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Kantor Frank Thomas und das Register „Oboe acht Fuß“ an der restaurierten Grüneberg-Orgel in der Bergener St. Marienkirche. Foto: Vonberg
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Grüneberg-Orgel in St. Marien/Bergen erstrahlt komplett in neuer Pracht
Bergen/Rügen (kiz/hv). Musikliebhaber haben kürzlich in St. Marien zu Bergen ein besonderes Konzert erlebt. Erstmals war die vollständig restaurierte Orgel in ihrer ganzen Klangvielfalt zu hören, denn jetzt ist auch das letzte noch fehlende Register, die Oboe acht Fuß, eingebaut und spielbereit. Der Japaner Izumi Ikeda hat der Orgel in beeindruckender Virtuosität warme, kraftvolle, dynamische, laute und leise Töne entlockt und Werke von Bach, Vivaldi, Vierne, Schumann und Reger interpretiert.
„Ich freue mich, auf dieser Grüneberg- Orgel spielen zu dürfen. Sie ist wunderbar restauriert worden und ein wunderbares Beispiel für die Spätromantik und ihre Musik“, so der Organist. „Ich bin das erste Mal hier in Bergen. Die Kirche gefällt mir sehr gut. Die üppige Ausmalung ist einzigartig.“ Seine Tochter Yuko begleitet ihn. Auch sie will Organistin werden, hat aber relativ spät mit dem Spiel angefangen. Ihr Vater Izumi Ikeda wurde 1960 in Osaka geboren. Er studierte Orgel an der staatliche Hochschule für Musik und bildende Kunst Tokio. Nach der Meisterklasse studierte er in Deutschland an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Hamburg bei dem berühmten legendären Professor Heinz Wunderlich, der auch den Orgellehrer des Kantors Frank Thomas einst unterrichtete.
„So schließt sich der Kreis“, freut sich der Kantor nicht nur über den hochkarätigen Gast, sondern auch darüber, dass die Grüneberg-Orgel nun komplett ist. „Vollendet ist das große Werk“, sagt er und bedankt sich in diesem Zusammenhang bei der Sparkasse Rügen, die die Restaurierung und den Einbau unterstützt hat, und für die vielen kleinen und großen Spenden von Einheimischen und Gästen. Und er bittet, nicht nachzulassen mit der Spendenbereitschaft, denn noch immer gebe es eine kleine Deckungslücke.
Izumi Ikeda rückt Notenblätter mit Werken von Robert Schumann ins richtige Licht. Vor 200 Jahren wurde Schumann geboren. Zwei Fugen zum Namen BACH hat der Japaner gespielt, auch Regers Fantasie und Fuge zu diesem Thema. Das Repertoire des Organisten reicht von der Renaissance- über Barock- bis zur Gegenwartsmusik. „Deutschland ist für mich zu einer zweiten Heimat geworden, auch vom musikalischen Gefühl her“, erzählt er. Davon konnten sich die Zuhörer beim Orgelkonzert in der Bergener Marienkirche überzeugen.
Am 25. August wird Michal Dabrowski aus Warschau hier Orgelkonzerte der Romantik spielen.
Aus: Mecklenburgische und Pommersche Kirchenzeitung
Nr. 34 vom 22.8.2010
(23.8.2010) 
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