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Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland

Bischof Ulrich gibt Bericht der Gemeinsamen Kirchenleitung

Nordkirche hat ein gemeinsames Bewusstsein entwickelt

Lübeck/Heringsdorf (sst). Am Donnerstagnachmittag (23. Okt.) hat der Vorsitzende der Gemeinsamen Kirchenleitung der zukünftigen Nordkirche, Bischof Gerhard Ulrich, seinen Bericht vor den 266 Synodalen auf der Tagung der Verfassunggebenden Synode in Heringsdorf gegeben.

„Es musste immer wieder ein gemeinsames Bewusstsein dafür entwickelt werden, dass es beim Projekt „Nordkirche“ um eine „neue Kirche“ geht, nicht um ein Zahlenspiel. Denn Kirche „rechnet“ sich nie – dazu lebt sie zu sehr aus der Gnade Gottes, auch wenn es trotzdem richtig bleibt, dass die Finanzen stimmen müssen“, sagte Bischof Ulrich. Die Beratungen in der Steuerungsgruppe und in der Gemeinsamen Kirchenleitung wären zunehmend von einer wertschätzenden Wahrnehmung geprägt gewesen, so dass Lösungsvorschläge einstimmig verabschiedet wurden. So wurde zum Beispiel die „Arbeitsstelle Kirche im Dialog“ konzipiert und als erstes gemeinsames praktisches Projekt auf den Weg gebracht. 2013 startet der Kirchentag Hamburg, bei dem die Nordkirche Gastgeber sein wird. Die EKD-Synode tagt im kommenden Jahr in Lübeck-Travemünde.

„Anstehende Personalentscheidungen haben wir stets in abgestimmter Beteiligung vorbereitet. Das gilt auch für die Wahl von Hauptpastorin Pröpstin Kirsten Fehrs zur Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, die am 26. November ins Amt eingeführt wird“, so Ulrich. Auch Themen wie die Bäderregelung und der Feierabendschutz in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern seien gemeinsam abgestimmt worden. Die Gemeinsame Kirchenleitung wollte also mehr als einen West-Ost-Transfer.

Im Rahmen der Finanzplanung verwies Ulrich darauf, dass es jetzt Klarheit hinsichtlich des landeskirchlichen Anteils in Höhe von 19,7 Prozent gebe. „Wir haben auch Klarheit hinsichtlich der Größenordnung des Prozentsatzes beziehungsweise der Mindereinnahmen auf Seiten der zukünftig „altnordelbischen“ Kirchenkreise. Ihr Anteil an der Integration Mecklenburgs und Pommerns in das bewährte Verteilsystem des Finanzgesetzes der Nordelbischen Kirche beträgt mit vier Prozent ein Prozent unter der zunächst angedachten Höhe von fünf Prozent“, sagte Bischof Ulrich in seinem Bericht.

Des Weiteren ging der Vorsitzende der Gemeinsamen Kirchenleitung auf die Pfarrstellenverteilung ein und nannte hierfür das Beispiel der Krankenhausseelsorge. „Bisher unterhalten die mecklenburgische und die pommersche Kirche 13,75 Pfarrstellen im Bereich der Krankenhausseelsorge. Vier Stellen sind an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern angesiedelt. Diese vier Stellen bleiben haushaltsmäßig auch in Zukunft auf der landeskirchlichen Ebene – so ist es in der Nordelbischen Kirche bisher auch. Aber die 9,75 weiteren Pfarrstellen müssen auf die Ebene der späteren Kirchenkreise Mecklenburg und Pommern verlagert werden“, so Ulrich. Das sei finanziell für beide Kirchenkreishaushalte eine schwere Bürde und ein Beispiel dafür, dass Mecklenburg und Pommern neben den Überlegungen zur neuen gemeinsamen Kirche immer auch eine weitere Dimension der Veränderung im Blick haben mussten, nämlich den Übergang von einer Landeskirche zu einem Kirchenkreis.

Bischof Ulrich dankte zum Schluss seines Berichtes insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeitsstelle des Verbandes der Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Norddeutschland in Schwerin und den vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich dem großen Werk der Nordkirchenentstehung gewidmet haben. „Sie alle sind ein Segen für diese Kirche, und Sie haben dazu beitragen, dass eine Nordkirche in den Blick kommt, die ein Gesamtprojekt in bester lutherischer Tradition zu werden verspricht“, so Bischof Ulrich abschließend.

Der Wortlaut des Berichtes im Download (140 KB)