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Bischof Jeremias dankt langjährigen Pastoren und einer Pastorin

Kaum eine Generation hat so viel Wandel in der Kirche erlebt

Gruppenbild vom Ordinationsjubiläum in Weitenhagen
11.11.2019 ǀ Weitenhagen.  In einem Abendmahlsgottesdienst in der Dorfkirche in Weitenhagen (bei Greifswald) bedankte sich Bischof Tilman Jeremias am Sonntag (10. November) bei langjährigen pommerschen Pastoren und einer Pastorin anlässlich ihres Ordinationsjubiläums.

„Wir sind dankbar für Ihren Dienst in der Kirche und wünschen Ihnen, dass auch Sie dankbar auf Ihren Dienst zurückblicken“, sagte der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche. Wohl kaum eine Generation habe so viel Wandel in Gesellschaft und Kirche erlebt wie die Jubilare. „Einige von ihnen haben die Wende vor 30 Jahren sehr aktiv mitgestaltet. Nicht nur die Lebensverhältnisse, auch die Verhältnisse in der Kirche waren in der Folge nicht mehr so wie vorher.“

Bischof Jeremias ging auf die Bedeutung der Ordination ein: „Es ist wichtig, sich im Dienst immer wieder darauf zu besinnen, womit wir in der Ordination beauftragt worden sind“, sagte er, „nämlich das Wort Gottes öffentlich zu verkündigen und die Sakramente zu verwalten.“ Gerade heute sei es wichtig, sich auf diesen Kern zu besinnen. „Natürlich gehörte und gehört zu Ihrem Dienst auch die Seelsorge, für die Älteren war sicher auch die Pflege von Pfarrhof und Pfarrgarten eine wichtige Aufgabe, heute sind es vor allem Verwaltungsaufgaben. Doch ist es essenziell für die Zukunft der Kirche, dass wir Pastorinnen und Pastoren uns zu allererst um die Verkündigung und die Sakramente kümmern.“ Den Gottesdienst hielt der Pasewalker Propst Andreas Haerter.

Seit 60 Jahren Pastor

Eine Pastorin und zehn Pastoren feierten ihr Ordinationsjubiläum. Das reichte von 25 bis hin zu 60 Jahren. Dienstältester Jubilar war der langjährige Pastor von Zarnekow, Siegfried Barsch. „Ordiniert hat mich am 7. Januar 1959 Bischof Krummacher in der Annenkapelle in Greifswald“, erzählt er. Barschs Ziel sei immer eine einladende Kirche gewesen. „Ich wollte für die Menschen da sein, die in der DDR ihren christlichen Glauben bekannten. So trafen sich bei uns im Pfarrhaus und im Pfarrgarten Jung und Alt. Die Kinder trafen sich zur Christenlehre, meine Frau leitete den Singekreis, die Professoren und Doktoranden aus der benachbarten Karlsburger Diabetes-Klinik suchten ein Seelsorgegespräch – das gesamte Gemeindeleben spielte sich bei uns ab.“

"Das stützt einen auch“

Arndt Noack, zu Wendezeiten Studentenpfarrer in Greifswald, ist seit 40 Jahren Pastor. Er sagte: „Ich fand die Ordination damals schön und wichtig. Denn sie bedeutet für mich, dass ich als Pastor beauftragt bin, das Wort zu predigen, und es nicht selbst ergreife. Der Talar bietet auch einen gewissen Schutz: Ich muss nicht derjenige in der Gemeinde sein, der den tiefsten Glauben hat. Ich muss aber das Wort so gut auslegen, wie ich es kann. Das stützt einen auch.“ 40 Jahre Dienst sind für ihn ein Grund zu danken: „Pastor zu sein, ist etwas Wunderbares – nah bei den Menschen und nah an der Wissenschaft.“

"Diese Tradition hat mich getragen"

Vor 50 Jahren wurde Jürgen Jehsert zum Pastor ordiniert. Er wirkte in Richtenberg, in Stralsund, wo er auch mit der Jugendarbeit betraut war, und ab 1986 als Superintendent in Ueckermünde. Da er den Kriegsdienst verweigert hatte, durfte er nicht studieren – sein Traum wäre Architektur gewesen – sondern machte zunächst eine Schlosserlehre. „Meine Ordination vor 50 Jahren im Greifswalder Dom mit Bischof Krummacher bedeutete sehr viel für mich. Zum einen fühlte ich mich nun in als in einer Reihe stehend mit vielen Geistlichen vor mir. Die Katholiken nennen das Sukzession, und diese Tradition hat mich auch getragen. Zum anderen hat es eine rechtlich ordnende Funktion: Es war für mich die Bestätigung, dass es nicht nur so eine Idee von mir war, Pastor zu werden, sondern dass ich von der Kirche in mein Amt geführt werde.“


Quelle: Bischofskanzlei Greifswald (ak)

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