Nach oben

„St. Marien soll ein Magnet bleiben“

Der Turm der „KiBa-Kirche des Monats März“ in Plau am See wird erneuert

01.03.2012 | Plau. Die große dreischiffige Hallenkirche St. Marien im Zentrum des mecklenburgischen Touristen- und Klinikortes Plau am See ist die „KiBa-Kirche des Monats März“. Das bald 800 Jahre alte überwiegend in Backstein errichtete Gebäude ist täglich zur Besichtigung geöffnet. In diesem Jahr muss der 40 Meter hohe Turm von St. Marien gesichert und erneuert werden. Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) beteiligt sich mit 40.000 Euro an den Kosten.

Nachdem in den vergangenen Jahren das Kirchenschiff restauriert worden ist – die KiBa hatte die Kirchgemeinde in den Jahren 2007 und 2009 mit rund 67.000 Euro unterstützt – sollen jetzt Dach und Fassade des Turms wiederhergestellt werden. 230.000 Euro plant die Kirchgemeinde dafür insgesamt ein. Gemeindepastor Stephan Poppe begründet diese Investition: „Wir möchten, dass unsere Kirche ein Magnet für Einwohner und Besucher bleibt“.

Rund 1000 Menschen finden in St. Marien Platz. Die vier großen romanischen Bündelpfeiler der Kirche tragen ein gotisches Kreuzrippengewölbe aus dem 14. Jahrhundert. Das Interieur ist im Wesentlichen neugotisch geprägt. In der Sakristei steht ein 1480 entstandener und in Teilen original erhaltener Schnitzaltar; das große Bild im Altarraum malte der in Plau geborene Maler Friedrich Lange. Das bronzene Taufbecken aus dem Jahr 1570 trägt zwei alte niederdeutsche Inschriften, die an das Programm der Reformation erinnern, die Bibel in Volkssprache zu verbreiten. Der Ende des 13. Jahrhunderts erbaute quadratische Westturm beherbergt drei Bronzeglocken aus den Jahren 1522, 1700 und 1963, sowie eine „Pietà“ des in der Kaiserzeit in ganz Deutschland berühmten Plauer Bildhauers Wilhelm Wandschneider (1866-1942).

Die Grundsteinlegung für die Marienkirche erfolgte um 1225; Ende des Jahrhunderts war der Bau der großen Kirche in einem Mischstil von Romanik und Gotik vollendet. In den Jahren 1877 bis 1879 wurde der Innenraum der Kirche vollständig umgestaltet; die neugotische Einrichtung umfasst auch die Beschriftung des Gestühls, die die bis 1923 geltende Sitzordnung nach Rang und Berufen zeigt.

Die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) ist eine Stiftung der EKD und der evangelischen Landeskirchen. Seit 1999 hat sie mehr als 900 Förderzusagen für Sanierungsvorhaben in Höhe von über rund 22,9 Millionen Euro geben können. In diesem Jahr fördert die KiBa bisher 63 Projekte in ganz Deutschland mit einem Gesamtvolumen von etwa 1 Million Euro. Über 2400 Mitglieder engagieren sich bundesweit im Förderverein der Stiftung KiBa. Weitere Informationen unter: www.stiftung-kiba.de