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Wort zum Christfest von Bischof Dr. Andreas v. Maltzahn

Weihnachten – wenn Himmel und Erde sich berühren

24.12.2015 ǀ Schwerin.  Gott kennt keine Obergrenzen der Menschlichkeit. Wie großartig, dass viele Menschen in unserem Land sich in diesem Jahr mitfühlend und menschlich gezeigt haben! Sie haben das Bild von Deutschland in der Welt verändert.

Auch und gerade zu Weihnachten geht es um die harten Realitäten unseres Lebens: um Chancen für alle – für Einheimische wie für Menschen auf der Flucht. Es geht um Gerechtigkeit, um Zusammenhalt und Frieden, um ein Leben, das sinnerfüllt ist. Genau dafür steht Gott und hat dafür den Weg der Liebe gewählt. Er fragt uns Menschen, ob wir auf diesem Weg mit dabei sein wollen. Wir können uns dafür entscheiden: Mit Hingabe zu leben und für andere da zu sein, etwas zu tun gegen Hunger und Armut und Gott als Geheimnis der Welt neu zu entdecken.

Das Schöne an Weihnachten ist: Uns wird nicht einfach unsere Verantwortung vorgehalten. Gott kommt zu uns in einer verlockenden Geschichte und lädt uns ein, ein Teil davon zu werden: Da steht ein Mann zu seiner Frau, auch wenn seine Ehre anderes verlangt hätte. Handfeste Hirten haben himmlische Visionen. Weise verlassen ihr Zuhause und folgen sehnsüchtig einem Stern. Mensch und Tier sind einander Freund. Und in einer Futterkrippe liegt die Hoffnung der Welt.

Das ist die Einladung, wie Josef zu unserer Liebe zu halten, auch wenn wir sie nicht immer verstehen; wie die Hirten gelegentlich mehr dem Herzen zu trauen als dem vermeintlich gesunden Menschenverstand; wie die Weisen aufzubrechen aus dem Alltag und dem Stern der Sehnsucht zu folgen. Wir sind eingeladen, mit den Tieren und aller Kreatur in Frieden zu leben. Wir sind gerufen, auf Gott zu vertrauen und mit anderen zu teilen, was uns hoffen lässt.

Da berühren sich dann Himmel und Erde. Gott kommt zur Welt. Menschlich. Mitten in unserem Leben – „fürchtet euch nicht“.

Dr. Andreas von Maltzahn, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern (Schwerin)
Info

Zu Christvespern mit Bischof Dr. Andreas von Maltzahn laden die Kirchengemeinde Vipperow am Heiligabend, 24. Dezember, um 14 und die Kirchengemeinde Rechlin um 16 Uhr in ihre jeweiligen Kirchen ein. Am ersten Weihnachtstag, 25. Dezember, predigt der Bischof in Bad Doberan. Der Gottesdienst im Münster beginnt um 9.30 Uhr.

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