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Taler sammeln für die Gesundheit

Diakoniewerk "Neues Ufer" hat ein besonderes Bonusprogramm für seine Mitarbeiter

18.09.2017 ǀ Rampe.  Auf einem speziellen Sparbuch können Mitarbeiter des Diakoniewerks "Neues Ufer" in Rampe bei Schwerin "Ufer-Taler" als Bonuspunkte sammeln. Dafür gibt's gesundheitsfördernde Aktivitäten und am Ende auch noch Preise. Bald startet die erste Verlosung.

Ein Sparbuch der besonderen Art hat das Diakoniewerk "Neues Ufer" in Rampe (bei Schwerin) für seine über 720 Mitarbeiter aufgelegt. Seit Oktober 2016 können sie in ihrem persönlichen Sparbuch jeweils ein Jahr lang "Ufer-Taler" (UT) sammeln für gesundheitsfördernde Aktivitäten. Beispielsweise gibt es 40 UT für mindestens 40 Besuche im Fitnessstudio. Eine Kursteilnahme gegen Rückenbeschwerden wird mit zehn UT honoriert, eine Blutspende oder ein Gesundheitscheck mit fünf. Am 30. September ist Abgabetermin. Wer dann mindestens 50 UT angespart hat, nimmt an einer Verlosung teil. Es gibt Preise im Wert von mehreren hundert Euro.

Hinter diesem Bonusprogramm steht die Erkenntnis, dass sich Arbeitgeber inzwischen von anderen Anbietern abheben müssen, um "neue Leute, die passen" zu finden, sagt Thomas Tweer, Geschäftsführer des Diakoniewerks "Neues Ufer". Außerdem nützt ein gutes betriebliches Gesundheitsmanagement beiden, dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber. "Ein kaputter Rücken ist auch privat kaputt", sagt Tweer.

Dass durchschnittlich etwa sechs Prozent der Mitarbeiter des Diakoniewerks krank sind, sei zu viel, findet er. Das Diakoniewerk habe eine Fürsorgepflicht für seine Angestellten. Zudem sei es auch eine Kostenfrage, wenn Zeitarbeiter eingekauft werden müssen, um den Krankenstand zu überbrücken.

"Gewohnheiten ändern ist immer schwierig"

Allerdings hat Thomas Tweer auch nicht die Illusion, dass sich der Krankenstand durch das Bonusprogramm oder die bereits zuvor eingeführten Zuschüsse fürs Fitnessstudio schnell bessern wird. "Gewohnheiten ändern ist immer schwierig", sagt der Geschäftsführer, der selber zwei Mal pro Woche in ein Fitnessstudio geht. Etwa 65 Mitarbeiter nutzten bisher schon die monatlichen Zuschüsse des Diakoniewerks für die "Muckibude".

Auch einige andere diakonischen Träger in Mecklenburg-Vorpommern haben sich Gedanken über besondere Gesundheits-Boni für ihre Angestellten gemacht. So zahlt die Evangelische Stiftung Michaelshof (Rostock) ihren Mitarbeitern eine monatliche Gesundheitsprämie von vier Euro, wenn sie ihren Besuch im Fitnessstudio oder Sportverein nachweisen.

Das Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg (Grevesmühlen) bietet Betriebssportgruppen an. Dazu zählt auch die gemeinsame Teilnahme an Sport-Events oder Laufveranstaltungen. Für die Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe gibt es bundesweit Sonderkonditionen in Kooperation mit einem Fitnessclub.

Krankenstand in MV hoch

Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern "sind wichtige Erfolgsfaktoren für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen" in MV, ist der Schweriner Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) überzeugt. Immerhin bleiben Beschäftigte in MV aus gesundheitlichen Gründen durchschnittlich etwa 20 Tage pro Jahr ihrem Arbeitsplatz fern, der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei etwa 15 Tagen. Mit 2,25 Millionen Euro aus EU-Mitteln unterstützt Glawes Ministerium deshalb ein neues, bis 2020 laufendes Projekt für die betriebliche Gesundheitsförderung in kleinen und mittelständischen Unternehmen im Nordosten.

Die Unimedizin Greifswald will dabei mit einem Bus durchs Land touren, in dem ein schneller, interaktiver Gesundheitscheck vorgenommen werden und Beratungen erfolgen können. Bis zu 16 Untersuchungen sind möglich, unter anderem Blutdruckmessung, Ruhe-EKG, Blutanalyse und Lungenfunktionsdiagnostik. Erste Station des Busses wird nach Angaben der Unimedizin im Januar 2018 eine Metallbaufirma in Greifswald sein.
Quelle: epd