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Bischof Abromeit bei seinem Bericht. Foto: Neumann
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Pommerscher Bischof fordert mehr Mittel für kirchliche Familien-, Kinder- und Jugendarbeit
Züssow (rn). In seinem Bericht vor der pommerschen Landessynode unter dem Leitthema „unser tägliches Brot gib uns heute“ hat der Greifswalder Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit am Freitagabend die Armut in Mecklenburg-Vorpommern und die „Möglichkeiten zum Broterwerb“ in die Mitte gestellt. „Was bedeutet Armut bei uns, welche Auswirkungen hat sie für die Lebensbedingungen in Vorpommern, für das Aufwachsen von Kindern aber eben auch für die Gestalt der Kirche in unserer Region?“ fragte er in seinem Bericht.
In Erinnerung an die Friedliche Revolution 1989 stellte Abromeit fest, daß „alle geistlichen und theologischen Aussagen eine politische Wirkung“ entfalteten. Im Hinblick auf das Leitthema seines Berichtes sagte er, daß es nicht reiche, allein Einkommen zu haben. Er teilte der FDP-Forderung nach einem Bürgergeld eine Absage, denn es gehe nicht nur um ein Auskommen, „sondern wir brauchen Arbeit um das Gefühl zu entwickeln, etwas beizutragen für das Ganze und nicht unnütz zu sein.“
Der pommersche Bischof wies darauf hin, daß das Haushaltseinkommen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern 17% unter dem gesamtdeutschen Wert liege und noch 3% unter dem ostdeutschen Wert. Daher habe man bei der Festlegung der Pfarrbesoldung der künftigen Nordkirche „nur auf die Bremse treten“ können. Im Hinblick auf die Abwanderung aus dem Bundesland sagte Abromeit, daß 2008 insgesamt 25.900 Menschen das Bundesland verlassen hätten. „Das sind so viele wie Wolgast und Pasewalk zusammen als Einwohner“ haben, sagte der Bischof.
Aufgabe der Kirche sei es, Teil an dieser schwierigen Lebenssituation zu haben, und „Hilfen zur Lebensbewältigung zu geben als auch die krankmachenden Strukturen der Gesellschaft zu identifizieren und zu überwinden.“ An die Synodalen gewandt forderte der Bischof „den Mut aufzubringen, wesentlich mehr der uns anvertrauten Mittel für Kinder- und Jugendarbeit, aber auch für die Arbeit mit jüngeren Familien einzusetzen.
Bischof Abromeit würdigte das Engagement der Landeskirche im Bildungsbereich, in den seit 20 Jahren verstärkt investiert worden sei. Dahinter stehe die richtige Grundentscheidung, daß „Ausgang aus Armut vor allem durch Bildung gefunden werden kann.“ Man sei „als Kirche gut beraten, auch in Zukunft im Bildungsbereich einen Schwerpunkt zu setzen.“
Hinweis: Bericht des Bischofs (260 KB)
(16.10.2009) 
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