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Ein Stück Mecklenburg

Das brandenburgische Fürstenberg feiert den 20. ökumenischen Stadtkirchentag

Von Sophie Ludewig

Pastor Eckhart Altemüller im Pfarrgarten, im Hintergrund: der Turm „seiner" Kirche, vom mecklenburgischen Hofbaumeister erbaut
26.08.2018 ǀ Fürstenberg.  Wenn im brandenburgischen Fürstenberg an diesem Sonntag, 26. August, der 20. ökumenische Stadtkirchentag gefeiert wird, ist auch die evangelische Gemeinde mit dabei. Diese ist Teil der Nordkirche, gehört zur Propstei Neustrelitz und versteht sich als Teil des mecklenburgischen Kirchenkreises, wie der dortige Pastor Eckhart Altemüller berichtet

Knapp sieben Kilometer sind es von Fürstenberg bis zur Landesgrenze von Mecklenburg-Vorpommern. Nur ein Katzensprung also. Doch trotzdem ist dort manches anders als im ganzen Rest der Propstei Neustrelitz. „Wenn Sie in Fürstenberg zum Bäcker gehen, kriegen Sie dort Splitterbrötchen, Schusterjungen und Schrippen – fragen Sie mal danach in Neustrelitz, das kennt da vermutlich kein Mensch“, erzählt  Eckhart Altemüller.

Der gebürtig aus Braunschweig stammende Pastor hat vor drei Jahren die Betreuung der Gemeinde in Fürstenberg übernommen. Eines ist ihm dabei gleich zu Beginn aufgefallen „Die Einwohner der Stadt richten sich mehr nach Berlin aus als nach ihren Nachbarstädten weiter nördlich. Das kann man schon morgens um fünf Uhr auf dem Bahnhof sehen, wenn sich die ersten Pendler auf den Weg machen.“

Auch wenn die Kirchengemeinde einen Ausflug plant, entscheide sie sich meistens für ein Ziel in Brandenburg und nicht in Mecklenburg. „Das ist nun mal die Heimatregion für die Leute hier“, erklärt Pastor Altemüller. Trotzdem verstehe man sich ausdrücklich als Teil des mecklenburgischen Kirchenkreises, fügt der 58-Jährige hinzu: „Das fängt ja schon bei der Bezeichnung an: Unsere Gemeinde ist evangelisch-lutherisch, während es bei den Gemeinden der berlin-brandenburgischen Landeskirche immer nur ‚evangelisch‘ heißt.“ Die Verbindung zu Neustrelitz lässt sich außerdem an der neogotischen Kirche von Fürstenberg erkennen, die ebenso wie der Turm der Stadtkirche in der ehemaligen Residenzstadt vom bekannten Hofbaumeister Friedrich Wilhelm Buttel (1796-1869) erbaut wurde.

Auch über die Musik sind beide Gemeinden verbunden, denn Fürstenberg finanziert die Neustrelitzer Kantorenstelle zu zehn Prozent mit. Im Austausch übernimmt der Kantor von Neustrelitz die Leitung des Fürstenberger Kirchenchors. „Man muss aber auch sagen, dass ich als Pastor deutlich mehr Kontakte nach drüben habe als die normalen Gemeindemitglieder. Die kommen mit dem Bischof oder der Pröpstin nicht so oft in Berührung“, räumt Eckhart Altemüller ein: „Doch das wird in den meisten kleinen Orten in der Propstei nicht viel anders sein, denke ich.“

Ein Problem, das mit der Enklavensituation der Gemeinde zusammenhänge, sei allerdings die Konfirmandenarbeit. „Ich hatte gehofft, wir könnten das zusammen mit Neustrelitz organisieren. Dort wird das aber immer dienstags angeboten, weil es für die Schüler aus der Stadt praktischer ist, gleich nach der Schule zum Konfirmandenunterricht zu gehen. Für die Jugendlichen aus Fürstenberg ist das aber schwierig wegen der Fahrtwege.“ Pastor Altemüller hat Verständnis dafür, dass die Neustrelitzer wegen der derzeit drei Konfirmanden aus Fürstenberg den Unterricht nicht aufs Wochenende verlegen. „Trotzdem ist es schade für unsere Jugendlichen, die hätten das natürlich lieber in einer größeren Gruppe von Gleichaltrigen gemacht.“

Höhepunkt kirchlichen Stadtlebens

Zu den Höhepunkten des kirchlichen Lebens in Fürstenberg gehört seit 20 Jahren der Stadtkirchentag im Sommer. In der Anfangszeit noch an öffentlichen Plätzen wie am Schloss oder im Stadtpark durchgeführt, konzentriert sich die Veranstaltung inzwischen auf den evangelischen Pfarrgarten und die Kirchen der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Gemeinden. „Klar, bei Stadtkirchentag denkt man an ein großes Event, wie zuletzt in Rostock, wo ja mehr als 1000 Leute zusammenkamen. Aber Fürstenberg ist keine große Stadt, und unsere meistens rund 100 Teilnehmer finden so einen kleinen Rahmen völlig in Ordnung“, erklärt der Pastor.

Das Programm am 26. August unter dem Motto „Der Herr ist nahe“ soll dennoch sehr bunt ausfallen. Los geht es um 14 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Kirche. Danach wird zu Kaffee und Kuchen sowie Musik und Theater in den evangelischen Pfarrgarten eingeladen.
Quelle: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung Nr. 33/2018

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