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Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit:

DDR-Revolution "in gewisser Weise" Fernwirkung der Reformation

Bischofs Dr. Hans-Jürgen Abromeit
31.10.2013 ǀ Greifswald.  Die friedliche Revolution 1989 in der DDR ist nach Ansicht des Greifswalder Bischofs Dr. Hans-Jürgen Abromeit "in gewisser Weise" eine Fernwirkung der Reformation von Martin Luther

Luther habe in seinen Schriften dargelegt, "dass ein Christenmensch durch den Glauben frei und niemandem Untertan" sei, schreibt der Bischof in der Rostocker "Ostsee-Zeitung". Diese zum Wohl aller eingesetzte innere Unabhängigkeit sei für viele Christen in der DDR "faszinierend" gewesen.

"Als einige tatsächlich anfingen, diese Freiheit zu leben und sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen, wurde das für viele andere interessant, die gar nicht kirchlich waren", so Abromeit in seinem Leitartikel. Der entstandene Protest sei zu einer Massenbewegung geworden und habe das Ende der DDR eingeleitet. Vielleicht erkläre diese Verbindung, "warum wir im Osten heute Gelegenheit haben, uns über einen arbeitsfreien Tag zu freuen".

Der Reformationstag wird von evangelischen Christen in Deutschland und Österreich am 31. Oktober im Gedenken an die Reformation der Kirche durch Martin Luther gefeiert. Laut der Überlieferung soll der Mönch und Theologieprofessor am Tag vor Allerheiligen 1517 an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg 95 Thesen in lateinischer Sprache zu Ablass und Buße angeschlagen haben. Damit leitete er die Reformation der Kirche ein.

Im Kern bestritt Luther die herrschende Ansicht, dass eine Erlösung von der Sünde durch einen Ablass in Form einer Geldzahlung möglich sei. Der Reformationstag ist seit der deutschen Wiedervereinigung gesetzlicher Feiertag in den deutschen Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Quelle: epd