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Johannes Bugenhagen

Bibelauslegungen

St. Marien Greifswald: Bugenhagen an der Kanzelrückwand. Fotos: Neumann
Johannes Bugenhagen im Reformationsfenster des Greifswalder Doms St. Nikolai
Bugenhagens Wappen am Brunnen vor dem Pfarrhaus Ducherow
Im Frühherbst 1521 begann Johannes Bugenhagen in seinem Zimmer für die in Wittenberg studierenden Pommern die Bibel auszulegen. Die ständig wachsende Zuhörerzahl machte die Fortsetzung seiner Psalmenerklärung in Bugenhagens Zimmer bald unmöglich und so begann er, wahrscheinlich am 3.11.1521, vor Freunden und Zuhörern - auch Melanchthon war dabei - seine erste öffentliche Vorlesung an der Wittenberger Universität zu halten.
 
Dabei begann er wieder bei Psalm 1. Nach dem Abschluß dieser Psalmenvorlesung, die sich über anderthalb Jahre erstreckte, drängte Luther den "Pomeranus", wie Bugenhagen genannt wurde, diese im Druck erscheinen zu lassen. Er erschien im März 1524 mit Vorworten von Luther und von Melanchthon. Damit rückte er in die erste Reihe der reformatorischen Schriftausleger.
 
Mit der Psalmenauslegung hatte ein außerordentlich arbeitsreicher Abschnitt in Bugenhagens Wittenberger Tätigkeit begonnen. Innerhalb von fast fünf Jahren hielt er eine Reihe von Vorlesungen zur Bibelerklärung. Bis auf seine Jesajavorlesung erschienen alle im Druck. Neben Jesaja erklärte er die kleinen Paulusbriefe, das 5. Buch Mose, 1. und 2. Samuel, den Galaterbrief, wieder die Psalmen, 1. und 2. Könige, Hiob sowie den Römerbrief.
 
Die ersten Vorlesungen an der Universität waren noch unentgeltlich. Erst nach seiner Promotion 1533 wurde Bugenhagen offiziell in den Kreis der akademischen Lehrer aufgenommen.
 
Am 13. Oktober 1523 heiratete Bugenhagen seine Frau Walburga.


Zum nächsten Teil: Wittenberger Stadtpastor