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Die „KiBa-Kirche des Monats September“ als Modellprojekt der Bundesstiftung Umwelt

Mit Efeu gegen Grünalgen

01.09.2011 | Berlin/Poseritz (Rügen) (ekd). Immer mehr mittelalterliche Kirchen sind vom Befall durch Grünalgen betroffen. Weil St. Marien im pommerschen Poseritz Wind und Wetter besonders stark ausgesetzt ist, wurden im Rahmen eines von der Deutschen Bun-desstiftung Umwelt und der Stiftung KiBa unterstützten Pilotprojekts die klimatische Be-lastung und die Reaktionen des Mauerwerkes der Kirche untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchung werden in Kürze in einem ersten Sanierungsschritt umgesetzt. Die Stiftung KiBa fördert diese Maßnahmen an ihrer „Kirche des Monats September“ im Jahr 2011 mit 10.000 Euro.

„Ursache für die Ausbreitung der Grünalge ist die Durchfeuchtung der Mauern“, sagt Tilman Reinecke, Pfarrer der Gemeinde Poseritz. Nachdem Experten gut drei Jahre lang den Zustand des Mauerwerks und das Klima von St. Marien innen und außen ver-glichen, sowie einen Schutz der Fassade vor Witterungseinflüssen gesucht hatten, war Ende 2010 klar, dass schnell gehandelt werden musste: Zunächst baute man eine Zwangsbelüftung in die Kirche, nun ist die Anpflanzung von Efeu geplant. „Efeu hält den Niederschlag fast vollständig vom Mauerwerk fern. Voraussetzung für den Bewuchs ist die Reparatur der Verfugung an den Mauern“, sagt Reinecke. Ein weiterer Teil der Maßnahme ist die Montage einer Dachentwässerung. Etwa 70.000 Euro werden diese ersten Arbeiten kosten. „Die Gesamtmaßnahme wird noch mehrere Jahre dauern“, so Reinecke. „Die Kirche muss auch in ihrem Inneren wiederhergestellt werden“.

Fast 700 Jahre ist das Hauptschiff von St. Marien alt. Der Turm kam erst im Jahr 1450 hinzu, der Chor und das Gewölbe des Hauptschiffes wurden ebenfalls in dieser Epoche hinzugebaut. Geschaffen wurden damit auch ein Problem: Weil bestimmte statische Bedingungen und ihre Folgen nicht berücksichtigt worden waren, bestand die Gefahr des Auseinanderbrechens der Kirche. 1987 musste St. Marien sogar geschlossen wer-den. Erst 1991 wurde der Dachstuhl über dem Hauptschiff erneuert, es folgte die Sanie-rung der Außenmauern, 1993 konnte die Kirche wieder für Gottesdienste geöffnet wer-den.

„St. Marien ist das Wahrzeichen des Dorfs“, unterstreicht Tilman Reinecke die Bedeu-tung der Sanierung. „Als Identifikationspunkt hat sie in unserer entkirchlichten Region neben ihrer historischen Bedeutung auch eine missionarische Funktion“.

Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) ist eine Stiftung der EKD und der evangelischen Landeskirchen. Seit 1999 hat sie mehr als 850 Förderzusagen für Sanierungsvorhaben in Höhe von über 22 Millionen Euro geben können. In diesem Jahr fördert die KiBa insgesamt 74 Projekte in ganz Deutschland mit einem Gesamtvolumen von gut 1 Millionen Euro. Über 2400 Mitglieder engagieren sich bundesweit im Förderverein der Stiftung KiBa.