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140 Teilnehmende beim Kirchenkreiskongreß im Güstrower Bürgerhaus
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Kirchenkreiskongreß: Das große Güstrower Gespräch
Güstrow (ran). „Ich finde es großartig, daß wir miteinander darüber in’s Gespräch gekommen sind, wie es mit unserer Kirche weitergehen soll.“ So bilanzierte Mario von Weber den Kirchenkreiskongreß Güstrow, der unter dem Thema „Vertraut den neuen Wegen – Kirche mit Zukunft“ stand.
Rund 140 Teilnehmende aus dem Kirchenkreis waren am Sonnabend, 7. Januar 2005, in das Bürgerhaus von Güstrow gekommen und sie haben den Tag über ihre Erfahrungen ausgetauscht – im großen Gespräch von Güstrow.
Die Vorbereitungsgruppe hatte keine Gesprächsthemen für die zwei Gruppenarbeiten vorbereitet, sondern Uta Loheit vom Amt für Gemeindedienst fragte die Teilnehmenden, welche Fragen sie gerne in Gruppen besprechen würden. So kamen die Themen „von unten“ und die kamen reichlich. Auffallend war, daß nur ein Thema mit Finanzen zu tun hatte, alle anderen Themen befaßten sich mit geistlichen Themen und Bereichen des Gemeindeaufbaus. Warum die Finanzen kaum eine Rolle spielten erklärte sich ein Teilnehmer so: „Finanzen sind den Leuten über.
Deutlich wurde in den Themen, daß nicht die Klage über die Verhältnisse dominiert, sondern der Umgang mit der gegenwärtigen Lage, etwa: „Wie erreichen wir mit weniger Hauptamtlichen viele Kinder und Familien?“ oder: „Feste im Jahreskreis mit anderen Gruppen außerhalb der Gemeinde feiern“ oder auch: „Wie können Kinder und Jugendliche Erwachsene und Großeltern in die Gemeinde holen?“ Daneben Gespräche über Kirche und Kunst, neue Konfirmandenunterrichtsformen oder Ideen für die Sanierung von Dorfkirchen.
Anregungen gab es nicht nur durch die Gruppenarbeit sondern auch durch den "Markt der Möglichkeiten" wo viele Gruppen ihre Arbeit vorstellten und - natürlich - zum Gespräch einluden.
Landessuperintendent Fridolf Heydenreich hatte in seinem Einleitungsvortrag „Vertraut den neuen Wegen - Kirche mit Zukunft“ darauf verwiesen, daß man von anderen Kirchen, Gemeinden und Christen lernen könne. Er ermutigte dazu, denn „für viele Probleme hat der Heilige Geist einigen Kirchen, Gemeinden und Christen schon gute Lösungen geschenkt. Wir müssen also nicht mehr alle Lösungen selber erfinden, sondern können bei den Geschwistern anderswo sehen, wie die damit umgehen.“ Heydenreich ermunterte die Gemeinden zu ökumenischen Besuchen und Kontakten.
Ebenfalls sei es notwendig, niedrigschwellige Angebote zu machen und „spezielle Angebote für bestimmte Zielgruppen, die sich von den normalen Angeboten nicht angesprochen fühlen.“ Hauptaufgabe sei es in Zukunft, „Gaben bei Gemeindegliedern zu entdecken, zu fördern und in die Gemeindearbeit einzubinden.“
Im Blick auf die Finanzen meinte der Güstrower Landessuperintendent, daß die Finanzeinnahmen in Zukunft nur noch für eine Grundversorgung reichen würden. Um aber eine bessere Personal- und Finanzausstattung zu haben, müsse das Bewußtsein für den biblischen Zehnten erneuert werden.
Heydenreich berichtete vom katholischen Bistumstag, wo als Leitbild „Das Salz des Nordens“ ausgegeben wurde. Ökumenisch ergänzend könnte man dann von der evangelischen Seite als „das Licht des Nordens“ sprechen.
Der Rostocker Soziologe Richard Scherer teilte gegen Ende seine Beobachtungen des Tages mit. Er erlebe eine enorme Spannbreite der Themen und meinte, „solche Spannbreiten sind typisch für Zeiten, wo viel in Bewegung ist.“ Solche Suchbewegungen seien für die Kirchgemeinden immer die produktivsten Zeiten gewesen und sie seien undogmatisch, denn die Themen kämen von unten und seien nicht von oben verordnet.
Scherer beobachtete zudem, daß sich „die Grenzen verflüssigen.“ In Zeiten der Suche seien Grenzen zwischen Erwachsenen und Jugendlichen offener, ebenso zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen oder in den lokalen Grenzen. Die Regionalisierung sei als Kommunikationsprozeß und Erfahrungsaustausch zu verstehen.
Und so war es in Güstrow beim großen Gespräch – ein Erfahrungsaustausch und Anregungsprozeß. Die Teilnehmenden bekamen die Ergebnisse der Gruppengespräche mit und dieses Material soll auch nach Auswertung an die Kirchgemeinden verschickt werden.

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