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Johannes Bugenhagen

Der Reformator von Braunschweig, Hamburg, Lübeck sowie von Dänemark und Holstein

Bugenhagen-Denkmal in Braunschweig. Foto: U. Standt
Anfang 1528 fragte Braunschweig nach der Unterstützung durch Bugenhagen bei der Durchführung der Reformation an. Am 16. Mai brach Bugenhagen auf - er hinterließ seine Frau Walburga und zwei frische Gräber zweier Kinder, die kurz nacheinander gestorben waren. Nach vier Tagen Reise begann er noch am Abend des Ankunftstages zu predigen. Am 5. September beschloß der Rat die von Bugenhagen geschaffene Kirchenordnung als gültige Ordnung für die Stadt zu bestätigen.
 
Am 5. Oktober 1528 wurde Bugenhagen ehrenvoll in Hamburg begrüßt, wohin er zur Durchführung der Reformation gebeten wurde. Sein Urlaub von Wittenberg wurde dazu verlängert. Am 15. Mai 1529 wurde die Hamburger Kirchenordnung angenommen und am 23. Mai 1529 von allen Kanzeln der Stadt als der "Erbarn Stadt Hamborch Christlike Ordeninge" feierlich verkündigt. In Hamburg gründete er auch die Lateinschule Johanneum.
 
Auch in Ostfriesland wurde seine Hilfe begehrt. Brieflich und durch kleine Schriften unterstützte Bugenhagen die dortigen lutherischen Kräfte.
 
Im April 1529 leitete Bugenhagen auf Bitten des dänischen Königs eine Disputation über das Abendmahlsverständnis.
 
Dann machte sich Bugenhagen auf die Heimreise nach Wittenberg und traf am Abend seines Geburtstages in seiner Heimatstadt ein und nahm seine umfangreiche Tätigkeit wieder auf.

Croy-Teppich Greifswald: Johannes Bugenhagen (Mitte). Foto: Neumann
Im Oktober 1530 begab sich Bugenhagen erneut auf Reisen. Abgesandte der Stadt Lübeck hatten seine Hilfe erbeten. Die Reformation ging dort "primär von einem Interesse an theologischen Fragen und an der Verkündigung des Wortes Gottes aus und nicht so sehr von organisatorischen und strukturellen Problemen aus" (Hauschild). Diesmal reiste Bugenhagen mit seiner Familie. Am Trinitatissonntag 1531 konnte in allen Kirchen der Stadt die Einführung der von Bugenhagen geschaffenen Kirchenordnung verkündet werden. Im Interesse der Festigung der Reformation blieben die Bugenhagens noch bis zum 9. April 1532 in Lübeck - von Luther sehnlichst zurückerwartet.
 
In dieser Zeit beriet er auch den Rat der Stadt Rostock in Fragen zur Gestaltung der Reformation. Außerdem verfaßte er eine Reihe von Schriften, darunter die mit kirchengeschichtlichem Stoff geprägte Schrift "Wider die Kelchdiebe".
Eine bleibende Erinnerung an seinen Aufenthalt in Lübeck schuf er durch die Mitarbeit bei der Übertragung der Bibel ins Niederdeutsche. Die 1533/34 erschienene, prächtig ausgestattete Lübecker Bibel ging als "Bugenhagen-Bibel" in die Geschichte ein.
 
Im Sommer 1537 reiste er auf Bitten des dänischen Königs Christian III. nach Dänemark und blieb dort zwei Jahre. Auch dort führte er die Reformation ein, krönte das Königspaar und ordnete die Verhältnisse an der Universität Kopenhagen.
 
Im Frühjahr 1542 war Bugenhagen in Holstein und nahm am Landtag zu Rendsburg und in Ribe am Landtag von Dänemark teil. In beiden Fällen war sein maßgebender Rat als ordnender Gestalter lutherischen Kirchenwesens unerläßlich.
 
Bereits im August 1542 war er kirchenordnend in Hildesheim. Im Oktober und November war er bei Visitationen von Kirchen und Klöstern im Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel. Die Kirchenordung für dieses Gebiet erschien ein Jahr später.
 
Seine Tätigkeit als Korrespondenzpartner, Ratgeber und Gutachter bestimmte die folgenden Jahre sehr.

Zum nächsten Teil: Reformator Pommerns