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Diakonie vor Paradigmenwechsel

 

Züssow (epd). Auf der pommerschen Landessynode hob Diakoniepfarrer Christoph Ehricht in seinem Bericht über die Arbeit der Diakonie die Bedeutung der Hilfsangebote hervor. In der Sozialpolitik geschehe momentan ein Paradigmenwechsel. Das bisherige Prinzip von Solidarität werde ersetzt durch Eigenvorsorge und einen verschärften Wettbewerb auch im Sozialsystem. Auf Grund ihrer finanziell angespannten Situation könne die Diakonie im Wesentlichen jedoch lediglich eine Abmilderung der sozialstaatlichen Abbauprozesse durchsetzen.

 

Der Diakoniepfarrer warnte vor einem Anwachsen der Armut durch die Hartz IV-Reformen vor allem in den neuen Bundesländern. In Ostdeutschland würden durch die neuen Sozialgesetze 36 Prozent aller bisherigen Bezieher von Arbeitslosenhilfe keine Leistungen mehr und 44 Prozent deutlich geringere Hilfen erhalten. Zudem drohten durch Mitwirkungspflichten und verschärfte Kriterien für die Zumutbarkeit von Arbeitsplätzen weniger leistungsfähige Menschen teilweise oder vollständig aus dem Bezug von Leistungen heraus zu fallen. Bei Jugendlichen sei eine vermehrte Flucht in "gefährliche Lebenswelten" als Reaktion auf überfordernde Anforderungen zu befürchten, unterstrich er.

 

Im Mittelpunkt der Herbsttagung der pommerschen Synode stehen bis Sonntag in Züssow vor allem Finanzfragen, die künftige Absicherung der kirchlichen Arbeit sowie die Pläne zur Bildung einer gemeinsamen evangelischen Landeskirche in Mecklenburg-Vorpommern.

 

Wortlaut des Berichts: Diakonie

(09.10.2004)


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