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„Ökumenischer Kirchentag ist Labor für die Zukunft“

Bischof Abromeit begrüßt ökumenische Gäste aus aller Welt in Stralsund

Bischof Abromeit begrüßt ökumenische Gäste aus aller Welt in Stralsund
19.09.2014 ǀ Stralsund.  Am heutigen Vorabend des 2. Ökumenischen Kirchentags Vorpommern begrüßte der Greifswalder Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit ökumenische Gäste aus aller Welt in Stralsund.

„Wir gehören zu der großen Familie der christlichen Kirche. Deswegen darf ich Sie ansehen als nahe Verwandte. Es spielt keine Rolle, ob wir uns schon lange kennen oder heute zum ersten Mal sehen, ob wir zum gleichen Volk gehören, ob wir die gleiche Sprache sprechen, die gleiche Hautfarbe haben, der gleichen Kirche angehören oder nicht. Es gibt ein Band, das uns verbindet: Das ist der christliche Glaube und die Taufe auf den dreieinigen Gott“, sagte Abromeit beim Ökumenischen Empfang in der Stralsunder Auferstehungskirche.
 
Rund 25 Gäste aus den Partnerkirchen sind zum Kirchentag angereist. Die größte Delegation mit elf Vertretern stammt aus den USA: Mitglieder der United Church of Christ (UCC) aus Michigan unter der Leitung des Conference Minister Dr. Campbell Lovett. Die langjährige Partnerschaft zwischen der Pommerschen Evangelischen Kirche und der UCC ist wie auch die übrigen mit der Fusion 2012 auf die Nordkirche übergegangen. Gäste des Kirchentags sind unter anderem Pastor Motsamai Manong, Exekutivsekretär der Cap Oranje Diocese im südlichen Afrika, zwei Pastoren aus Tansania, der schwedische Superintendent Peter Wänehag aus Kalmar und Pastor Janusz Staszczak als Vertreter der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen sowie Gäste aus England, Litauen und Brasilien.
 
Bischof Dr. Abromeit hob den Wert solcher Treffen für eine Demokratie hervor: „Ökumenische Begegnungen weiten den Horizont unseres Lebens mit unserer ganzen Existenz. Die jungen Leute, die beim morgigen Kirchentag lebendige Gemeinschaft mit Christinnen und Christen aus aller Welt erfahren, sind nicht mehr anfällig für die nationalistischen und menschenverachtenden Parolen der ewig gestrigen Rechtsextremen.“ Aus der Erfahrung, dass Christen jenseits aller Ländergrenzen Geschwister seien, erwachse allerdings auch eine große Aufgabe: „Wir müssen ganz anders gemeinsam daran arbeiten, die Gerechtigkeitslücken, die immer größer zu werden scheinen, zu schließen. In diesem Sinne ist der Ökumenische Kirchentag ein Laboratorium für unsere Zukunft. Wir fangen an, in weltweiten Zusammenhängen zu denken. Denn nur gemeinsam werden wir die Probleme in unserer Welt lösen.“
 
Der 2. Ökumenische Kirchentag findet am morgigen Sonnabend (20. September) in der gesamten Altstadt von Stralsund statt. Träger des Kirchentags sind der Pommersche Evangelische Kirchenkreis, das Erzbistum Berlin und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern. Auch der Landesbischof der Nordkirche Gerhard Ulrich nimmt am Ökumenischen Kirchentag teil: beim Podiumsgespräch in St. Marien und beim großen Abschlussgottesdienst auf dem Alten Markt. Die ökumenischen Gäste bleiben über den Kirchentag hinaus noch einige Tage, um Vorpommern kennenzulernen und sich bei einer theologischen Tagung auszutauschen.
Quelle: Bischofskanzlei Greifswald (ak)