswegs sicher, dass durch "kommunikative Treffen" der Glaube wächst. Die Frage jedoch danach, wie denn der Glaube wachsen kann, muss uns leiten - auch wenn Wachstum nicht verfügbar oder machbar ist. Ein Nachdenke über Gottesdienstkonzepte, wie von Thomas Kretschmar angeregt wäre eine erster Schritt.
  2. Konvent Missionarische Gemeindearbeit am 25.06.2015
    Thema: Ehrenamt
    Die Kirche der Zukunft wird von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern getragen. Ob sie für ihre Arbeit bezahlt werden oder nicht, spielt eine (sehr) untergeordnete Rolle. So entspricht es dem biblischen Leitbild. Hauptaufgabe der „Hauptamtlichen“ ist die „Zurüstung der Heiligen zum Dienst“ (Epheser 4,12). Im Gegensatz zur heute noch vorherrschenden Perspektive, nach der die Hauptamtlichen die Hauptpersonen sind – nur weil sie die Arbeit allein nicht schaffen, greifen sie auf einen Pool von Ehrenamtlichen zurück –, sind in Zukunft wieder die Ehrenamtlichen diejenigen, durch die die Kirche ihre Mission erfüllt. In diesem Dienst werden sie von den Hauptamtlichen unterstützt, ermutigt, qualifiziert. Es gibt in Zukunft also weniger spezielle Schulungen für Ehrenamtliche. Stattdessen werden die Hauptamtlichen ausgebildet, dass sie die Ehrenamtlichen in ihrem Dienst begleiten und anleiten können. Dabei ist die Art und Weise Vorbild, wie Jesus seine Jünger angeleitet hat, indem er sie an seinen Dienst beteiligt hat.
    Es ist durchaus möglich – ja, es wird mehr und mehr zum Normalfall –, dass Gemeinden von Ehrenamtlichen geleitet werden. Schon heute übernehmen immer öfter Prädikante(inn)en in Vakanzzeiten die Rolle des Pastors oder der Pastorin. In unserer englischen Partnerdiözese ist ein Drittel der Priesterschaft inzwischen „non-stipendiary“, also unbezahlt. Das kann das Modell auch für Mecklenburg sein. Neben den unbezahlten Pastor(inn)en werden in Zukunft auch die weiteren Mitarbeiter(innen) im Verkündigungsdienst (zum Beispiel Mitarbeiter(innen) in der Kinder- oder Seniorenarbeit) für ihren Dienst (im Gottesdienst) beauftragt und nach dessen Ende entpflichtet.
  3. Konvent Missionarische Gemeindearbeit am 25.06.2015
    Thema: Finanzverteilung
    Auch bei der Finanzverteilung kann die englische Partnerdiözese als Vorbild dienen. Neben den Kriterien, die zurzeit in Mecklenburg gelten oder geplant sind, wird dort auch honoriert, wenn Gemeinden benennen können, wo sie Potentiale sehen, für deren Entfaltung sie (z.B. personelle oder finanzielle) Ressourcen benötigen. Das liegt auf der Linie der Mecklenburgischen Initiative „Einer Idee Raum geben“ oder der Stiftung „Kirche mit anderen“, geht aber darüber hinaus. Es geht hier nicht um „zusätzliche“ Aufgaben, die neben den „Pflichtaufgaben“ auch noch wahrgenommen werden. Die englische Kirche begreift sich mehr als die deutsche als Instrument der „Mission Gottes“ (missio dei). Entsprechend heißt die Leitfrage: „Where do you see God at work?“. Es geht nicht um die Verwirklichung eigener Ideen, sondern darum, das zu unterstützen – oder erst zu ermöglichen – was von Gott her zur Entfaltung drängt. Größere Gemeinden, die solche Potentiale (und die damit verbundene Berufung) nicht sehen, werden also möglicherweise benachteiligt gegenüber kleineren, die sich ihrer Berufung stellen.
  4. Konvent Missionarische Gemeindearbeit am 25.06.2015
    Thema: Kernaufgaben
    In der Aufzählung der Weisen, durch die (nach der Kirchengemeindeordnung) die Kirche ihren Auftrag verwirklicht, wird „Mission“ durch „Evangelisation“ ersetzt. „Mission“ wird stattdessen zum Oberbegriff: Die Kirche ist Gottes Instrument für seine Mission (missio dei). Durch sie kommt Gott, Jesus Christus, das Reich Gottes… zur Welt. Insofern die Welt das Ziel ist, sind Diakonie, politische und Gemeinwesenarbeit selbstverständlicher Teil der Mission und damit des Auftrages der Kirche. Weitere Kernaufgaben sind in einer Zukunft, in der kirchliche Sozialisation immer weniger „von selbst“ geschieht, Katechese im Sinn einer Einführung in den christlichen Glauben (z.B. durch Glaubenskurse) und Ermutigung und Anleitung zum Bibel Lesen (z.B. in Hauskreisen). Die großen Erneuerungsbewegungen sind immer auch Bibelbewegungen gewesen. So verwirklicht sich die „Priesterschaft aller Gläubigen“: Im Hören auf die Bibel vergewissert sich der einzelne Christ / die einzelne Christin der je eigenen Berufung und empfängt was sie benötigt (an Glaube, Hoffnung, Liebe…) für die Mitarbeit an dem Platz, an den sie oder er gestellt ist.
    Friedhöfe und ein größerer Teil der Kirchengebäude werden, wenn möglich, abgegeben – außer in den wenigen Fällen, wo gerade hier besondere Potentiale gesehen werden.
    Die Zahl der übergemeindlichen Stellen wird zugunsten von Gemeindestellen deutlich reduziert.
  5. Konvent Missionarische Gemeindearbeit am 25.06.2015
    Thema: Zentrum und Fläche
    In jeder Gemeinde – wenn nicht sogar in jedem Dorf – gibt es mindestens eine Person, durch die Kirche präsent ist. Das muss nicht der oder die (bezahlte oder unbezahlte) Pastor(in) oder ein oder eine andere(r) bezahlter Mitarbeiter(in) sein. Das kann jede(r) sein, der darin seine Aufgabe erkennt – und von den Hauptamtlichen unterstützt wird. Die Hauptamtlichen arbeiten regional in Teams zusammen (soweit möglich auch mit Ehrenamtlichen), wohnen aber nicht alle am selben Ort. Sie wohnen im Gegenteil vorzugsweise in den Orten, in denen niemand sonst die Kirche repräsentiert. Welche Dienste in den einzelnen Gemeinden (oder sogar den einzelnen Orten), welche in der Region vorgehalten werden, ist je nach der Natur des Dienstes und den örtlichen Gegebenheiten von Fall zu Fall zu entscheiden. In einer Zeit, in der man auch zum Einkaufen, zum Sport oder zur Ärztin in den nächst größeren Ort fährt, ist es kein Problem, wenn dort auch der Kirchenchor probt. Andererseits hat aber die Kirche – anders als viele kommerzielle oder kommunale Dienstleister – einen Auftrag, zu den Menschen zu gehen („Gehet hin in alle Welt…“). Sie muss deshalb neben der Komm-Struktur auch eine Geh-Struktur auf- und ausbauen und im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen präsent sein.
  6. Pfarr- und Domgemeinde Güstrow am 03.07.2015
    • Wichtig ist, dass zuerst eine Vision entwickelt wird - wo wollen wir hin, wie soll Gemeinde 2030 aussehen - alles andere entwickelt sich in Beziehung dazu und kann dann beraten und entschieden werden
    • wir können nicht immer von dem ausgehen, was wir in der Vergangenheit hatten und jetzt haben und uns darum bemühen, das alles zu erhalten - es muss ganz neu gedacht und angesetzt werden
    • die Themen PfarrGemeindehaus und Stellenplanung in die Regionalkonvente zu geben, und dort entscheiden zu lassen, wird Unfrieden mit sich bringen, weil jede Gemeinde für "sich" kämpft - das wird nicht konstruktiv
  7. Pfarr- und Domgemeinde Güstrow am 03.07.2015
    Thema: Ehrenamt
    • in Güstrow gibt es sehr viele Ehrenamtliche und viele Möglichkeit zu ehrenamtlichem Engagement
    • Gaben entdecken und fördern ist kontinuierlich nötig
    z.B. Menschen in besonderen Lebenssituationen ansprechen, anregen mitzutun ( im Umfeld von Kasualien)
    • dafür Information und Ausbildung vorhalten ( Einführung, Weiterbildung, Begleitung, Supervisionsgruppen)
    • in der Stadt gibt es noch viele Menschen - als Potential - wie gelingt es möglichst viele zu beteiligen?
    • wer Arbeit hat, ist meist sehr eingespannt - das sollte aber kein Ausschlusskriterium sein
    • junge Rentner sind eine wichtige Ansprechgruppe
    • ein wichtiges Thema grundsätzlicher Art ist: Empfangskultur und Gastfreundschaft
    • eine Herausforderung für Menschen mit Touristenkontakt ist: wie geht man respektvoll mit Unfreundlichkeit um?
    • als Ehrenamtlicher gewinnt man selber Freude und Bereicherung,
    dabei sollte Veränderung immer ermöglicht werden
    • Hauptamtliche haben die Aufgabe zur Bündelung: den Gesamtblick auf Gemeinde und Vernetzung mit übergemeindlichen Ebenen
    • Rückbindung an die Gemeinde ist immer wichtig
    • evt. werden wir weniger hauptamtlich Mitarbeitende in Güstrow zukünftig haben - auch darum muss das ehrenamtliche Engagement gefördert werden
    dabei geschieht: wer sich einbringt und Verantwortung übernimmt / übernehmen kann, denkt und trägt ganz anders mit
    darum muss Mitsprache wirklich gewollt sein - es geht im EA nicht nur um Hilfsarbeiten
    • gleichzeitig gilt es, vielfältige Anknüpfungspunkte zu schaffen, offene Angebote zur Beteiligung ohne große Voraussetzungen zu erfüllen
  8. Pfarr- und Domgemeinde Güstrow am 03.07.2015
    Thema: Finanzverteilung
    • Der bisherige Weg der Finanzverteilung ist richtig.
    • Eine Auflistung der Einnahmen und Ausgaben ist nötig, wobei die Einnahmen zu erhöhen und die Ausgaben zu senken sind.
    • Die Verteilung der Finanzmittel im Rahmen der Landeskirche bzw. in der EKD ist sinnvoll.
  9. Pfarr- und Domgemeinde Güstrow am 03.07.2015
    Thema: Gemeinschaft der Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst
    • Wir erleben es dankbar, dass die Gemeinschaft der Dienste in Güstrow gut funktioniert. Wir sind uns im Klaren darüber, dass wir damit in einer guten Situation sind
    • Eigentlich ist dies auch erstrebenswert in der Zukunft, wir sehen aber auch, dass das Modell bei rückläufigen Zahlen an Gemeindegliedern kaum durchzuhalten ist.
    • Mit missionarischer Arbeit der Entwicklung entgegenwirken - persönliche Beziehungen knüpfen.
    • Auch gut funktionierende Ehrenamtlichenarbeit ist ohne Hauptamtliche nicht möglich.
    • Modell ausprobieren: 1 Pastor + 2 Pfarrdiakone (s. Arbeit in Tansania!)
    • Übergemeindliche Dienste begrenzen
    • Verwaltung delegieren
    • Bürokräfte verstärken - Präsenz
  10. Pfarr- und Domgemeinde Güstrow am 03.07.2015
    Thema: Kernaufgaben
    • Es kann nicht so weitergehen wie bisher - eine "Aufrechterhaltung des bisherigen Betriebs" ist nicht möglich, sondern Vision von der Gemeinde 2030 entwickeln und danach klären: Finanzen, Gebäude, Art der Dienstgemeinschaft/Miteinander, Verhältnis Fläche/Zentrum klären
    • Leichtigkeit entwickeln - Aufgaben fallen zu lassen
    • Kernaufgabe: Reich Gottes bauen, Menschen in Beziehung zu Gott einladen/für Gott begeistern (kein Kulturverein)
    • es werden Menschen gebraucht, die für Christus brennen, die sprachfähig über ihren Glauben sind, dieses Feuer hüten (was dient der Zurüstung?)
    • den Menschen ganzheitlich ansprechen: Ratio - Bildung, Herz
    • dem Heiligen Geist Raum geben
    • Was nicht der Zurüstung, der Einladung, dem Wachstum im Glauben dient, in Frage stellen.
  11. Pfarr- und Domgemeinde Güstrow am 03.07.2015
    Thema: Zentrum und Fläche
    • Nicht jetzige Strukturen aufrechterhalten, sondern Mut zur Lücke und Stärkung von Zentren: 1 Team an einem Ort im Zentrum und 1 Verantwortlicher für jeden weiteren Ort in der Fläche - Regelmäßigkeit in der Ansprechbarkeit
    • Kirchliches Zentrum mit Ausstrahlung auf die Umgebung - Hinausgehen in die Fläche = Dienstleister sein für jedes Gemeindeglied
    • Technische Möglichkeiten nutzen (Internet)
    • Bei Zuordnung von Zentrum und Fläche auf gewachsene Strukturen und Beziehungen achten (z.B. Schulstandorte, Verkehrswege, Versammlungsräume...)
    • Auf Bedürfnisse der Gemeindeglieder achten und andererseits mündige Gemeindeglieder erwarten, die selbst aktiv werden
    • Hauptamtliche Mitarbeitende in den Zentren, die für fachliche Fragen zuständig sind, die Ehrenamtliche schulen, Multiplikatoren sind
    • Funktionspfarrämter einschränken und erweiterten Predigtauftrag für jeden Hauptamtlichen
    • Dorthin gehen, wo Vereine, Gruppen usw. arbeiten - Mitgestalten, Angebote machen, gemeinsame Themen suchen
    1. Thomas Moll, Alt Käbelich am 09.07.2015
      Diese wohlformulierten Gedanken lesen sich auf dem Papier sehr schön und sind aus städtischer Sicht auch nachvollziehbar. Aber leider zeigt das Beispiel der „kommunalen Zentren“ zumindest bei uns im Osten Mecklenburgs, dass die Menschen in den ländlichen Räumen immer mehr abgehängt werden. Gerade in einer pastorenfixierten Kirche wie in Mecklenburg wird der Frust und die Enttäuschung der Menschen in den dann einem „kirchlichen Zentrum“ zugeordneten ländlichen Räumen enorm sein bzw. die Gleichgültigkeit gegenüber Kirche sich noch verstärken.
      Persönlich bin ich auch dafür, dass wir weg von der Pastorenfixierung hin zu einer ehrenamtlich verantworteten Kirche müssen, aber dies wird ein langer Prozess werden, der mindestens eine Generation, wenn nicht gar zwei dauern wird. Eine Großzahl derer, die sich ehrenamtlich in der Kirche engagieren, sind Menschen, die sich vielfältig gesellschaftlich einbringen und bereits jetzt vielfach an ihre Grenzen stoßen. Wie sich diese Entwicklung auf die Theorie von einer „primär ehrenamtlich verantworteten Kirchengemeinde“ praktisch auswirkt bleibt abzuwarten, darf aber kritisch und skeptisch hinterfragt werden. Das in diesem Zusammenhang gern herangezogene und zitierte französisch-katholische Model der Gemeindebildung nach Poitiers (nachzulesen in: Was wird jetzt aus uns, Herr Bischof? – Ermutigende Erfahrungen der Gemeindebildung in Poitiers; Schwabenverlag; 6. Auflage 2014) geht davon aus, dass der Wunsch nach mehr Ehrenamtlicher Verantwortung „von unten“ also von den Gemeindegliedern selbst kommt. Dies ist bei uns aber nicht der Fall, da der Wunsch bzw. der fiskalische Druck „von oben“ an die Gemeinden und Kirchenregionen herangetragen wurde.

      Impuls: Wie wäre es, wenn die „Kirche im Dorf bliebe“ und die Hauptamtlichen aus dem ländlichen Raum in die „kommunalen Zentren strahlen“ würden? Viele Menschen (besonders die jüngeren Engagierten) wohnen ja auch auf dem Land und fahren zum Arbeiten in die Stadt. In die Zentren fährt man ja sowieso (Einkauf, Arztbesuch, Ämter usw.). Aber auf diese Weise wäre Kirche auch näher an den Menschen in der Fläche.
  12. Kirchengemeinderat Neubukow am 11.07.2015
    Themen: Zentrum und Fläche / Kernaufgaben
    - Die Diskussionspapiere klingen sehr resignativ und entmutigend. Sie lesen sich wie eine Kapitulation. Gibt es keine zukunftsweisenden Impulse?
    - Zentralisierung entfernt uns von den Menschen vor Ort. Menschen – auch Nicht-Gemeindeglieder – identifizieren sich mit „ihrer“ Kirche. Wir erleben das positiv an den Spenden für das Kirchendach in Neubukow. Sehr deutlich ist das aber auch in der KG Westenbrügge: viele Gemeindeglieder würden nicht nach Neubukow kommen – sondern eben gar nicht mehr. Sie sind mit „ihrer“ Kirche verbunden und haben mit Neubukow „nichts“ zu tun. Zum Beispiel Gottesdienste einfach in die Zentren zu verlegen würde bedeuten, dass viele Menschen nicht mehr kommen würden.
    - Bei einer Reduzierung auf ein Restangebot, zum Beispiel nur noch ein Gottesdienst alle 2 Wochen – stirbt dieser GD womöglich mit der Zeit. Niemand wird in einem GD (10.00 Uhr morgens! In einer kalten Kirche!) Christ – schon gar nicht, wenn er nicht hingeht. Wie können Menschen an solchen Orten Christen sein/ werden? Braucht es nicht neben dem GD ein Mindestmaß an Gemeinschaft, Bibellesen und Gebet und „Ausstrahlung“ (Mission)?
    - Die Zusammenarbeit mehrerer Kirchengemeinden (um sich z.B. einen Kirchenmusiker zu teilen) birgt reichlich Konfliktstoff in sich.
    - Man kann nicht in allen Bereichen (Kommune, Kirche, Sorge um Kinder und Sozialschwache) alles auf Ehrenamtliche abwälzen wollen.
  13. KGR-Mitglied Kirchengemeinde Alt Käbelich - Warlin am 26.07.2015
    Die Kirche kommt mir vor wie ein Schiff, dem auf hoher See bald die Kohlen ausgehen. Um weiterfahren zu können, soll jetzt das Gepäck der Passagiere über Bord geworfen werden. Aber bitte nur das Gepäck der Passagiere der zweiten und dritten Klasse aus dem Unterdeck. Die Passagiere der ersten Klasse dürfen ihr Gepäck selbstverständlich behalten.
    Dadurch wird das Schiff zwar leichter, aber das Gewicht ist jetzt ungleichmäßig verteilt. Der Schwerpunkt befindet sich zu weit oben auf dem Oberdeck. Zwar kann das Schiff jetzt mit weniger Gewicht weiter fahren, aber schwere See oder starker Sturm werden es unweigerlich zum kentern bringen.
    Wahrscheinlich hätte das Schiff seinen Zielhafen auch mit dem Gepäck aller Passagiere erreichen können. Aber dazu hätte der Kapitän darauf verzichten müssen, alle kleinen Nebenhäfen anzulaufen in denen er keine Kohlen bunkern konnte.
    1. Nele Tanschus am 13.08.2015
      Mit Interesse habe ich Ihre Ausführungen gelesen. Mich interessiert, was Sie mit "Aber dazu hätte der Kapitän darauf verzichten müssen, alle kleinen Nebenhäfen anzulaufen in denen er keine Kohlen bunkern konnte. " ansprechen wollten.
    2. KGR-Mitglied Kirchengemeinde Alt Käbelich - Warlin am 15.08.2015
      Ich meine damit die unzähligen Projekte, die mit eigenen Stellen belegt werden. Diese fressen personelle und auch materielle Ressourcen. Brauchen wir beispielsweise wirklich einen Fonds "Kirche und Tourismus" (s. Landessynode Nov. 2014), der innerhalb von 10 Jahren bis zu 4,5 Mio. Euro erhalten soll? Was will die Kirche mit einem eigenen Klimaschutzgesetz? Gesetzliche Regelungen zum Klimaschutz gibt es doch wohl schon genug?
      Ich denke, Kirche sollte sich besser wieder auf ihr „Kerngeschäft“ konzentrieren. Die wirkungsvollste Missionsarbeit sind m.E. immer noch lebendige Gemeinden vor Ort – auch und gerade in den Dörfern, dort wo die Menschen leben.
      Besser als ich es formulieren könnte, hat Prof. Dr. Michael Herbst in einem Interview des ERF 2012 zur Zukunft der Kirche gesagt: "Ich glaube, dass auf Dauer die Gemeinden überleben werden, in denen das Evangelium, wie es in der Bibel aufgezeichnet ist, bezeugt wird; Kirche, die sich davon löst und auf Seitenfelder begibt keine Überlebenschance haben würde.“
  14. Kirchenregion Bad Doberan - Regionalkonferenz am 21.08.2015
    Thema: Finanzverteilung
    Solidarischen Ausgleich beibehalten, jedoch unter Berücksichtigung einer effizienten Stellen- und Gebäudeplanung.
  15. Kirchenregion Bad Doberan - Regionalkonferenz am 21.08.2015
    Thema: Gemeinschaft der Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst
    Eine starre prozentuale Aufteilung für jede Kirchenregion wird abgelehnt und stattdessen eine flexible Handhabung je nach Bedarf der Gemeinden gefordert. Der Kirchenkreis sollte vielmehr auf die Schaffung voller Stellen hinwirken.
  16. Kirchenregion Bad Doberan - Regionalkonferenz am 21.08.2015
    Thema: Kernaufgaben
    Nutzung der spezifisch religiösen Kompetenzen, um diese Dimension mit allen Menschen (nicht nur den eigenen Mitgliedern) in deren Lebenszusammenhängen zu kommunizieren.
  17. Kirchenregion Bad Doberan - Regionalkonferenz am 21.08.2015
    Thema: Zentrum und Fläche
    Zentralisierung vermeiden, Pfarrhäuser nach Möglichkeit erhalten, Kontakte vor Ort stärken.
  18. MitarbeiterInnen Zentrum Kirchlicher Dienste am 21.08.2015
    Thema: Ehrenamt
    Ehrenamt braucht ergänzend auch immer Ressourcen der hauptamtlichen Mitarbeiter und eine angemessene Beteiligungskultur. EA wollen sich in qualifizierter Form beteiligen können.
  19. MitarbeiterInnen Zentrum Kirchlicher Dienste am 21.08.2015
    Thema: Gemeinschaft der Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst
    Diese Gemeinschaft ist ein besonderer Schatz!
    Die Beschreibung, wer Mitarbeitender im Verkündigungsdienst ist, sollte offener sein: auch andere Berufsgruppen, z.B. Diakonat einbeziehen. Es sollte auch an anderer Stelle beschrieben werden, was Verkündigungsdienst ist- Stellenplan ist nur ein Segment.
    Die Verhältniszahlen im Stellenplan sollten aktualisiert werden, beweglicher sein.
    Es sollten nicht mehr als 60% Pfarrstellen vorgesehen werden.
    Fort- und Weiterbildung sollte für alle vergleichbar erfolgen.
  20. MitarbeiterInnen Zentrum Kirchlicher Dienste am 21.08.2015
    Thema: Kernaufgaben
    „Kernaufgabe“ heißt nicht Kerngemeinde.
    Kernaufgaben müssen neu und konkret benannt werden.
    Orte kirchlichen Handelns sind „Gemeinde“ in Form von z.B. Beheimatung, Gastfreundschaft, Bildung.
    Die Suchbewegung des Glaubens muss Vorrang haben gegenüber der Lehre
  21. MitarbeiterInnen Zentrum Kirchlicher Dienste am 21.08.2015
    Thema: Zentrum und Fläche
    Vorteile von Zentren in der Fläche (mehrerer Gemeinden oder Gemeindeteile):
    - Sonntäglicher Gottesdienst muss nicht Zentrum der Gemeinde sein.
    - Gemeinsame Verwaltung mehrerer Gemeinden kann z.B. von Bauaufgaben entlasten.
    - Möglichkeiten des Gottesdienstangebotes lassen sich flexibilisieren
    - Teambildung (im Zentrum) wird unterstützt
    - Flexiblere Arbeitsformen ermöglichen zusätzliche Anstellungen von Mitarbeitenden.
  22. Pastor Siegfried Wulf, Bredenfelde am 02.09.2015
    Ich denke , dass die Grundansätze des Projekts falsch sind! Dies Projekt geht von Mangelverwaltung aus und das ist nicht richtig. Der Greifswalder Professor H. Klüter widerspricht der gängigen Demografischen Prognose vehement (Nordkurier 23.07.2015) Es ist nicht so dramatisch wie angenommen.
    Zum anderen selbst wenn wir nur 15 - 20 % evang. Christen in MV sind, dann sind es aber 80 - 85 % potentielle Christen (von denen wir statistisch nur 5% bräuchten für unseren Selbsterhalt). Was wir brauchen sind klare Konzepte, Ideen und Visionen für eine zukunftsfähige Kirche. Der Brief des Bischofs erinnert an die babylonische Gefangenschaft und ihrer Erneuerung. Ich denke an den Fischer der Predigte und 3000 kamen zum Glauben. Wir brauchen wieder eine Begeisterung zur Mission, ein Feuer, das für Unerreichte brennt.
    Wir hatten in Mecklenburg einmal einen Pastor für Evangelisation und einen für Volksmission. Es gab das Instrument der Dorfmission und wir haben in der Nachbarschaft das Greifswalderinstitut. In diese Richtung gibt es viele Ideen, die einen Motor bräuchten und etwas Geld.
    Da wir zur Zeit ja gut Geld in der Kirche haben, denn wir können uns Projekte leisten wie Klimaprogramme, Tourismus ... warum stocken wir nicht das Personal auf um in den ländlichen Regionen wieder aktiv zu werden und nicht dem kommunalen Zentralismus nacheifern.
    In meinen über 30 Dienstjahren gab es viele Projekte zur "Gesundschrumpfung" doch als gelernter Kaufmann weiß ich, dass letztlich nur gezielte Investitionen in das Kerngeschäft ein Unternehmen retten.
    Wir brauchen Investitionen in den Verkündigungsauftrag und sei es nur um dem Missionsauftrag Jesu Rechnung zu tragen.
    1. KGR-Mitglied Kirchengemeinde Alt Käbelich - Warlin am 07.09.2015
      „dass letztlich nur gezielte Investitionen in das Kerngeschäft ein Unternehmen retten“. Genauso ist es: Wir verzetteln uns in unendlichen Projekten und vernachlässigen das, worum es im Kern geht.
  23. KG Brenz / und KG Neustadt-Glewe am 21.09.2015
    Zentrum - Fläche:
    - nur im Zusammenspiel mit EA kann kirchl. Leben auf Lande gelebt werden, Bündelung von Kräften Kommune und Kirche durch z.B. gemeinsame Nutzung von Räumen, Festen
    -Die Dörfer sollten gestärkt werden, weil sie Lebensorte sind, stressig immer wegzufahren

    Kernaufgaben:
    Seelsorge, Besuche, Gottesdienste, Gebäude, Friedhofspflege, Arbeit mit Kindern, Kasualien

    Ehrenamt:
    - kann von Mitgliedern der Kirche und Nichtmitgliedern wahrgenommen werden,
    - Ohne Hauptamtlichen geht es nicht,
    -dafür ist er voll da und nicht nur punktuell, ist freigestellt von anderer Erwerbsarbeit

    Zusammenarbeit der Dienste: es ist dringend nötig, die Felder erstmal zu besetzen!, dann können zuverlässig und kontinuierlich Menschen erreicht werden
  24. Kirchengemeinderat Alt Bukow am 25.09.2015
    Allgemeine Bemerkungen zum Prozess
    Jesus meint, wir sollten zuerst nach Gottes Reich trachten, der Rest würde sich dann ergeben!
    Leider trachten wir alle zuerst nach unserem kleinen privaten Reich, und ein Rest bleibt dann kaum noch übrig. Beten wir um den Heiligen Geist für uns, dann klappts vielleicht auch mit den Nachbarn.
  25. Kirchengemeinderat Alt Bukow am 25.09.2015
    Thema: Ehrenamt
    1. Beteiligungsmöglichkeiten gibt es mehr als genug, aber die Strukturen funktionieren nicht mehr, es finden sich z. T. nicht die Leute dafür, denn auch ehrenamtliche Mitarbeiter müssen ihren Lebensunterhalt finanziell absichern. In jedem Ehrenamt hängt Herzblut aber es fehlt an finanzieller Unterstützung z. B. bei der Fortbildung oder nicht alltäglichen Arbeiten mit hoher Anwesenheitszeit. Auch werden Fortbildungen oft nicht wahr genommen, da sie zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen.

    Beteiligungsmöglichkeiten werden kaum genutzt, weil vielen die Gemeinde nicht wichtig genug ist. Das Gemeindeleben ist so eine Art Hobby, allerdings ein nicht besonders geliebtes, was bei anderen Vereinen (Sport, Kultur, Feuerwehr) anders zu sein scheint. Jeder macht, was er leisten kann, aber wenn es zu viel wird, ziehen sich Ehrenamtliche zurück. Es gibt kaum Frustrationstoleranz.
    Es ist für Ehrenamtliche nicht gerade erweckend schwierige Probleme zu bewältigen, bei denen sie überfordert sind, z.B. bei baulichen Aufgaben, bei Sachen, die nicht funktionieren. Es sind immer nur dieselben, es liegt zu viel Arbeit auf zu wenig Schultern.
    Kirchliche Veranstaltungen gehen ohne Ehrenamtliche gar nicht. Die Gemeinden werden durch Zusammenlegungen größer, Arbeit wird eher als Last und weniger als Freude empfunden.

    2.Zusammenarbeit wird als gut empfinden, ist aber an den Grenzen des möglichen (z. T. zeitlich verzögerte Reaktionen durch Überarbeitung). Es gibt Offenheit und Vertrauen, es ist aber nicht mehr Flexibilität möglich. Probleme können ohne Vorbehalte angesprochen werden. Unterstützung und Einweisung der Ehrenamtlichen müßte mehr erfolgen. Probleme werden teilweise nicht richtig angegangen, was unbefriedigend ist. Man muß schauen, wo man Punkte setzt, wo Kraft und Input reingeht.

    3. Formen der Zusammenarbeit: wichtige Positionen funktionieren nicht auf Dauer übers das Ehrenamt. Jede Kirchengemeinde sollte eigene bezahlte Mitarbeiter haben, die mit ehrenamtlichen als Team zusammenarbeiten.

    4. Aktionen wie „Kirche im Dorf“, Arbeitseinsätze mit Kommune gemeinsam, persönlich einladen, dabei aber auch respektieren, dass Menschen, die nicht kirchlich sind, sich auch nicht unbedingt für Kirchengemeindeleben interessieren.

    5. Nein, Gemeinden sind ohne hauptamtlich Mitarbeitende nicht wirklich denkbar! Möglich wäre es nur, wenn es ernsthaft Ehrenamtler gäbe, die gut ausgebildet, stark im Glauben und hingebungsvoll in der Sache sind und entsprechend Zeit und Kraft haben. Wir möchten nicht auf einen Pastor verzichten, der über ein umfangreiches Wissen gepaart mit einem festen Glauben verfügt.
  26. Kirchengemeinderat Alt Bukow am 25.09.2015
    Thema: Finanzverteilung
    Beim Thema Finanzierung fehlt im Kirchengemeinderat einigen einfach der fachliche Einblick.
    Es wird sehr viel Geld an Kirchengebäude gesteckt, in denen zu wenig Leben stattfindet, es sollten mehr Pastoren eingestellt werden. Andererseits muß man auch davon runterkommen, dass man nur Pastoren finanziert, sondern auch Kümmerer oder Gemeindemanager ausbildet und bezahlt, die vor Ort sind und Ansprechpartner sind.
    Es gibt die Sorge, dass der "Wasserkopf" immer größer wird und unten kommt nichts an. Dort wo unbedingt Arbeit geleistet werden muss, wird gekürzt. Ergebnis: Die Menschen sehen sich nicht mehr von ihren Kirchengemeinden versorgt und wenden der Kirche den Rücken zu.

    Die Pachteinnahmen waren als Stiftung im Mittelalter gedacht, um Kirche, Pastor und Gemeindearbeit aufrecht zu erhalten. Man kann doch dann nicht das Geld von 10 Gemeinden zusammenwerfen, damit ein Pastor irgendwo weitab sitzt, die Pachteinnahmen der Ortskirche sollten für Pastoren/Mitarbeiter vor Ort benutzt werden. Bei aller Solidarität müsste das überdacht werden.
  27. Kirchengemeinderat Alt Bukow am 25.09.2015
    Thema: Gemeinschaft der Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst
    1. Wir haben keinen Küster, keinen Gemeindepädagogen, keine Kirchenmusiker, die über den Stellenplan laufen (was aber nötig wäre). Der Pastor ist in unserer Kirchengemeinde der Hauptmitarbeiter.

    2. Das Modell der Gemeinschaft der Dienste ist in der Theorie gut so.

    3. Aufteilung im Prinzip gut, aber zur Zeit nicht vorhanden. Wie kann das Wirklichkeit werden in der einzelnen Gemeinde? Dabei braucht es auch Flexibilität zu schauen, was wo gebraucht wird.
  28. Kirchengemeinderat Alt Bukow am 25.09.2015
    Thema: Kernaufgaben
    1. Verkündigung in Wort und Tat, Seelsorge, Sakramente, Amtshandlungen, Geistige und soziale Arbeiten (und dabei Menschen begeistern, Neugierige anziehen → Mission),
    Gemeinschaft mit Gott haben und Gemeinschaft im Glauben haben mit anderen, so dass man mit seinen Fragen und Zweifeln nicht alleine ist.
    Alles andere ist schön, aber kein Alleinstellungsmerkmal, das können andere wie Vereine etc. z.T. einfach besser. Die Kernaufgaben können nur hauptsächlich von ausgebildeten Kräften richtig angesprochen werden. Im Ehrenamt bleibt dies nur Stückwerk.

    2. Aufgaben wie Bauliches, Verwaltung, Unterhaltung der Gebäude betreuen, etc. pp.
    Dort braucht die Kirchengemeinde mehr Unterstützung der Kirchenkreisverwaltung, die aber leider auch kaum noch arbeitsfähig ist durch Überarbeitung und Zusammenlegungen.....

    3. Indem sie anfängt sich als Region zu verstehen, Feste reihum feiert, Sonntagsgottesdienste wandern können, ohne dass jeder nur an seinen eigenen Kirchturm denkt.

    4. Besuche, Besuche, Besuche, vor Ort da sein, Präsenz und Verläßlichkeit zeigen.

    6. Es sind leider keine Kapazitäten vorhanden, die Mitarbeiter sind an ihren Grenzen.
  29. Kirchengemeinderat Alt Bukow am 25.09.2015
    Thema: Zentrum und Fläche
    1.-3. Problematisch! Wir leiden unter unserer halben Pastorenstelle. Es werden immer weniger erreicht. Das Wort wird nicht mehr unter die Leute gebracht - sie müssen es sich holen. Ehrlich gesagt gibt es da heute mehr denn je zuviel Konkurrenz auf dem "Freizeitmarkt", vom spirituellen "Markt" ganz zu schweigen. Es ist ein zweischneidiges Schwert, wenn man alles in Zentren verlegt, dabei stirbt was vor Ort. Aber gut ist z.B. die Christenlehre an Schulen wegen der Fahrerei, auch Konfirmandenunterricht oder Chorarbeit ist zentral besser, damit mehr beieinander sind.

    2. Ja im Prinzip schon, denn Teamarbeit immer gut, die Mitarbeiter sind nicht so verlassen und alleine... man befruchtet sich gegenseitig.

    3. Wir favorisieren: Ein Oberzentrum mit Kümmerer, Gemeindepädagogen o.ä. vor Ort. Es sollte
    beides in guter Zusammenarbeit in Ausgleich sein. Ein kirchliches Zentrum ist gut, so dass es vielfältige Angebote gibt, welches dann aber Ausstrahlung nach außen und in die einzelnen Orte hat, denn für viele ist hauptsächlich der unmittelbare Gemeinderaum wichtig. In diesem findet vordergründig die Arbeit statt.

    4. Nein, Gemeinden ohne hauptamtlich Mitarbeitende sind nicht denkbar und schon gar nicht wünschbar, denn die Ehrenamtlichen sind i.d.R. gar nicht in der Lage die Gemeindestrukturen zu erhalten. Da braucht es berufene ausgebildete Hauptamtliche und seien es Kümmerer oder Gemeindemanager.

    5. Das ist örtlich sehr verschieden, es wäre schön, wenn die Gemeinde es mit nur einer Kommune zu tun hätte, bei Regionalisierung sind es viele Kommunenen, mit denen zusammengearbeitet werden soll. Das Projekt „Kirche im Dorf“ greift da wie auch gemeinsame übergreifende Arbeitseinsätze.
  30. Kirchengemeinderat Krakow am See am 25.09.2015
    Allgemeine Bemerkungen zum Prozess
    Seit Jahrzehnten strukturieren wir gemeindlichen Rückbau und nebenher werden immer mehr übergemeindliche Stellen und Projektstellen eingerichtet.
    Es frustriert, immer wieder vorgehalten zu kriegen: „Ihr seid zu klein.“ „Ihr seid zu wenig.“ „Ihr müsst abbauen und zusammenlegen.“
    Es frustriert, immer wieder aufgefordert zu werden: „Ihr müsst umstrukturieren.“ Und dann werden je nach Situation und Personalwechsel / -weggang Stellen aufgehoben und Gemeinden zusammengelegt oder auch nicht.
    Wir sollen zentralisieren und zu großen Gebilden zusammenlegen; dagegen ist die Erfahrung, dass Gemeindeleben durch persönlichen Nähe viel mehr gefördert wird als durch große Events. Für die Kirche / Gemeinde im Ort oder Nachbarort weiß sich viel eher jemand mitverantwortlich, als für die Kirche in der fernen großen Stadt. Große Strukturen führen zu Anonymität und Unverantwortlichkeit (Desinteresse). Es wird damit gerade nicht ehrenamtliche Beteiligung gefördert, sondern es werden wenige Arbeitsstellen für Spezialisten geschaffen.
    Der bestimmende Gedanke sollte nicht der Erhalt von Kirchen und Pfarrhäusern und Anstellungen sein, weil wir das schon „immer“ hatten oder es „schon immer so war“.
    Sondern (zurückblickend): Wir sind von Jesus Christus geliebt und gerettet. Jesus hat sein Leben für uns gegeben, um uns vor dem ewigen Verderben zu retten. Wir haben Jesus das ewige Leben in Gottes Herrlichkeit zu verdanken. Wir sind eingeladen zum ewigen Festmahl in Gottes Vaterhaus. Wie dankbar bin ich dafür?
    Und die andere Seite (um uns blickend): Die Menschen um uns herum sollen ebenso vor dem Verderben gerettet werden. Es geht also nicht um Kirchensteuerzahler oder Veranstaltungsteilnehmer, sondern um das ewige Leben. Wir sind von Jesus in diese Welt gesandt um Menschen zu Jüngern und zu Nachfolgern zu machen (Missionsauftrag Mt 28,19.). Denn Jesus sagt: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich." (Jh 14,6.)
    Hauptfrage ist nicht die Struktur, sondern das Ziel: Was dient der Erfüllung des Auftrages, dass Menschen Jesus kennen lernen und sein Heil annehmen?
  31. Kirchengemeinderat Krakow am See am 25.09.2015
    Thema: Ehrenamt
    1. Wie erleben Sie die derzeitigen Beteiligungsmöglichkeiten Ehrenamtlicher in den Gemeinden, in der Kirchenregion und im Kirchenkreis?
    Beteiligungsmöglichkeiten sind vielfältig, da viel Arbeit da ist, die hauptamtlich gar nicht abgedeckt werden kann. Problem ist, dass die wenigen Ehrenamtlichen, die da sind, auch schon sehr ausgelastet sind.
    Die Beteiligungsmöglichkeiten Ehrenamtlicher in der Gemeinde sind sehr gut. Die Beteiligung in der Kirchenregion und im Kirchenkreis ist eher uninteressant, da die ehrenamtlichen Mitarbeiter vor Ort ziemlich ausgelastet sind.

    2. Wie erleben Sie die Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen vor Ort? Welche Fähigkeiten gilt es zu entwickeln?
    Gut.
    Die Zusammenarbeit Ehren- und Hauptamtlicher ist im Großen und Ganzen gut. Mehr Informationen von der Gemeindeleitung (KGR und Hauptamtliche) in die Gemeinde hinein und zurück zu bringen, ist nötig. Ausschussarbeit (je nach Interesse und Fähigkeiten) wäre gut und müsste entwickelt werden, aber dazu fehlen leider die Kapazitäten.

    3. Welche Formen der Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen erscheinen Ihnen zweckmäßig?
    Gemeindearbeit sollte vor allem ehrenamtlicher Natur sein (siehe Bibel: Gemeinde ist der Leib Christi), ausgebildete Hauptamtliche: Pastoren / Gemeindepädagogen sollten idealerweise vor allem mit ihren Fähigkeiten die Ehrenamtlichen anleiten, ihnen helfen.
    Die Formen der Zusammenarbeit ergeben sich aus den jeweiligen Arbeitsbereichen und deren Zielen.
    Die Hauptamtlichen sollten nicht mit Verwaltungsaufgaben derart belastet sein, dass sie ihre eigentlichen Aufgaben nicht wahrnehmen können. Hauptamtliche sind vor allem geistliche Leiter und sollen Ehrenamtliche in ihrer Tätigkeit unterstützen und anleiten.

    4. Wie können sich Kirchengemeinden weiter öffnen für die Zusammenarbeit mit Menschen die nicht Mitglieder der Kirche sind?
    In erster Linie durch gute persönliche Kontakte von Gemeindegliedern zu Außenstehenden.
    Wenn wir als Gemeindeglieder in der Liebe Christi leben und anderen begegnen und eine Sensibilität für unsere Mitmenschen und deren Belange entwickeln, wird Kirchengemeinde weiter offen werden.
    Zusammenarbeit mit Vereinen und anderen Gruppen, Schulen und öffentlichen Einrichtungen in der Stadt.
    Unser zentrales Anliegen ist es Menschen in unserer Stadt und unseren Dörfern mit der Guten Nachricht zu erreichen. Dies geschieht vor allem auf persönlicher, menschlicher Ebene, nicht durch Veranstaltungen, Events und Projekte.

    5. Sind für Sie Gemeinden ohne hauptamtlich Mitarbeitende denkbar?
    Nein. Sie sind mit ihrer Ausbildung, ihrem Können und Wissen unverzichtbar. Leider sind auch viele Gemeindeglieder nicht so selbständig im Denken und Glauben wie sie es sein sollten und könnten.
    Wenn Menschen vom Geist Gottes getrieben sind (bewegt werden), ist eine Gemeinde ohne hauptamtliche Mitarbeiter möglich, vorausgesetzt die bestehenden Verwaltungsstrukturen werden deutlich vereinfacht und minimiert.
    Der Umfang der Verwaltung ist nicht ehrenamtlich zu schaffen.
    Es ist für Ehrenamtliche nicht leistbar in ihrer Freizeit die Verwaltungsaufgaben wahrzunehmen, die derzeit die Hauptamtlichen wahrnehmen müssen. Es gibt bestimmte geistliche Aufgaben, die von der Gemeinde ohne Hauptamtliche nicht ausreichend abgedeckt werden könnten. Dies betrifft vor allem Seelsorge, Begleitung von Kranken, Sterbenden und Trauernden. Unsere Hauptamtlichen sind auch an vielen Stellen Motor unseres Gemeindelebens, obwohl es viele engagierte Ehrenamtliche gibt.
  32. Kirchengemeinderat Krakow am See am 25.09.2015
    Thema: Finanzverteilung
    1. Halten Sie diesen Weg für richtig?
    Der Solidaritätsgedanke ist sinnvoll. Es darf aber nicht zum Ausruhen auf der Solidaritätsmatte und Ausnutzen der Solidaritätspflicht kommen.
    Es ist nicht sinnvoll, die kirchliche Infrastruktur noch weiter aus der Fläche zurückzubauen.

    2. Wie ist die Finanzverteilung zukünftig zu gestalten, um angesichts des demographischen Wandelns im gesamten Kirchenkreis ein lebendiges kirchliches Leben zu ermöglichen?
    Die Gelder sollten stärker in den Gemeinden bleiben, als in der großen Verwaltung und den übergemeindlichen Sonderpfarrstellen verteilt werden.

    3. Gibt es weitere Verteilungsmodelle? Welche Vorschläge machen Sie?
  33. Kirchengemeinderat Krakow am See am 25.09.2015
    Thema: Gemeinschaft der Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst
    1. Wie erleben Sie das Vorhandensein der verschiedenen Berufe in Ihrem kirchlichen Umfeld?
    Nur Pastor und Gemeindepädagogin sind hauptamtlich, alles andere ist ehrenamtlich bzw. wird auch vom Pastor gemacht.
    Kirchenmusik und Küsterdienst werden seit Langem ehrenamtlich gemacht. Obwohl sich wohl auch manche Dorf- oder Kleinstadtgemeinde über professionelle Kirchenmusik, Chorleitung und regelmäßige musikalische Begleitung bei Veranstaltungen freuen würde.

    2. Wie beurteilen Sie das Modell der Gemeinschaft der Dienste für die Kirche in Mecklenburg?
    Das kann sicher nur in großen Gemeinden so funktionieren, nicht bei uns.
    Die kleinen Gemeinden leiden unter den Teilanstellungen oder den nicht möglichen Anstellungen.
    Es ist in unserer Gemeinde und in vielen anderen Gemeinden einfach nicht Realität und sollte an die Realitäten angepasst werden. Hauptamtliche Kirchenmusiker und Küster gibt es schon lange nicht mehr. Eine Stärkung der vorhandenen Hauptamtlichen (Pastor und Gemeindediakonin) wäre wichtiger als sich an ein überholtes Modell zu halten.

    3. Welche Weiterentwicklung dieses Modells können Sie sich für die Zukunft vorstellen?
    Anstellung über Vereine. Reduktion der übergemeindlichen Stellen und Projektstellen zu Gunsten der Arbeit vor Ort in der Nähe der Menschen.
    Anpassen an Realitäten. Welchen Bedarf gibt es in den Gemeinden? Wo wünschen Sie sich Hauptamtliche zur Unterstützung des Gemeindelebens. Und dann flexiblere Entscheidungsmöglichkeiten bei der Suche und Vergabe von Stellen. Ist es beispielsweise noch zeitgemäß, Gemeinden Vorgaben bei der Besetzung ihrer Pfarrstelle zu machen?
  34. Kirchengemeinderat Krakow am See am 25.09.2015
    Thema: Kernaufgaben
    1. Welche Aufgaben gehören für Ihre Kirchengemeinde auch in Zukunft zum Kern?
    Verkündigung: Gottesdienst, Kinder- und Jugendarbeit, Altenkreis, Hauskreise. Menschen im Glauben stärken, nach außen zum Glauben einladen.
    Zentrale Aufgabe unserer Kirchengemeinde ist es, Menschen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus einzuladen und sie im Glauben zu stärken und zu begleiten. Wir wollen für alle Ziel- und Altersgruppen ansprechend sein. Kinder- und Jugendarbeit gehören genauso dazu wie die Arbeit mit Familien, Erwachsenen und Senioren. Wir wünschen uns als Gemeinde einen lebendigen und ehrlichen Austausch zwischen allen Gemeindegliedern und wollen uns an Gottes Wort auch im Alltag orientieren.

    2. Welche bisher übernommenen Aufgaben könnten aufgegeben oder weitergegeben werden? Was brauchen Sie, um solche Prozesse zu gestalten?
    Verwaltungsaufgaben (Gebäude, Finanzen) erfordern einen hohen zeitlichen Aufwand. Zentralisierung hat bisher nicht den gewünschten Effekt einer Vereinfachung gebracht, da eine Menge Zuarbeit verlangt wird. Wenn bereits ein umfassender Umstrukturierungsprozess angedacht ist, wäre zu überlegen, ob die Verwaltung von Friedhöfen nicht viel mehr eine Aufgabe der Kommune als eine Aufgabe der Kirchengemeinde sind.

    3. Wie kann sich eine Region gemeinsam diesen Herausforderungen stellen?
    Leider wird die Frage 1 in den verschiedenen Gemeinden der Region sehr unterschiedlich beantwortet werden oder die Herangehensweisen zum Erreichen der Ziele sind sehr unterschiedlich. Die Kernaufgaben lassen sich daher nicht zentralisieren. Dies würde lediglich zu mehr Frust führen. Daher müssen die Kirchengemeinden in den Kernaufgaben weiterhin autonom agieren können. Eine Entlastung der hauptamtlichen Mitarbeiter kann gemäß Frage 2 stattfinden. Weitere Zusammenlegungen werden die Lage der Kirchengemeinden eher erschweren und machen ein lebendiges Gemeindeleben nahezu unmöglich.

    4. Welche diakonischen Aufgaben sehen Sie in Ihrer Kirchengemeinde/Kirchenregion?
    Flüchtlingsarbeit beginnt.
    Unsere Gemeinde übernimmt mit der Kleiderkammer eine diakonische Aufgabe und bietet bedürftigen Personen Kleidung unentgeltlich oder gegen Spende an. Außerdem haben wir im Gemeindegebiet eine Einrichtung der Diakonie für Alkoholkranke.

    5. Wie soll das Miteinander von diakonischen Einrichtungen und Kirchengemeinde / Kirchenregionen gestaltet werden?
    Außer im Diakonischem Zentrum geschieht alles nur ehrenamtlich bzw., direkt durch die Kirchengemeinde.
    Die diakonischen Einrichtungen werden unabhängig vom Gemeindeleben organisiert. Die Mitarbeiter sind zum Teil aktiv in der Kirchengemeinde tätig. Es herrscht ein gutes Miteinander. Wir sehen keinen anderen Handlungsbedarf.

    6. Wie können Kirchengemeinden einen Beitrag zu einem respektvollen Miteinander von Flüchtlingen und Einheimischen leisten? Welche Ressourcen (Personen, Räume..), welche Partner sind vorhanden?
    Sind wir dabei auszuprobieren.
    Die Problematik ist neu in unserer Gemeinde und es müssen erst Strukturen wachsen. Unsere vorhandenen Angebote sind für Flüchtlinge offen. Darüber hinaus ermutigen wir unsere Gemeindemitglieder sich für die Asylbewerber in der Stadt privat zu engagieren. Die Kleiderkammer kann selbstverständlich auch von den Asylsuchenden genutzt werden.
  35. Kirchengemeinderat Krakow am See am 25.09.2015
    Thema: Zentrum und Fläche
    1. Was spricht für Sie für diesen Weg? Wo sehen Sie Grenzen?
    Es ist m. E. in der derzeitigen geistlichen Not die einzige verbleibende sinnvolle Möglichkeit.
    Es sind nicht nur Oberzentren, sondern auch Unterzentren im Blick zu behalten, mit der Frage: Wo spielt sich das Leben der Menschen ab?

    2. Befürworten Sie eine räumliche Konzentration kirchlich Mitarbeitender, um Teamarbeit zu fördern?
    Keine künstlichen Zentren schaffen! Zentrum muss der Ort sein, der schon ganz natürlich von der Gemeinde her lebendig ist, wo Menschen sind, die etwas wollen (notfalls auch ohne Hauptamtliche). Diese sollten von den Hauptamtlichen unterstützt werden und können so geistliche Zentren in unserer Kirche sein. Unterschiedliche Prägungen der Gemeinden sind zu beachten. Dies kann nur von den Gemeinden her entstehen, nicht von oben.

    3. Praktisch bilden manche Kleinstadtgemeinden bereits kirchliche Zentren. Auch mit dem Modell „Großgemeinde“ gibt es Erfahrungen. Welchen Weg favorisieren Sie in Ihrer Region?
    Großgemeinden sind im ländlichen Raum durch die Entfernungen nicht machbar.
    Es ist für die Hauptamtlichen eine Zumutung, riesige Gemeindegebiete abzufahren und in vielen verschiedenen Orten präsent sein zu müssen. Aber funktionierendes Gemeindeleben darf nicht zugunsten einer Zentralisierung kaputt gespielt werden. Wie in allen Bereichen gilt es in die Gemeinden und das vorhandene Gemeindeleben zu schauen und zu unterstützen, anstatt die Gemeinden unter Fusions- oder Wachstumsdruck zu stellen.

    4. Sind für Sie Gemeinden ohne hauptamtlich Mitarbeitende denkbar und wünschbar, z.B. um kleinere Gemeindestrukturen zu erhalten?
    Nein.
    Siehe oben, es kommt auf den Rahmen an. Verwaltungsaufgaben sind für Ehrenamtliche nicht leistbar. Es wird sich auch kein Ehrenamtlicher für Beerdigungen finden und auch wöchentliche Gottesdienste lassen sich nicht ausschließlich mit Ehrenamtlichen abdecken.

    5. Welche kirchlichen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Kommunen sehen Sie, um gesellschaftliches Leben in ausgedünnten Regionen zu gestalten?
    Unsere Kernaufgaben sind andere, als die der Kommunen. Räume können gemeinsam genutzt werden.
    Unser Ziel ist nicht nur gesellschaftliches Leben zu gestalten, sondern Menschen in die Verbindung und Nachfolge mit Christus zu begleiten. Diese Ziele werden nicht immer von den Kommunen mitgetragen. Zusammenarbeit ist trotzdem wünschenswert und funktioniert teilweise schon, zum Beispiel bei der Nutzung von Gebäuden und Räumen, beim Friedhof usw.
  36. GP Konvent KR Rostock/Bad Doberan/Ribnitz-Sanitz am 25.09.2015
    Allgemeine Bemerkungen
    Die aktuellen und bevorstehenden Veränderungen für Kirchengemeinden und Regionen bedürfen einer angemessenen, stärkeren Begleitung / Beratung, damit die vorhandenen Potentiale positiv für die Weiterentwicklung von Gemeinde und Kirche eingesetzt werden.
  37. GP Konvent KR Rostock/Bad Doberan/Ribnitz-Sanitz am 25.09.2015
    Thema: Gemeinschaft der Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst
    • Kirchengemeinden brauchen die Vielfalt der Berufsgruppen
    Unterschiedliche Kompetenzen und Fähigkeiten fördern die missionarische Vielfalt und ein lebendiges Gemeindeleben
    • Notwendig ist ein regional spezifischer, der Situation entsprechender Stellenplan in einem ausgewogenen Verhältnis der Berufsgruppen
    Dabei sollte eine feste Größe an Stellenanteilen für die jeweiligen Berufsgruppen feststehen. Darüber hinaus ermöglicht ein flexibel einzusetzender Anteil, Profile zu schärfen und angemessen auf die Situationen in der Region oder vor Ort in den Kirchengemeinden einzugehen
    • die Regionen sind maßgeblich in die Entscheidungsprozesse der Stellplanung einzubeziehen
    Die Betroffenen und Beteiligten haben die ortsspezifischen Kenntnisse
  38. GP Konvent KR Rostock/Bad Doberan/Ribnitz-Sanitz am 25.09.2015
    Thema: Kernaufgaben
    gemeindepädagogischen Kernaufgaben sind:
    • das Evangelium verkündigen
    Religiosität entdecken, Evangelium im Alltag entfalten; Glauben bestärken und miteinander gestalten
    • Christliche Spiritualität fördern, in Vielfalt er- leben
    • Vernetzung der gemeindepädagogischen Arbeit über die Kirchengemeinde hinaus Öffentlichkeitsarbeit und Präsenz im Sozialraum, Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Institutionen
    • Zielgruppenspezifische Angebote
    für Kinder, Jugendliche, Familien, ggf. Senioren
    • Begleitung und Seelsorge für Kinder, Jugendliche, Eltern im Kontext von Beziehungsarbeit
    • Vernetzung von Gruppen / Generationen innerhalb der Kirchengemeinde
    Zusammenwirken unterschiedlicher Gruppen in der Gemeinde; Teamarbeit fördern; Gemeinschaft stärken
    • Prozessorientiertes Arbeiten
    wahrnehmen – reflektieren gewachsener Strukturen, Perspektiven entwickeln, neue Impulse setzen
  39. GP Konvent KR Rostock/Bad Doberan/Ribnitz-Sanitz am 25.09.2015
    Thema: Zentrum und Fläche
    In der Auseinandersetzung in Bezug auf Zentrum und Fläche braucht es:
    • eine differenzierte Wahrnehmung, Analyse und Konsequenzen
    unterschiedliche Gemeindesituationen erfordern vielfältiges Denken und Handeln, unterschiedliche Prägungen der Kirchengemeinden, Stadt <> Land, Sozialraum, Infrastruktur, Zielgruppen
    • regionales Denken und lokales Handeln
    Ansprechpartner, Beziehungsarbeit vor Ort müssen gewährleistet sein, Beheimatung und Identität sind wichtig
    • dass notwendige Veränderungen des Konzeptes entsprechende Konsequenzen bei den Anstellungen von Mitarbeitern zur Folge haben
    z.B. 100 % Stellen, regionale Anstellung für alle, angepasste Dienstbeschreibungen, Zielvereinbarungen, Professionalisierung und Schwerpunktsetzung (pädagogisch, theologisch, Verwaltung, Bau)
    • den Willen zur Zusammenarbeit
    Teamarbeit, gemeinsame Projekte, Aktivitäten, Kooperation mit Einrichtungen und Institutionen
    • die Bereitschaft und Förderung von Mobilität
    z.B. Bereitstellung von Fahrzeugen (Kleinbusse) für die Regionen, Fahrdienste und eine wirtschaftliche und effektive Nutzung vorhandener Immobilien
  40. Kirchengemeinderat Neuburg am 25.09.2015
    Thema: Ehrenamt
    1. Beteiligungsmöglichkeiten sind überall willkommen. Es gibt zu wenig Leute, es sind immer die selben, diese machen zu viel und kommen schnell an ihre Grenzen. Die Leute wollen sich nicht längerfristig verpflichten, das ist ein Zug der Zeit gegen das Ehrenamt.

    2. Für die die da sind klappt die Zusammenarbeit, es ist schwer neue dazu zu gewinnen. Es braucht Verläßlichkeit, dass der andere das macht, was ihm aufgetragen ist. Viele tun sich schwer damit, Verantwortung zu übernehmen und sich was zuzutrauen. Manchmal sind wir durch die Verwaltung ausgebremst, es gibt Frust darüber.

    3. Diakonie, Zutrauen zu haben, dass Leute Aufbrüche neben der offiziellen Kirche machen.

    4. Engagement in Schulen ist fruchtbringend, so daß die Kinder Zutrauen haben, da ist ein Pastor,
    an den ich mich wenden kann. Das Bewußtsein ist in Familien nicht mehr da.

    5. Nein, man kann einiges machen, aber nicht alles, es gibt zu wenig Verläßlichkeit, die Beständigkeit ist nicht gewährleistet wenn jemand Ehrenamtliches das macht durch evtl. Krankheit, Wegzug etc.
  41. Kirchengemeinderat Neuburg am 25.09.2015
    Thema: Finanzverteilung
    1. Ja, solange jeder aus dem Großtopf was bekommt.

    2. Die Pachteinnahmen waren als Stiftung im Mittelalter gedacht, um Kirche, Pastor und Gemeindearbeit aufrecht zu erhalten. Man kann doch dann nicht das Geld von 10 Gemeinden zusammenwerfen, damit ein Pastor irgendwo weitab sitzt, die Pachteinnahmen der Ortskirche sollten für Pastoren/Mitarbeiter vor Ort benutzt werden. Bei aller Solidarität müsste das überdacht werden.

    3. Zusammenarbeit mit Schulen (Religionsunterricht) zur Stellensicherung. Es sollte zumindestens ein halber Gemeindepädagoge vor ort sein.
    Idee: evtl. Ökolandbau mit Verkauf (Anbau auf Pfarrland) parallel zum Dienst.... dadurch gute Kontakte.
  42. Kirchengemeinderat Neuburg am 25.09.2015
    Thema: Gemeinschaft der Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst
    1. Das gibt es bei uns leider nicht, wäre schön, wenn es so wäre.

    2. Grundsätzlich gut, wenn es nicht nur Pastoren gibt.

    3. Regionen schaffen, dass diese Zusammenarbeit wirklich funktioniert und vorhanden ist. Wir würden
    uns freuen, wenn wir mal einen Gemeindepädagogen sehen würden, der verläßlich in der Region auftritt und da ist.
  43. Kirchengemeinderat Neuburg am 25.09.2015
    Thema: Kernaufgaben
    1. Seelsorge, Verkündigung. Alles andere kann durch andere abgedeckt werden.

    2. Wir sind schon am Rande und können nichts mehr weiter aufgeben.

    4. Besuche, Nachbarschaftshilfe etc. Gottesdienste aushäusig im Seniorenheim etc.

    5. Schön, wenn es das Miteinander gibt, es ist aber nicht vorhanden.

    6. Es sind leider keine Kapazitäten vorhanden, wir können nur offene Augen haben und schauen, wo was dran ist.
  44. Kirchengemeinderat Neuburg am 25.09.2015
    Thema: Zentrum und Fläche
    1. Bei den Kommunalen Zentralisierungen gab es unter dem Strich keine Einsparungen. Es gehen aber Kontakte verloren, die Bindungen werden geringer, es zerrieselt. Z.B. sind die KKVs nicht mehr wirklich arbeitsfähig und total überlastet.
    Bei einigen Themen ist Zentrenbildung allerdings nicht schlecht.

    2. Ja, Teamarbeit befruchtet.

    3. Erfahrungen: Zusammengewürfelt sein im Verbund klappt durch verschiedene Landkreis-Orientierungen eigentlich nicht.

    4. Nein, s. Punkt Ehrenamt. Wer soll die Finanzen machen und verantworten, wer ist haftbar für was und wen kann man irgendwie da „festnageln“?

    5. Ist wichtig, wenn aber die Kirche beim Bürgermeister nicht willkommen ist, ist es schwierig.
    Es gehören zu viele Kommunen zu unserem Gemeindebezirk, so dass vieles zerstückelt ist, daher ist die Zusammenarbeit schwierig. Aber: mit der Feuerwehr klappt es gut.
  45. Kirchengemeinderat Wittenburg am 25.09.2015
    Allgemeine Bemerkungen
    Wir begrüßen es, dass unter breiter Beteiligung über die Zukunft unserer Kirche nachgedacht wird. Da brennt uns vieles auf der Seele. Dabei geht es uns in Wittenburg gut – wir leben mit einer guten kirchlichen Grundversorgung und üben uns darin mit den umliegenden Gemeinden zu teilen. Dabei entstehen neue Wege der Zusammenarbeit: unsere KonfirmandInnenarbeit führen wir gemeinsam mit den Kirchengemeinde Körchow – Camin – Dreilützow durch. Das machen wir weiter so!
  46. Kirchengemeinderat Wittenburg am 25.09.2015
    Thema: Ehrenamt
    1. Die Ehrenamtlichen haben viele Möglichkeiten des Engagements. Es ist eher zu viel Arbeit auf dem Tisch als zu wenig. KGR, Regionalsynode, Gemeindebrieferstellung, Chöre, Küsterdienste in Gottesdiensten. Der Prozess „Stadt, Land, Kirche…“ ist eine wichtige Möglichkeit.
    2. Vor Ort arbeiten wir gut zusammen, was wir daran merken, dass neue Ideen entstehen, die dann diskutiert werden. Die Hauptamtlichen sind uns Impulsgeber, Koordinatoren, sie öffnen Türen für neue Möglichkeiten. Im Team kommen wir gut zurecht - Teamarbeit ist gefragt. Eine Gruppe erarbeitete im Frühjahr 2015 Möglichkeiten, Engagierte für die ehrenamtliche Mitarbeit in der Gemeinde zu entdecken und im Ehrenamt zu begleiten. Dabei wurde uns deutlich, dass sich Arbeit in unserer Gemeinde oft auf den Schultern weniger wiederfindet. Die Gruppe versuchte die Idee einer „Ehrenamtskoordinatorin“ zu entwickeln. Das zeigt, dass ehrenamtlich engagierte Leute auch zusammengebracht und in ihren je eigenen Gaben ernstgenommen werden müssen.
    3. Team, Jahresplanung, Sitzungen zu Absprachen und Koordinierung, Inhaltlicher Input…
    4. Bei uns sind etliche engagiert, die sich nicht einer Kirche anschließen möchten. Es ist völlig ausreichend für „Nicht-Mitglieder“ offen zu sein und ihren Ideen nicht im Weg zu stehen.
    5. Gemeinden ohne hauptamtliche Mitarbeiter? Eher nicht möglich. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt.
  47. Kirchengemeinderat Wittenburg am 25.09.2015
    Thema: Finanzverteilung
    1. Die sogenannten „allgemeingültigen Kriterien“ nach denen Finanzmittel verteilt werden, bergen eine Falle: Man ist zu stark auf die Mitgliederzahlen der Kirchengemeinden fixiert. Was ist mit Brennpunktgemeinden (wie Großer Dreesch, Schwerin) oder mit Gemeinden, die besondere Arbeitsfelder entwickelt haben (Kirchenmusik in St. Johannis, Rostock). Hier könnte man auch nach Bedarf gucken. Was ist hier besonders nötig und muss über das Normale hinaus unterstützt werden? Das Solidaritätsprinzip würden wir unbedingt beibehalten.
    2. Siehe 1. Das Solidaritätsprinzip ist gut. Wir fänden gut, wenn Stellenanteile beweglich von Kirchengemeinden gestaltet werden könnten. Z.b. Reduktion von Pfarrstelle auf 75% und dafür Einrichtung einer KirchenmusikerInnenstelle für 25 % … Dabei könnten sich Kirchengemeinden, die benachbart sind, zusammentun. Man müßte dann bei der Finanzverteilung darauf achten, die beteiligten Kirchengemeinden im Gesamten zu sehen, auch wenn sie nicht vereinigt sind …
    3. Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn Gemeinden mit großer Fläche einen „Flächenzuschlag“ bekämen….
  48. Kirchengemeinderat Wittenburg am 25.09.2015
    Thema: Gemeinschaft der Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst
    1. Es ist toll, wenn man eine Gemeindepädagogin, einen Kirchenmusiker, eine Pastorin, einen Küster beieinander hat. Wir haben das ja durch ehrenamtliches Engagement in Wittenburg.
    Es fehlen uns hauptsächlich Kirchenmusiker in der Region. Gottesdienst ohne Kirchenmusik ist schwierig.
    2. Was heißt es eigentlich, wenn ein Hauptamtlicher „zuständig“ ist?? Das kann man ja schnell erklären. Bis zu welcher Flächengröße einer Gemeinde ist das Modell der Gemeinschaft der Dienste überhaupt sinnvoll? Ein reisender Kantor mit 10 Gemeinden? Im Gefolge einen Pastor, der alles „bepredigt“, ein Küster, der die Blumen kurz vorher auf dem Altar platziert und schon auf dem Weg zum nächsten Gottesdienst ist?
    3. Im Bereich Wittenburg – Körchow – Camin – Dreilützow erleben wir die Gemeinschaft der Dienste in der Zusammenarbeit von Pastoren und Gemeindepädagogin und ehrenamtlichen Musikern (meist Schüler) in einem übersichtlichen Bereich. Hier sind schon die Ehrenamtlichen mit „im Boot“. Wir würden das Modell eher so verstehen, dass man mit den vorhandenen Mitteln arbeitet (hierzu auch unter Punkt Finanzen der 2. Punkt) und in der Gemeinde guckt: Was passt für uns??
  49. Kirchengemeinderat Wittenburg am 25.09.2015
    Thema: Kernaufgaben
    1. Verkündigung und Kirchenmusik, kirchliche Unterweisung in der Christenlehre/Konfirmandenunterricht, offene Kirche, wobei wir nicht nur das Gebäude meinen…..
    2. Wir brauchen Ehrenamtliche. Viele, die gern mitarbeiten würden, verbringen ihre Frei-Zeit auf der Autobahn um zur Arbeit und wieder nach Haus zu kommen. Da bleibt wenig Raum für Engagement.
    3. Die Region hat nur sehr begrenzte Möglichkeiten. Es sind eher kleine Einheiten, die in der Lage wären, „diesen Herausforderungen“ zu begegnen. Aber man kann die kleinen Treffen (Chöre, Senioren, Christenlehre etc.) bekannt machen und anbieten.
    Wir versuchen Möglichkeiten zu entdecken …. Doch je größer die Region, desto unübersichtlicher und desto weniger echte Kontaktmöglichkeiten. Über große Regionen ist kaum Kontakt aufzubauen.
    4. Flüchtlingsarbeit. Soziale Brennpunkte. Erstaufnahmelager Boizenburg.
    5. Ein Miteinander wäre schön. Momentan läuft vieles nebeneinander her. Die Gefahr der Vereinzelung wächst dadurch.
    6. Wir versuchen für Aufklärung zu sorgen, eine freundliche Haltung entstehen zu lassen und ins Gespräch zu kommen. Aber diese Aufgabe mit Flüchtlingen zu arbeiten ist für uns neu. Wir freuen uns, dass wir in der Stadt mit Kommune, katholischer Kirchengemeinde und Freiwilligen zusammengefunden haben an einen Tisch.
  50. Kirchengemeinderat Wittenburg am 25.09.2015
    Thema: Zentrum und Fläche
    1. Kosten und Personalersparnis leiten uns auf diesem Weg. Ländliche Regionen sterben aus bzw. konzentrieren sich auf Zentren. Das spricht für kirchliche Zentren, deren Möglichkeiten auch von der Fläche genutzt werden können.
    2. Ja, welche Alternativen hätten wir sonst?! Außerdem: je bunter das Team, desto interessanter die Ideen und desto umfassender die Sicht auf die Aufgaben. Und desto mehr Motivation. Einzelarbeit ist ermüdend.
    3. In unserer Region ist Wittenburg solch ein Zentrum, dass mit den umliegenden Dörfern an mancher Stelle gut harmoniert (KonfirmandInnenarbeit, Chöre…). Wir würden kleinere Einheiten (kleine Kirchengemeinden) aber auch sinnvoll finden. Es läßt sich eben nicht pauschal sagen, welches Modell wir befürworten. Es ist wohl besser eine Anzahl an Möglichkeiten „im Ärmel“ zu haben.
    4. Denkbar ja, aber ohne Zwang. Es wäre wünschenswert, dass kleine Kirchengemeinden bestehen bleiben und ehrenamtlich ohne Hauptamtliche geleitet werden können.
    5. Feste und Feierlichkeiten gemeinsam organisieren. Arbeit mit Kindern, Religionsunterricht.
  51. Kirchenregion Müritz am 25.09.2015
    Thema: Ehrenamt
    Zu 1: Die Beteiligungsmöglichkeit ist gegeben. Die Beteiligung auf überregionalen Feldern ist allerdings nicht sehr attraktiv.
    Im Blick auf die Gemeinde ist ein Netzwerk notwendig, das meist durch einen Mitarbeiter in der KG in Bewegung gehaltne werden muss. „Jemand muss verlässlich den Hut auf haben.“ Die Möglichkeiten ergeben sich meist durch aktuellen Bedarf.

    Zu 2: Unterstützung ehrenamtlicher Arbeit ist durch netzwerkfähige Mitarbeiter zu gewährleisten. Dieses Engagement ist eng an die Bedürfnisse vor Ort gebunden, aber auch von den Fähigkeiten der freiwilligen Helfer abhängig. Das zu fördern bedarf der Förderung durch einen Mitarbeiter. Kommunikation ist dabei entscheidend.
    Abgegrenzte Aufgabenfelder sind wichtig. Dazu braucht er Verabredung und auch ein Heimatgefühl ist grundlegend.
    Ehrenamt kostet auch Geld für die Helfer (Wegstrecken/Material/Zutaten). Da sollte manchmal die Möglichkeit einer finanziellen Unterstützung nicht ausgeblendet werden.

    Offene Fragen gibt es, was man langfristig Ehrenamtlichen zugetraut oder zugemutet werden kann.

    Zu 3: Die Formen der Zusammenarbeit sollten für bestimmt Aufgabenfelder auch zeitlich verbindlich geregelt sein. Dies ist nicht für die einfachen Felder der Ehrenamtsarbeit notwendig, aber für verantwortliche Bereiche in der KG-Leitung oder bei regelmäßigen Arbeitskreisen.
    Klare Absprachen und ein transparenter Fahrplan sind notwendig. Dabei sollten Mitarbeiter zur Seite stehen mit ihrer Richtungskompetenz. Die Arbeit sollte dann aber nicht durch zu häufige Eingriffe zerrissen oder aufgerieben werden. Der gleiche Zielpunkt für die Handelnden ist dabei oft entscheidend.
    Offenheit über die Tätigkeitsformen sollte angestrebt werden, damit sich keine Arbeitscliquen bilden, sondern potentielle neue Ehrenamtliche davon erfahren und sich beteiligen können.
    Anerkennung und Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit ist ein wichtiger Aspekt.

    Offene Fragen gibt es, wie damit umgegangen wird, wenn Ehrenamtliche ihre Position missbrauchen, wenn ein gedeihliches Arbeiten zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen schwer wird.

    Zu 4: Zusammenarbeit mit kirchenfernen Menschen ist oft da möglich, wo gemeinsame Ziele und Interessen bewegt und angestrebt werden:
    - auf Ebene der Kommune und mit örtlichen Institutionen und Einrichtungen (z.B. Diakonie, Kindergärten, Schulen, Sozialverbänden etc.)
    - über Fördervereine und Öffentlichkeitsarbeit
    - Kirchenführung/offene Kirche
    - Chorarbeit/Kirchenmusik
    - Zusammenarbeit bei kirchlichen Ereignissen z. B. mit Feuerwehr

    Zu 5: Gemeinden ohne Hauptamtliche? – nein
    Es sollte eventuell die Möglichkeit dazu geben, aber keine Strukturen geschaffen werden, die KGn dazu verpflichtet.
  52. Kirchenregion Müritz am 25.09.2015
    Thema: Finanzverteilung
    o Der Ansatz, flächendeckend vergleichbare Bedingungen für die Gemeinden zu schaffen, wird unterstützt.
    o Allerdings sollten nicht alle Mittel für eine derartige Grundversorgung verwendet werden. Die Stiftungen bieten den Gemeinden beispielsweise die Möglichkeit, für ihre vor Ort gefundenen Schwerpunkte Unterstützung zu bekommen. Aktive Gemeinden werden gestärkt, wo etwas wächst, kann reagiert werden. Aus diesem Grund sollten die Stiftungen ausgebaut werden. Es ist wichtig, dort Mitarbeiter anzustellen, wo Bewegung in einer Gemeinde entsteht.
    o Im Mitarbeiterschlüssel der Gemeinden sollten Stellenanteile für Verwaltung je Gemeinde eingeplant werden, um Mitarbeiter im Verkündigungsdienst davon zu entlasten.
    o Bei geringer werdenden Finanzmitteln sollte das Finanzbudget der Gemeinden zunächst weitestgehend gehalten werden. Die Reduzierungen sollen zunächst die übergemeindlichen Arbeitszweige betreffen.
    o Die Finanzlast der Gemeinden soll gemindert werden, indem Baukosten reduziert werden. Das heißt, Gebäude sollten nur gehalten werden. Für Modernisierungen (neue Glocken, Heizung …) müssen Sponsoren gefunden werden. Für den Erhalt von Kirchen können Menschen und Initiativen außerhalb der Kirchengemeinde gefunden werden.
    o Die Steigerung der Pachteinnahmen sollte einberechnet werden.
    o Weitere Gemeindezusammenlegungen, um Kosten einzusparen, sollten vermieden werden – die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden sind in den jetzigen Bereichen bereits stark gefordert
  53. Kirchenregion Müritz am 25.09.2015
    Thema: Kernaufgaben
    Grundsätzliche Überlegungen der Arbeitsgruppe
    - Die religiösen Gewohnheiten haben sich gewandelt. Beispiel: Nur noch die wenigsten Menschen besuchen wöchentlich einen Gottesdienst. Anderseits nehmen erfreulich viele Kinder und Jugendliche am Evangelischen Religionsunterricht teil.
    - Junge Menschen haben eine veränderte Art zu kommunizieren. Sie reagieren sehr schnell und spontan auf Angebote, die sie über digitale Verbindungen (Internet, Twitter…) erhalten.
    - Es sollten vor allem die mitreden und mitbestimmen, die die Kirche in zwanzig bis dreißig Jahren tragen und brauchen werden.
    - Es soll auch wieder mehr Verbindlichkeit hergestellt werden zwischen Kirchensteuereintreibung und -verteilung. Hier muss das Kirchenglied die Verbindung von eigenem Einsatz und Verantwortung um die Institution erkennen können.
    - Die Entwicklung der Bevölkerung, aber auch die sinkende Mitgliederzahl verschärfen die Situation der Kirchengemeinden im ländlichen Raum.

    Schwerpunktsetzung
    A) Zeugnis
    - Kirchliche Mitarbeiter verkünden die christliche Botschaft. Sie müssen
    vor Ort sichtbar bleiben. An überschaubaren Kirchengemeinden mit Pfarramt als bewährter Struktur sollte daher festgehalten werden.
    - Menschen möchten in ihrem alltäglichen Umfeld besucht werden. Es besteht ein großer Gesprächsbedarf.
    B) Gottesdienst
    - Einmal im Monat, zu Festtagen und besonderen Anlässen sollte in den einzelnen Kirchen ein Gottesdienst gefeiert werden. Das entspricht dem gegenwärtigen Bedürfnis der meisten Mitglieder.
    - Wenn die Kirche zukunftsfähig sein will, muss sie sich auf die Besucher einstellen (Kommunikation).
    C) Gemeinschaft
    - „Wo würden Sie gerne hingehen?“ Diese lebensnahe Frage kann als Ansatz dienen, um kirchliche Angebote zu planen. Die wirklichen Bedürfnisse der Menschen müssen in den Blick geraten. Nur so ist mit einer Teilnahme zu rechnen.
    - Alle Altersgruppen sollten einbezogen werden in die Findung von Schwerpunkten.
    - Es ist zu beachten, dass sich Gewohnheiten und Kommunikation fortlaufend verändern.
    D) Diakonie
    - Die Verarmung von Bevölkerungsteilen hat erschreckende Ausmaße angenommen. Die Kirche sollte Fürsprecherin für die Armen im Land sein.
    - Neben der in¬s¬ti¬tu¬ti¬o¬na¬li¬sie¬rten Diakonie (Heime, Einrichtungen usw.) gibt es aktive Hilfe in den Kirchengemeinden. Auch diese ist wahrzunehmen, zu würdigen und zu stärken.
    Neuformierung
    - Nur noch eine Minderheit in der Bevölkerung lässt sich verbindlich für die kirchlichen Aufgaben in Anspruch nehmen. Dementsprechend ist der Erhalt der Gebäude und Friedhöfe in einer Region nicht mehr zu bewältigen. Es fehlen finanzielle, aber auch personelle Mittel.
    Auch engagierte Christen lassen sich von der Vielzahl der diesbezüglichen Verpflichtungen in der Region abschrecken. Wege aus dieser Lage müssen vom Kirchenkreis gefunden werden.
    - Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen werden von denkmalpflegerischen, aber auch energetischen Gesichtspunkten bestimmt. Das hat die Kosten in nicht mehr zu leistende Höhe getrieben.
    Die direkten Belange der Gemeinschaft (Zeugnis, Gottesdienst, Gemeinschaft, Diakonie) müssen in den Vordergrund gerückt werden.
  54. Kirchenregion Müritz am 25.09.2015
    Thema: Zentrum und Fläche
    Als Schwierigkeiten werden empfunden:
    1. Wie kann man in dem angestrebten Prozess auch über andere Gemeinden nachdenken, die man nur schlecht kennt?
    2. Beinhalten die Begriffe „Zentrum“ und „Fläche“ nicht schon eine Wertung zugunsten des „Zentrums“? Angestrebt wird doch aber ein Miteinander auf Augenhöhe.
    3. Was haben die Stadtgemeinden davon, mit Landgemeinden zusammenzugehen?
    4. Werden die Landgemeinden nur geschluckt, was bleibt in der „Fläche“?
    5. Wie wird das „Kirchturmdenken“ und die Selbstbezogenheit auf die eigene Gemeinde überwunden? („Das ist meine Heimat.“)
    6. Wie ist umzugehen mit den Unterschieden in den Gemeinden (kaum und gut besuchte Gottesdienste usf.)?
    7. Wie halten wir auch als Kirche das Leben auf dem Land attraktiv? Gibt es Alternativen zur Zentralisierung?
    8. Es ist traurig und schmerzt, wieviel aufgegeben wird. Wie gelingt es nicht alles einfach auf sich zukommen zu lassen? Wie können wir einander helfen?
    9. Aufgabe ist Pastoren- und Mitarbeiterstellen zu erhalten. Wie können wir das in einer neuen Kirchengemeindestruktur?

    Gedanken und Überlegungen zum Verhältnis von Zentrum und Fläche:

    Umstritten ist, ob Zentrumsbildung den Verlust von „Fläche“ bedeutet. Und bei dem zu beginnenden Prozess sind auch die alten Menschen auf den Dörfern zu achten, Kirche muss in ihrer Reichweite bleiben.

    Ein Denkmodell sieht vor, dass die Pastorenstellen auf den Dörfern bleiben, die Kirchenmusiker, Religionspädagogen u.a. dagegen in die Zentren gehen; Geld ist jeweils für besondere Arbeitsschwerpunkte und durch Stiftungen auf die unterschiedlichen Gemeinden hin zu spezifizieren.
    Ein anderes Modell sieht das Zusammengehen von jeweils drei Gemeinden vor, wobei die Gemeindefläche und die Anzahl der Kirchengebäude nicht zu groß werden sollten. Das Solidarprinzip gilt es zu beachten, auch die Mitarbeitenden auf dem Land arbeiten so in einem Team. Umstritten ist ob auch nur Landegemeinden zusammengehen sollten. Einerseits wird an die Fusion von Gemeinden gedacht, Andere sehen die Zukunft eher in der Bildung von Kirchengemeindeverbänden bzw. Kooperationen unabhängig bleibender Gemeinden.

    Eigentlich brauchen wir in den großen Flächen mehr Mitarbeitende, sofort taucht da aber die Frage nach der Finanzierbarkeit auf. Hier ist nachzudenken über andere Finanzierungswege als nur über Kirchensteuern. Auf jeden Fall aber brauchen wir rechtliche Strukturen, die anders als bisher nicht die Konkurrenz der Gemeinden, sondern ihr Zusammengehen und Kooperieren fördern.

    Zugleich ist herauszuarbeiten, welchen Gewinn „Zentrum“ und „Fläche“ jeweils vom anderen Partner haben. Und bei den Kommunen ist ein Interesse zu wecken für die Präsenz von Kirche in ihnen. (Was hat die Stadt/ das Dorf vom Vorhandensein einer Kirche vor Ort? „Wieso brauchen uns die Kommunen?“) Welche Zusammenarbeit etwa auch mit Schulen und KiTas ist denkbar?

    Die Arbeitsgruppe favorisiert eher die Kooperation als die Fusion; denkbar sind aber durchaus beide Modelle. („Pastorenpool“, Mitarbeitendenpool in einer Region; Bewohnen der Pfarrhäuser durch Pastoren vor Ort: „Beziehung gibt es nur bei Verlässlichkeit und Klarheit des Gegenübers.“)
  55. Kirchenregion Strelitz am 25.09.2015
    Thema: Ehrenamt
    - Ehrenamt lebt von Vielschichtigkeit und entzieht sich einer Kategorisierung
    - Ehrenamt lebt in Kreisläufen: Willkommen heißen, begleiten, loslassen
    - Ehrenamt ist freiwillig und nicht voraussetzbar, aber unverzichtbar
    - Ehrenamt lebt vom Austausch zwischen Ehren- und Hauptamtlichen, Kommune und Kirche, Traditionalisten und Erneuerern, Alt und Jung, Gleichgesinnten und Querdenkern, …
    - Ehrenamt kann Vielfalt fördern/ schaffen, wenn sie zugelassen wird.
    - Vielfalt macht neugierig und strahlt aus.
    - Aus Ehrenamt entwickeln sich neue Formen, die der Situation und den Menschen angepasst sind.
    - Ehrenamt prägt Lebendigkeit und Klima und schafft Heimat.
    - Hauptamtliche werden zunehmend Befähiger und Ermutiger der Gemeinde; das stärkt das Gefühl: „Wir sind Kirche!“
    - Der Kirchenkreis kann den Prozess in der Öffentlichkeit thematisieren und die Wahrnehmung fördern.
    - … (Wir bleiben im Gespräch)
  56. Kirchenregion Strelitz am 25.09.2015
    Thema: Finanzverteilung
    1) Wir befürworten grundsätzlich die Aufteilung der Finanzen in Einnahme und Ausgabe, wie sie bisher praktiziert wird.
    2) Wir schlagen die Einrichtung eines Fonds vor für kirchen-strukturschwache Gebiete.
    Dabei denken wir an
    • großflächige, einwohnerarme Regionen
    • die Landgemeinden
    • das östliche Mecklenburg.
    Gestärkt werden sollen aus dem Fonds
    • die Mobilität in diesen Gebieten
    • die übergemeindliche Arbeit, die Bedeutung hat für mehrere Gemeinden und Regionen.
    3) Analog zur Prognose der Bevölkerungsentwicklung in Mecklenburg soll eine Prognose der finanziellen Entwicklung für die Zukunft von der Verwaltung im Kirchenkreis Mecklenburg erstellt werden, die auf den Erfahrungen der letzten ca. 25 Jahre fußt und konjunkturelle Schwankungen berücksichtigt. Hinzuzuziehen sind auch Entwicklungen in der gesamten EKD. Darstellen sollte die Prognose die Kirchensteuereinnahmen, die Pachteinnahmen, die Zuweisungen aus der Nordkirche bzw. EKD sowie die weiteren Einnahmen. Bei den Ausgaben sind Gehaltserhöhungen zu berücksichtigen.
    Die große Frage bleibt: Welche grundsätzlichen Alternativen zum derzeitigen Finanzierungssystem sind vorstellbar und möglich.
  57. Kirchenregion Strelitz am 25.09.2015
    Thema: Gemeinschaft der Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst
    1. In den Kirchengemeinden, in denen die verschiedenen Berufsgruppen vorhanden sind, funktioniert die Zusammenarbeit in der Gemeinschaft der Dienste gut. Dafür ist eine gute Kommunikation in der Gemeinde und unter den Mitarbeitern notwendig.
    2. Das Modell der Gemeinschaft der Dienste und die darin enthaltene Gleichberechtigung der Berufsgruppen sind in ihrer Art wichtig. Leider ist die Gleichberechtigung in der Praxis nicht umsetzbar. Was vor allem in Bezug auf die Verantwortung deutlich wird: „Verantwortung ist nicht teilbar.“
    Darüber hinaus ist die Gemeinschaft der Dienste nicht überall erlebbar, da nicht alle Kirchengemeinden über Hauptamtliche Mitarbeiter in den verschiedenen Berufsgruppen verfügen. Vielleicht ist eine bessere Umsetzung in Städten eher denkbar.
    Trotzdem ist die Gemeinschaft der Dienste ein hohes Gut. Sie trägt zur Entlastung der einzelnen Berufsgruppen bei und lässt ihnen Energie für die Kernaufgaben.
    3. Für die Weiterentwicklung der Gemeinschaft der Dienste ist die Aufnahme einer / es Sekretär_in im Gemeindebüro unerlässlich, um die anderen Berufsgruppen zu entlasten. Ziel sollte es sein, dass alle Berufsgruppen in der „Gemeinde“ vertreten sind. Dafür sind auch Kombinationsstellen mit Religionsunterricht denkbar, um Stellen attraktiv zu gestalten.
    Wichtig ist außerdem die Nachwuchsförderung der einzelnen Berufsgruppen. Dafür müssen Stellen ansprechender gestaltet werden.
    Ein weiteres Ziel sollte sein, Stellen zu schaffen und diese nach Möglichkeit auch zu halten.
    „Mit dem Ehrenamt geht eine Menge, aber nicht alles.“
  58. Kirchenregion Strelitz am 25.09.2015
    Thema: Kernaufgaben
    Frage 1
    Welche Aufgaben gehören fur Ihre Kirchengemeinde auch in Zukunft zum Kern?

    Aus: Bill Hybels: „Mutig führen“
    „das Evangelium gepredigt wird,
    die Verlorenen gefunden werden,
    die Glaubigen zugerustet werden,
    den Armen gedient wird,
    die Einsamen in die Gemeinschaft aufgenommen werden,
    und Gott fur dies alles die Ehre bekommt.“
    Kirche ist nicht nur der Pastor/die Pastorin. Das Gemeindebild von Bill Hybels basiert auf der Vorstellung von einer lebendigen, aktiven Gemeinde, an der viele Anteil haben. Wir müssen lebendigen Glauben wecken, Menschen aufsuchen, im Idealfall alle Ämter und Spezialisierungen aufgeben können, Menschen für Dienste gewinnen aus ihrem christlichem Bewusstsein heraus.
    Pastor_innen sind keine Glaubensprofis, sondern diejenigen, die den 1. Schritt machen und vorleben, wonach die andern folgen sollen.
    Wir müssen Menschen fur Kernaufgaben des christlichen Glaubens interessieren. Kirche braucht keine Spezialisten, sondern alles wird aus der Gemeinde heraus gestaltet und bewerkstelligt. Wir müssen das Bewusstsein starken: „Wir sind die Kirche“.

    Frage 2
    Welche bisher übernommenen Aufgaben können aufgegeben oder weitergegeben werden? Was brauchen Sie, um solche Prozesse zu gestalten?

    Wenn Gemeindekreise wie an vielen Orten nicht mehr so gut laufen, soll man sie einschlafen lassen oder auch kommunale Angebote wie Seniorennachmittage nutzen. Viele Kirchengemeinde sind mit der Erhaltung ihrer vielen Gebäude überfordert. Es wäre
    wünschenswert, Gebäude auch mal aufzugeben oder die Verantwortung für sie an andere abgeben zu können. Nicht jede Kirche kann noch regelmäßig genutzt werden, weil die Gottesdienstgemeinden viel zu klein geworden sind. Wem Gottesdienst wirklich wichtig ist, der fährt auch woanders hin. Fahrdienste konnten fast überall angeboten werden, sind aber oft gar nicht nachgefragt.
    Diakonie macht an vielen Orten Angebote, die die Kirchengemeinden nicht auch noch übernehmen müssen, wie z.B. die Tafel oder Offene Jugendarbeit.
    Für Veränderungen braucht es eine Kirchenleitung, die sich für die Region einsetzt und sie unterstutzt. Es braucht langfristiges Denken. Grundvoraussetzung: Ihr Glaube und ihre Kirche sind den Menschen wichtig.

    Frage 3
    Wie kann sich eine Region gemeinsam diesen Herausforderungen stellen?

    Für eine lebendige Kirchenregion brauchen wir mehr Mitarbeitende statt weniger, im Moment vor allem auch Hauptamtliche. Wir müssen lernen, öfter im Team zu arbeiten und vor allem viele Menschen befähigen, Kirche und Gemeinde zu sein. Wir leben in einer Landeskirche, in der die Pastorenzentrierung und -fixierung ungemein groß sind. Davon müssen wir wegkommen.
    Kanzeltausch ist eine gute Methode, für Gemeinden und Hauptamtlich, ihren Horizont zu erweitern und die Region zu stärken. Auch die Kommunikation innerhalb von Gemeinden muss gestärkt werden.
    Streitthema: Aufgabe von Einzelpfarramt, stattdessen Betreuung von Regionen durch ein Team aus Mitarbeitenden.

    Frage 4
    Welche diakonischen Aufgaben sehen Sie in Ihrer Kirchengemeinde/Kirchenregion?

    - Integration von Flüchtlingen/Asylbewerber
    - Tafel
    - Integration von Menschen, die sich am gesellschaftlichen unteren Rand bewegen
    - einsame Menschen begleiten, wieder in die Mitte holen → Besuchsdienst
    - Armut begegnen

    Frage 5
    Wie soll das Miteinander von Kirchengemeinden und diakonischen Einrichtungen gestaltet werden?

    - Kirchengemeinde sollte auch in diakonischen Einrichtungen präsent sein und geistliche Angebote machen, z.B. Gottesdienste oder Gesprächskreise anbieten, besonders Mitarbeitende von diakonischen Einrichtungen wünschen sich auch seelsorgerliche Begleitung für sich selbst durch Kirchengemeinde.

    Frage 6
    Wie können Kirchengemeinden einen Beitrag zum respektvollen Miteinander von Flüchtlingen und Einheimischen leisten?

    Als Kirchengemeinde können wir großen Einfluss nehmen auf die Einstellung und die Ängste der Menschen, indem wir sie wahrnehmen und das Gespräch darüber befördern. Flüchtlinge und Asylbewerber sind Menschen, die unsere Hilfe brauchen und wir müssen mit ihnen umgehen lernen.
    Kirchengemeinden müssen auch mit kommunalen Kräften in Kontakt stehen.
    Wir sind Anwält_innen der Hilfesuchenden.
  59. Kirchenregion Strelitz am 25.09.2015
    Thema: Zentrum und Fläche
    In der Diskussion wurde deutlich, dass die Frage nach Zentrum und Fläche nicht unabhängig von den anderen zu diskutierenden Arbeitsfeldern beantwortet und besprochen werden kann.
    Für eine Zentralisierung der kirchlichen Arbeit spricht außer der eventuellen Notwendigkeit (Spardruck) wenig. Zentrum kann lediglich als ein Punkt verstanden werden, von dem aus organisiert, gemanagt wird und wo Informationen zusammenfließen und verteilt werden.
    Grenzen bestehen in den Entfernungen und weiten Wegen, die von Mitarbeitern und Gemeindegliedern zurückgelegt werden müssen. Die Menschen können oder wollen nicht mobil sein. Die Heimatverbundenheit in der Kirche vor Ort spielt eine große Rolle. Kirche muss vor Ort erfahrbar sein: Gebäude, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter und Ansprechpartner sind dabei Anknüpfungspunkte. Kirche ist da, wo Christen sind und ihren Glauben leben. Wo keine Anknüpfungspunkte mehr sind, entstehen „weiße Flecken“, das ist schwer auszuhalten.
    Es darf keine Spaltung in „Edelchristen“ und „Randchristen“ geben. Die, die näher am Zentrum sind und die kirchlichen Angebote leichter erreichen, wären dann im Vorteil und bevorzugt.
    Die Mitarbeiter müssen im Team arbeiten und über den Raum verteilt eingesetzt werden. Die Strukturen müssen überschaubar sein. Die Kirchenregion ist zu groß. Unterregionen müssen gebildet werden (aus 3-4 Gemeinden), die Aufgaben müssen stärker funktional verteilt werden, insbesondere in den Bereichen Verwaltung und Managment. So könnte es z.B.speziell verantwortliche für Kultur/Konzerte geben.
    Das Ehrenamt muß gestärkt werden und auf breitere Füße gestellt werden. Andererseits müssen Ehrenamtliche vor Überforderung und Überlastung geschützt werden. Eine Kirche ohne hauptamtliche Mitarbeiter ist nicht vorstellbar. „Ich brauch auch mal `nen Pastor“. Wieviel Leitung ist Ehrenamtlichen zuzumuten und zuzutrauen, was sagt die „Ordnung“ der Kirche dazu?
    Die Kirche/Gemeinde sollte offen und einladend sein und auf Konfessionslose zugehen. Wach und aufmerksam sein und sehen, wo „was geht“. Christen in und aus kommunalen und kirchlichen Gremien sollten gemeinsam mit anderen und für andere Projekte anschieben. Christen sollten sich in kommunalen Vereinen und Verbänden engagieren und als Christen profilieren und erkennbar sein.
  60. Martin Krämer, Crivitz am 01.10.2015
    Stadt –Land – Kirche

    Es gibt eigentlich nur in einer einzigen Hinsicht Einigkeit bei allen Betroffenen: man ist mit der derzeitigen Situation unzufrieden. Schon wenn es darum geht etwas zu ändern, stehen die ersten auf und hören weg.
    Vorstellbar sind grundsätzlich verschiedene Wege. Am Ende aber setzen die finanziellen Möglichkeiten enge Grenzen.
    Ich habe hier meine eigenen Gedanken zu diesem Thema aufgeschrieben. Manches davon mag unausgegoren sein. Eines aber nehme ich für mich in Anspruch: Es geht mir nicht darum, irgendjemandem etwas wegzunehmen. Es geht mir darum, alles zu tun, damit Menschen hier bei uns in Mecklenburg weiter die Chance haben, wirkliche Gemeinde zu erleben und nicht nur Kirchen zu besichtigen.
    Glauben können wir nicht machen, dessen sollten sich alle bewusst sein. Dass Wasser zu Wein wird, dazu braucht es den Herrn. Wir aber können dafür sorgen, dass immer ausreichend Wasser vorhanden ist.

    Erzieherische Momente in der Diskussion
    "Wenn wir uns aus dem flachen Land zurückziehen, dann überlassen wir das Feld den Rechten." Dieses Argument wird oft und gerne angeführt, und es ist auch nicht von der Hand zu weisen. Für mich steckt dahinter jedoch neben vielen guten Motiven auch ein Selbstbild von Kirche, das aus früheren Zeiten überdauert hat.
    Der Pastor (damals wirklich nur Pastor!) hatte die Aufgabe, von Staats wegen auf eine Hebung der christliche Moral unter der Landbevölkerung einzuwirken. Dabei ging es nicht zuletzt um die Erziehung zu guten Untertanen. Die flächendeckende kirchliche Präsenz war daher im Interesse des Staates. Unabhängig davon, wie wir heute diese Zustände sehen: die Möglichkeiten der Geistlichen waren in dieser Hinsicht damals recht groß. Sie waren Vertreter der Macht, und sie waren für überschaubare ländliche Räume zuständig. Die Mitgliedschaft in der Kirche lag bei nahezu hundert Prozent.
    Heute sind die Räume riesig, die Mitarbeiterinnen wenige und die Gemeindeglieder gehören einer Minderheit an. Gemeinden mit dem Potential, aus sich heraus auch politische Initiativen zu entwickeln, gibt es an vielen Orten nicht mehr.

    Warum macht die kleine Gemeinde keine Lust?
    Wir reden immer und immer von der Gemeinde, von meiner Gemeinde. Oft habe ich den Eindruck, dass jede und jeder etwas ganz anderes damit meint. Manche meinen die Gemeinschaft mit anderen Menschen, die an Jesus Christus glauben. Manche meinen ein anregendes Klima, in dem sie sich selber einbringen können. Viel zu viele aber meinen das Kirchengebäude, die Pachten, das Leid an Heimatverlust und den unbedingten Willen etwas festzuhalten, was schon lange nicht mehr existiert. Sie meinen eine entkernte Institution, eine Hülle, eine Leere, die weh tut und alles was noch lebt immer in Frage stellt, weil es eben immer für diese viel zu große Hülle zu wenig ist.
    Auf Dauer kann so eine "Gemeinde" keine Lust machen. Wenn das Evangelium in einem solchen Rahmen verkündigt wird, wird man es schlecht hören können. Das Wort aus dem Evangelium heißt auch nicht wo zwei oder drei in einer viel zu großen Kirche … oder in Kleidern stecken, die fünf Nummern zu groß sind…. Womit gesagt sein soll: dieses Bibelwort zielt auf die Gemeinschaft von Glaubenden, legitimiert aber keinesfalls Kleinstgottesdienste oder die Bereitstellung einer Kirche mit 100 Sitzplätzen für drei Leute.

    Viel zu viele Kirchen
    Die vielen Kirchen sind ein Stachel im Fleisch. Sie kosten Geld und erzeugen oft so ein trauriges Gefühl. Sie haben Platz für viele Menschen. Der Platz bleibt leer. Auf der anderen Seite sind sie besondere Orte. Aber diese Orte, werden heute von vielen nicht mehr verstanden. In vielen Kirchen herrscht auch ohne Menschen eine besondere Atmosphäre. Aber die Gebäude alleine predigen eben doch nicht so, das sich christliche Inhalte vermitteln. Es ist eher so, dass sie wunderbar überflüssig sind. Sie sind Fragezeichen geworden und sollten doch Einladung sein.
    Unsere Kirche jedenfalls wird schon wegen der Kirchen immer weniger effektiv, schlank und darum eben immer sehr viel kostenintensiver sein als eine Freikirche.

    Warum unsere Kirche nicht aufgebbar ist.
    Manche meinen, unsere Kirche hat sich überholt. Manche wollen sich an den Freikirchen orientieren. Ich sage; meine Kirche ist die beste aller möglichen Kirchen.
    Das will ich auch begründen. Bei all dem, was in der Kirche immer wieder zu beklagen ist, liebe ich unsere Kirche, weil sie eine freie und eine demokratisch verfasste Kirche ist. Bei uns kann man liberal glauben oder evangelikal, man darf offen schwul sein oder damit, dass andere es sind, seine Probleme haben. Unserer Kirche ist bunt und auch grau. Diese Kirche passt damit genau zu meinem Glauben. Sie passt zu der Botschaft Jesu, die uns eben keine fertigen Handlungsanweisungen gibt, sondern uns auffordert, uns für das Gute zu entscheiden. Dabei dürfen wir Fehler machen. Wir sind eben gerechtfertigte Sünder. Welche Freikirche oder welche andere Amtskirche bietet uns diese Heimat?
    Wie gesagt, es gibt viele Dinge die stören. Es gibt Erblasten, an denen wir tragen. Manches werden wir nicht los. Aber es ist doch immer noch die beste aller möglichen Kirchen.

    2. Gedanken zum Umgang mit dem Problem:
    Es sind verschiedene Lösungsansätze denkbar.

    Hoffnungsvoll verschulden
    - Man könnte die Landgemeinden personell und geistlich stärken.
    Die Landeskirche investiert auch auf Kredit in die Zukunft.
    Die Landeskirche entsendet in strukturschwache Gebiete (höchstens sechs Kirchdörfer umfassend) Teams von mindestens vier Mitarbeitern für mindestens 10 Jahre. Diese Mitarbeiter laden die Menschen vor Ort ein, Gemeinde Jesu Christi zu erleben. Sie kümmern sich um Dinge des Gemeinwesens. Sie fördern ehrenamtliches Engagement und geistliches Leben.
    Es finden sich Menschen die mitmachen. Die Gemeinde ist nach 10 Jahren so groß, dass sie sich finanziell selber tragen kann und langsam beginnt in einen Tilgungsfond einzuzahlen. Ehrenamtliche übernehmen nun viele Aufgaben. Die Mitarbeiterschaft kann reduziert werden oder eben weiterziehen.

    Konzentration
    Wir agieren mit den vorhandenen finanziellen Mitteln.
    - Wir ziehen uns aus der Fläche soweit zurück, dass wir an so vielen Orten wie möglich Gemeinden fördern können, die eine Ausstrahlung in ihre Region haben. Dazu bedarf es einer guten personellen, räumlichen und technischen Ausstattung. Der Grundbedarf an Gemeindepädagogik, Kirchenmusik, pastoralen Diensten, Verwaltung und Küsterdiensten sollte mit angestellten Mitarbeitern abgesichert sein. Fahrzeuge sind notwendig, um in der großen Fläche arbeiten zu können. Die Menschen müssen motiviert werden, sich nicht nur zum Einkaufen, zum Frisör oder zum Arztbesuch auf den Weg zu machen, sondern eben auch zur Gemeinde. Fahrdienste machen das möglich. Das Leitungsgremium der Gemeinde wird von Ortschaftsräten beraten. Die Gründung von Förderkreisen und Kirchbauvereinen wird unterstützt.

    Zum Beispiel: Gottesdienst:
    In jedem Kirchdorf gibt es mindestens alle zwei Wochen eine zehnminütige Andacht. Diese Andachten werden auch von Ehrenamtlichen durchgeführt. Die Glocken läuten. Im Anschluss an die Andacht wird zu dem Hauptgottesdienst im Zentrum eingeladen. Eine Kerze wird an der Altarkerze entzündet und mitgenommen. Im zentralen Gottesdienst werden unsere Gemeindeglieder aus den jeweiligen Orten herzlich begrüßt. Hier im Hauptort gibt es Kindergottesdienst, Orgelmusik, Kirchenkaffee …
    In den andern Orten hören die Menschen die Glocke wieder häufiger läuten. Sie nutzen die Andachten an Sonntagen, an denen sie keine Zeit oder Lust haben, mit in den Hauptgottesdienst zu fahren. Sie werden gesegnet und sprechen ein Gebet. Es ist nicht mehr schlimm, wenn nur ein einziges Gemeindeglied kommt. Man erlebt Gottesdienst nicht mehr ausschließlich als Mangelveranstaltung (Gottesdienst in anderer Form werden m. E. von vielen eben auch so erlebt: als nicht vollwertig, als Ersatzlösung).