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Kirchlicher Fachtag Friedensbildung

Bischof Abromeit: „Bergpredigt als Leitfaden für Christen“

02.04.2014 ǀ Güstrow.  Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit hat beim Fachtag „Friedensbildung – eine Aufgabe für unsere Kirche“ die Bergpredigt in den Mittelpunkt jedes Redens über den Frieden gestellt. Dabei erinnerte er an die friedliche Revolution vor 25 Jahren: „Der Pfarrer an der Leipziger Nikolaikirche, Christian Führer, hat den Slogan ‚Keine Gewalt!‘ der Montagsdemonstrationen in Leipzig als eine Kurzzusammenfassung der Bergpredigt bezeichnet. Der Sachgrund für diese Aussage ist ein Vers aus der Bergpredigt Jesu, der eben diesen Geist atmet: Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen.“
 
Ricarda Wenzel, Diakonin und Vertreterin des Ausschusses Frieden, Umwelt und Gerechtigkeit der Mecklenburgischen Kirchenkreissynode, hat die Veranstaltung am Dienstag in Güstrow mit auf den Weg gebracht. Über deren Ziel sagt sie: „Der Fachtag soll Auftakt dazu sein, im Sprengel Mecklenburg und Pommern die kirchliche Position zum Thema Friedensbildung zu klären.“ Dazu bot die Veranstaltung verschiedene Zugänge: Das Thema „Gewalt in der Familie“ behandelte Klaus Schmid vom Diakonischen Werk MV. „Friedensbildung – nicht nur eine Angelegenheit der Kirchen“ war der Vortrag von Dieter Lünse vom Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation in Hamburg überschrieben.
 
Um das Thema Bundeswehr an Schulen ging es Kai Uwe Dosch, pädagogischer Referent des Projektes Friedensbildung, Bundeswehr und Schule der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Kriegsdienstverweigerer und der Arbeitsgemeinschaft der Dienste für den Friedensdienst aus Bonn.
 
Jesu Seligpreisung der Friedfertigen aus der Bergpredigt war der rote Faden, der die verschiedenen Herangehensweisen an das Thema verband. Bischof Abromeit wies mit einer Geschichte darauf hin, dass Gewaltlosigkeit eine Haltung sei, die man von Christen erwarte und erhoffe. Bei einem Besuch in Palästina hätte er zusammen mit anderen lutherischen Bischöfinnen und Bischöfen ein Gespräch mit dem damaligen Ministerpräsidenten Palästinas, Dr. Salaam Fayyad, geführt. Dieser habe betont, wie wichtig die Christen für eine Lösung des Konflikts zwischen Israel und Palästina seien. Abromeit: „Er als Moslem verstand die politische Ethik der Christen so, dass Gewaltlosigkeit bei der Lösung von Konflikten einen sehr hohen Rang habe. Bei der Lehre Jesu würde ihm als Moslem imponieren, dass Jesus sehr entschieden und klar seinen Weg verfolgt habe, aber immer gewaltlos geblieben sei. Ja, gäbe es nicht ein Jesuswort, das die Gewaltlosigkeit zur Erreichung von politischen Zielen priese? Salaam Fayyad hatte da offenbar genau die Seligpreisung Jesu im Kopf.“
Quelle: Bischofskanzlei Greifswald (ak)