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Soziales

Caritasverbände in MV werben für Transparenz

07.03.2018 ǀ Schwerin.  Die beiden katholischen Wohlfahrtsverbände der Caritas in Mecklenburg-Vorpommern wollen mit Transparenz mehr Vertrauen herstellen. Der Caritasverband für das Erzbistum Berlin, zu dem auch Vorpommern gehört, veröffentliche bereits seit 2012 unter anderem das Gehalt der Geschäftsführung, Angaben zu Mittelherkunft, ihrer Verwendung und Bescheide des Finanzamtes, teilten die Caritasverbände am Dienstag in Schwerin mit.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die Finanzierung von Wohlfahrtsverbänden im Nordosten sagte Ulrike Kostka, Direktorin des Berliner Caritasverbandes, Verfehlungen müssten aufgedeckt und geahndet werden. Man dürfe aber nicht die gesamte Wohlfahrtspflege unter Generalverdacht stellen. "Für uns ist Transparenz eine Grundhaltung." Jeder könne auf der Internet-Website ihres Verbandes sehen, "wie wir mit Mitteln umgehen und was bei uns die Leitung verdient". Auch die Finanzanlagerichtlinien seien öffentlich.

"Auch wir werden die Transparenzstandards, soweit nicht schon geschehen, im Zuge des fast abgeschlossenen Fusionsprozesses der Caritasverbände Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg umsetzen", sagte der Direktor des Caritasverbandes des Erzbistums Hamburg, Steffen Feldmann. Transparenz sei der einzig richtige Weg, um verloren gegangenes Vertrauen wieder herzustellen.

Nach eigenen Angaben haben die Caritasverbände in MV von 1991 bis 2016 fast 63 Millionen Euro an Eigenmitteln eingebracht. Dabei handele es sich überwiegend um kirchliche Zuschüssen, Spenden und Drittmittel etwa von Stiftungen, der Aktion Mensch oder dem Deutschen Hilfswerk. Im Durchschnitt hätten die beiden Caritasverbände pro Jahr zwischen 23 und 25 Prozent Eigenmittel aufgebracht. Allein im Jahr 2016 hätten die 1.857 Caritas-Mitarbeiter fast 130.000 hilfsbedürftige Menschen in MV unterstützt.

Die Caritasverbände in MV begrüßten den Vorschlag von Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) zu einer Transparenzoffensive in der Wohlfahrtspflege. Damit habe die Ministerin die Initiative der Caritas aufgegriffen, dass alle Wohlfahrtsverbände der Initiative Transparente Zivilgesellschaft beitreten.
Quelle: epd